Blühender Pfirsichbaum

Pfirsichbaum schneiden: Zeitpunkt, Technik und Fehler

Kurzantwort: Der Pfirsichbaum wird zur Blütezeit im März oder April geschnitten, nicht im Winter. Dann sind die Fruchtknospen sichtbar und die Schnittwunden verheilen schnell. Pfirsiche tragen nur an einjährigen Trieben, deshalb muss jedes Jahr geschnitten werden.

Der Pfirsich unterscheidet sich in einem Punkt grundlegend von Apfel und Birne: Er trägt nur an Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind.

Wer ihn nicht schneidet, hat nach wenigen Jahren einen Baum, der nur noch in der äußeren Krone Früchte bildet und innen verkahlt.

Der richtige Zeitpunkt

Geschnitten wird zur Blüte, meist zwischen Mitte März und Mitte April. Der Baum steht dann im Saft und verschließt Wunden schnell.

Im Winter geschnittene Pfirsiche sind anfällig für Pilzinfektionen an den Schnittstellen. Das gilt für alle Steinobstarten.

Zur Blüte lassen sich außerdem die Fruchtknospen erkennen. Man sieht, welche Triebe tragen werden.

Warum jedes Jahr geschnitten wird

Pfirsiche wachsen nur an einjährigen Trieben — deshalb wird jedes Jahr geschnitten. Foto: skyseeker, CC BY 4.0

Pfirsiche bilden Blüten ausschließlich an einjährigen Trieben, also am Holz des Vorjahres.

Ein Trieb, der einmal getragen hat, trägt nie wieder. Er wird zugunsten neuer Triebe entfernt.

Ohne Schnitt wandert die Fruchtzone jedes Jahr weiter nach außen, bis der Baum innen kahl ist.

Die Hohlkrone

Der Pfirsich wird als Hohlkrone erzogen: drei bis vier Leitäste, die schräg nach außen wachsen, ohne Mitteltrieb.

Die offene Mitte lässt Licht und Luft an alle Triebe. Beides ist bei dieser Art besonders wichtig.

Nach innen wachsende Triebe werden konsequent entfernt. Sie beschatten und fördern Pilzbefall.

So wird geschnitten

Geschnitten wird auf Astring, ohne Stummel stehen zu lassen. Foto: unbekannt, CC0

Alle Triebe, die im Vorjahr getragen haben, werden auf einen jungen Seitentrieb zurückgeschnitten.

Von den einjährigen Trieben bleiben die kräftigen stehen, dünne Bleistifttriebe werden entfernt.

Geschnitten wird auf Astring, also direkt am Ansatz ohne Stummel. Stummel trocknen ein und werden zur Eintrittspforte für Pilze.

Wie stark gekürzt wird

Die stehenbleibenden einjährigen Triebe werden auf drei bis fünf Knospen eingekürzt. Sie bilden dann kräftige Früchte statt vieler kleiner.

Ein starker Rückschnitt fördert kräftigen Neuaustrieb. Ein schwacher lässt den Baum vergreisen.

Beim Pfirsich darf deutlich mehr weggenommen werden als beim Apfel. Bis zur Hälfte des Vorjahreszuwachses ist normal.

Werkzeug

Eine scharfe Bypass-Schere schneidet sauber. Amboss-Scheren quetschen das Holz und hinterlassen schlecht heilende Wunden.

Für dickere Äste kommt eine Astsäge zum Einsatz. Der Schnitt wird von unten angesetzt, damit die Rinde nicht ausreißt.

Werkzeug wird zwischen Bäumen desinfiziert. So werden keine Krankheiten übertragen.

Die Kräuselkrankheit

Die Kräuselkrankheit ist die häufigste Erkrankung am Pfirsich. Foto: blumenbiene, CC BY 4.0

Blasige, rot verfärbte und verkrüppelte Blätter im Frühjahr sind das Zeichen. Verursacher ist ein Pilz.

Die Infektion erfolgt bereits im Spätwinter bei feuchtem Wetter über die schwellenden Knospen. Behandlungen im Sommer kommen zu spät.

Befallene Blätter werden entfernt und im Restmüll entsorgt, nicht kompostiert. Ein überdachter Standort senkt das Risiko deutlich.

Standort und Sorte

Ein warmer, sonniger Platz an einer Südwand ist ideal. Der Pfirsich blüht früh und ist spätfrostgefährdet.

Widerstandsfähige Sorten gegen Kräuselkrankheit gibt es, etwa Roter Ellerstädter oder Revita. Sie sind die bessere Wahl als eine Standardsorte plus Spritzmittel.

Der Boden soll durchlässig und nicht zu schwer sein. Staunässe verträgt der Pfirsich schlecht.

Nach dem Schnitt

Größere Wunden ab drei Zentimetern können mit Wundverschluss behandelt werden. Bei kleineren ist das unnötig.

Das Schnittgut wird entfernt und nicht unter dem Baum liegen gelassen. Es überträgt Krankheiten.

Eine Kompostgabe im Frühjahr unterstützt den Neuaustrieb. Mineralischer Stickstoffdünger ist nicht nötig.

Häufige Fehler

Winterschnitt ist der häufigste. Er öffnet die Tür für Pilzinfektionen.

Zu zaghafter Schnitt ist der zweite. Der Pfirsich verträgt und braucht einen kräftigen Rückschnitt.

Stummel stehen zu lassen ist der dritte. Sie heilen nicht ein und faulen.

Häufige Fragen

Wann schneide ich einen Pfirsichbaum?

Zur Blütezeit im März oder April. Der Winterschnitt ist bei Steinobst ungeeignet.

Warum trägt mein Pfirsich nicht mehr?

Meist fehlt der jährliche Schnitt. Pfirsiche tragen nur an einjährigen Trieben.

Wie stark darf ich schneiden?

Bis zur Hälfte des Vorjahreszuwachses. Der Pfirsich verträgt deutlich mehr als ein Apfelbaum.

Was hilft gegen die Kräuselkrankheit?

Ein überdachter Standort und widerstandsfähige Sorten. Behandlungen müssen vor dem Knospenschwellen erfolgen.

Welche Kronenform ist richtig?

Die Hohlkrone mit drei bis vier Leitästen und offener Mitte.

Muss ich Wunden verschließen?

Nur bei größeren Schnittflächen ab drei Zentimetern. Kleine Wunden verheilen von allein.

Der Pfirsich im Kübel

Zwergformen auf schwach wachsender Unterlage eignen sich für große Kübel ab fünfzig Litern. Sie bleiben bei anderthalb bis zwei Metern.

Im Kübel wird jährlich geschnitten wie beim Baum, nur in kleinerem Maßstab. Die Krone bleibt offen und licht.

Der Wurzelballen darf im Winter nicht durchfrieren. Ein geschützter Standort an der Hauswand und eine Ummantelung mit Vlies reichen aus.

Ausdünnen der Früchte

Ein Pfirsichbaum setzt deutlich mehr Früchte an, als er ausreifen kann. Ohne Ausdünnen werden alle klein und wenig aromatisch.

Im Juni, wenn die Früchte etwa Walnussgröße haben, wird auf einen Abstand von zehn bis fünfzehn Zentimetern ausgedünnt.

Das kostet Überwindung, verdoppelt aber die Größe der verbleibenden Früchte. Der Ertrag in Kilogramm bleibt etwa gleich.

Ernte und Reife

Pfirsiche reifen von Juli bis September, je nach Sorte. Sie werden gepflückt, wenn sie auf leichten Druck nachgeben und deutlich duften.

Am Baum ausgereifte Früchte schmecken deutlich besser als früh geerntete. Sie halten dafür nur zwei bis drei Tage.

Geerntet wird mit einer leichten Drehbewegung. Wer zieht, reißt das Fruchtfleisch am Stiel auf.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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