Pflanze mit großen Blättern: 10 Arten für Zimmer und Garten

Kurzantwort: Fürs Zimmer sind die bekanntesten Pflanzen mit großen Blättern das Fensterblatt (Monstera deliciosa, Blätter bis 1 Meter), die Bananenpflanze (Musa), Calathea, Alocasia und die Geigenfeige (Ficus lyrata). Im Garten sind es Mammutblatt (Gunnera manicata, bis 3 Meter hoch), Funkie (Hosta), Rhabarber (Rheum rhabarbarum) und der Rizinus (Ricinus communis). Für Haushalte mit Kindern und Haustieren sind Calathea und Bananenpflanze die sichere Wahl, Rizinus ist sehr giftig und gehört nicht in den Familiengarten.

Große Blätter geben einem Raum oder einem Beet sofort Struktur. Eine einzige Monstera wirkt mehr als zehn kleine Töpfe, ein Mammutblatt am Teichrand macht aus einem Vorstadtgarten etwas, das nach Urwald aussieht.

Der Preis dafür: Große Blätter verdunsten viel Wasser, brauchen Platz und reagieren empfindlich auf trockene Heizungsluft oder Wind. Und einige der beliebtesten Arten sind giftig, was bei Blättern in Kinderhöhe zählt.

Hier findest du zehn Arten, getrennt nach Zimmer und Garten, mit Angaben zu Standort, Blattgröße und Giftigkeit aus der Giftzentrale Bonn und der ASPCA.

Fürs Zimmer: Monstera, Geigenfeige, Philodendron

Das Köstliche Fensterblatt (Monstera deliciosa) stammt aus Mittelamerika von Mexiko bis Panama. Ausgewachsene Blätter werden bis zu 1 Meter groß, die Kleinform var. borsigiana bleibt bei etwa 40 Zentimetern. Die Pflanze klettert mit Luftwurzeln mehrere Meter hoch und braucht eine Stütze. Sie mag hell bis halbschattig ohne Mittagssonne. Die Giftzentrale Bonn stuft sie als gering giftig ein: Calciumoxalat und Scharfstoffe reizen die Schleimhäute, mit Schmerzen, Schwellung und Bläschen im Mund.

Die Geigenfeige (Ficus lyrata) trägt geigenförmige Blätter, die 30 bis 45 Zentimeter lang werden. Sie will hell stehen, verträgt keinen Ortswechsel und wirft bei Zugluft Blätter ab. Die Giftzentrale führt Gummibaumarten als gering giftig, der weiße Milchsaft reizt Haut und Schleimhäute.

Der Baumfreund (Philodendron) bildet je nach Art herzförmige oder geschlitzte Blätter bis 60 Zentimeter. Auch er ist laut Giftzentrale Bonn gering giftig, aus demselben Grund wie die Monstera.

Fürs Zimmer: Bananenpflanze, Calathea, Alocasia

Die Bananenpflanze (Musa) wächst schnell und bildet Blätter von über einem Meter Länge, wenn sie hell, warm und feucht steht. Sie braucht viel Wasser und im Sommer wöchentlich Dünger. Die ASPCA stuft Musa acuminata als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde ein.

Calathea-Arten (inzwischen teils zur Gattung Goeppertia gestellt) haben gemusterte Blätter bis 30 Zentimeter, die sich abends aufrichten. Sie wollen Halbschatten, weiches Wasser und hohe Luftfeuchte. Trockene Heizungsluft macht die Ränder braun. Laut ASPCA ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde.

Alocasia, das Elefantenohr, trägt pfeilförmige Blätter bis 1 Meter. Sie will hell, warm und feucht. Wie andere Aronstabgewächse enthält sie Calciumoxalat-Kristalle, die ASPCA nennt für Hunde und Katzen Brennen im Maul, Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Für Kinder gilt dasselbe wie bei der Monstera.

Für den Garten: Mammutblatt und Funkie

Das Mammutblatt (Gunnera manicata) stammt aus Gebirgssümpfen und Nebelwäldern Südbrasiliens und wird bis zu 3 Meter hoch. Es braucht einen dauerhaft feuchten Standort, etwa am Teichrand, und viel Platz. In Mitteleuropa ist es nicht vollständig winterhart: Zum Überwintern im Freien muss der Wurzelstock laut Wikipedia mit Blättern, Reisig oder Ähnlichem vor Kahlfrost geschützt werden. Angaben zur Giftigkeit gibt es nicht, in Chile werden die Stiele verwandter Arten wie Rhabarber gegessen.

Funkien (Hosta) sind die Staude für den Schatten. Sie stammen aus Japan, China, Korea und Russland, alle Arten und Sorten sind in Mitteleuropa winterhart und gelten als robust. Die Blätter reichen je nach Sorte von 10 bis über 40 Zentimeter, in Grün, Blau, Gelb und panaschiert. Der Feind ist die Nacktschnecke. Für Hunde, Katzen und Pferde führt die ASPCA Hosta als giftig, Saponine verursachen Erbrechen und Durchfall.

Für den Garten: Rhabarber und Rizinus

Der Gemeine Rhabarber (Rheum rhabarbarum) wird bis zu 2 Meter hoch, die Blattspreite bis 30 bis 50 Zentimeter lang und 30 Zentimeter breit. Die Stiele sind essbar, die Blätter enthalten laut Wikipedia im Jahresverlauf stark zunehmend gesundheitsschädliche Oxalsäure und können Erbrechen auslösen. Traditionell endet die Ernte am Johannistag, dem 24. Juni. Die oberirdischen Teile sterben im Herbst ab, der Wurzelstock ist winterhart.

Der Rizinus (Ricinus communis) wird in einem Sommer über 2 Meter hoch und trägt handförmige Blätter bis 60 Zentimeter. Er wird als einjährige Zierpflanze gezogen. Die Giftzentrale Bonn stuft ihn als sehr giftig ein: Die Samen enthalten das Lectin Ricin, bereits ein zerkauter Samen kann schwere Vergiftungen auslösen, Symptome treten teils erst nach Stunden oder Tagen auf. In Gärten mit Kindern hat er nichts verloren.

Pflege großer Blätter

Große Blätter verdunsten viel. Im Zimmer heißt das: gleichmäßig feucht halten, im Sommer oft täglich gießen, aber nie im Wasser stehen lassen. Die Luftfeuchte lässt sich mit Schalen voll Wasser, Gruppenaufstellung oder einem Platz im Bad erhöhen.

Staub auf großen Blattflächen bremst das Licht spürbar. Alle zwei bis vier Wochen mit einem feuchten Tuch abwischen. Im Garten brauchen Gunnera und Funkie im Sommer bei Trockenheit Wasser, Rhabarber und Rizinus wollen nährstoffreichen Boden und Kompost.

Wind ist der Feind großer Blätter. Bananenpflanzen und Gunnera stehen im Garten geschützt vor Wand oder Hecke, sonst reißen die Blätter ein.

Häufige Fragen

Welche Zimmerpflanze hat die größten Blätter?

Monstera deliciosa und Bananenpflanze erreichen Blätter von einem Meter und mehr, wenn sie hell und feucht stehen.

Welche Pflanze mit großen Blättern ist ungiftig für Katzen?

Calathea und Bananenpflanze laut ASPCA. Monstera, Alocasia, Philodendron und Funkie sind giftig oder gering giftig.

Ist die Monstera für Kinder gefährlich?

Sie ist gering giftig. Kauen an Blättern verursacht Brennen und Schwellung im Mund. Bei Beschwerden Mund ausspülen, trinken lassen und den Giftnotruf anrufen.

Welche Gartenpflanze hat große Blätter und ist winterhart?

Funkien sind vollständig winterhart, Rhabarber ebenfalls. Das Mammutblatt braucht Winterschutz aus Laub und Reisig.

Warum bekommen große Blätter braune Ränder?

Meist trockene Luft oder unregelmäßiges Gießen. Calathea und Bananenpflanze reagieren besonders empfindlich.

Darf ich Rhabarberblätter auf den Kompost werfen?

Ja. Die Oxalsäure baut sich beim Kompostieren ab. Nur essen darf man die Blätter nicht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.

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