Kurzantwort: Immergrün, winterhart und blühend sind in Deutschland vor allem: Schneeheide (Erica carnea, Blüte Februar bis April), Christrose (Helleborus niger, November bis April), Mahonie (Mahonia aquifolium, März bis Mai), Rhododendron (April bis Juni), Lavendelheide (Pieris japonica, März bis Mai), Bergenie (Bergenia, April), Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus, Mai) und mit Winterschutz die Kamelie (Camellia japonica, Februar bis April). Nicht als Giftpflanzen gelistet sind nur Schneeheide, Bergenie und Kamelie. Rhododendron, Lavendelheide, Christrose und Kirschlorbeer sind laut Giftzentrale Bonn giftig bis sehr giftig.
Die Kombination ist beliebt und selten: Eine Pflanze, die im Winter grün bleibt, Frost übersteht und trotzdem blüht. Die meisten Immergrünen blühen unscheinbar oder gar nicht, die meisten Blüher werfen im Herbst das Laub ab.
Die Arten, die alle drei Eigenschaften mitbringen, lassen sich an zwei Händen abzählen. Und sie haben einen Haken, den Ratgeber gern verschweigen: Viele davon sind giftig.
Hier findest du acht Arten mit Blütezeit, Standort, Winterhärte und den Angaben der Giftzentrale Bonn.
Winterblüher: Schneeheide und Christrose
Die Schneeheide (Erica carnea) ist ein immergrüner Zwergstrauch bis 30 Zentimeter Höhe. Sie blüht laut Wikipedia von März bis Juni, in tieferen Lagen und bei mildem Wetter oft schon ab Februar, und ist eine wichtige frühe Bienenweide. Anders als die meisten Heidekräuter verträgt sie Kalk, sie wächst natürlich auf Kalk- und Dolomitböden der Alpen. Sonnig bis halbschattig, durchlässiger Boden. Die Giftzentrale Bonn führt sie nicht als Giftpflanze.
Die Christrose (Helleborus niger) ist eine immergrüne Staude von 10 bis 30 Zentimetern. Hauptblütezeit ist Februar bis April, je nach Lage schon ab November. Sie will Halbschatten und humosen, durchlässigen, kalkhaltigen Boden, im natürlichen Verbreitungsgebiet wächst sie bis 1.900 Meter Höhe. Die Giftzentrale Bonn stuft sie als sehr giftig ein: kardiotoxische Bufadienolide, Saponine und Protoanemonin, Symptome sind Kratzen im Mund, Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall. Alle Pflanzenteile sind giftig, Vergiftungen sind laut Giftzentrale selten.
Frühjahrsblüher: Mahonie, Lavendelheide, Bergenie
Die Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) ist ein immergrüner Strauch bis über 2,5 Meter mit gelben Blütentrauben von März bis Mai. Sie gedeiht in Sonne und Halbschatten, ist robust und laut Wikipedia eine wertvolle frühe Nektar- und Pollenquelle. Die blauen Beeren sind stark sauer und essbar, die Giftzentrale Bonn stuft die Pflanze insgesamt als gering giftig ein: große Mengen Beeren führen zu Brechdurchfall, Wurzeln und Rinde zu Benommenheit und Nierenreizung.
Die Japanische Lavendelheide (Pieris japonica) wird 1 bis 4 Meter hoch, ist immergrün und trägt im Frühjahr weiße, hängende Glockentrauben, die zwei bis drei Wochen halten. Der Austrieb ist bei vielen Sorten rot. Sie braucht sauren Boden und Halbschatten wie ein Rhododendron. Alle Teile enthalten Grayanotoxine, die englische Wikipedia nennt als Folgen Speichelfluss, Kopfschmerz, Erbrechen, Herzversagen und Tod, bei Menschen wie bei Rindern, Pferden, Hunden und Katzen.
Die Bergenie (Bergenia) ist eine Staude mit ledrigen, wintergrünen Blättern, die sich im Frost rot färben, und rosa Blüten im April. Sie wächst in Sonne und Schatten, an trockenen wie feuchten Stellen, und gilt als eine der robustesten Stauden überhaupt. In den Listen der Giftzentrale Bonn taucht sie nicht auf.
Rhododendron: die Klassikerin mit Giftwarnung
Rhododendren sind mit über 1.000 Arten die artenreichste Gehölzgattung der Nordhalbkugel. Die meisten Gartensorten sind immergrün, winterhart und blühen von April bis Juni in Weiß, Rosa, Rot, Violett und Gelb. Sie brauchen unbedingt sauren, humosen Boden und einen halbschattigen Platz ohne Mittagssonne. Auf kalkhaltigem Boden vergilben die Blätter.
Die Giftzentrale Bonn stuft Rhododendron als giftig ein. Die Grayanotoxine sitzen in Blüten, Nektar, Blättern und Früchten, bereits ein Blatt oder eine Blüte kann Krankheitszeichen verursachen: Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen, in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen, Atemstörungen und Krampfanfälle. Auch Honig aus Rhododendron-Nektar hat schon Vergiftungen ausgelöst. Für Familien mit kleinen Kindern und für Hunde, die an Blättern kauen, ist das ein Ausschlusskriterium.
Kirschlorbeer und Kamelie
Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist die häufigste immergrüne Hecke Deutschlands. Er blüht im Mai mit weißen Kerzen und ist in den meisten Lagen winterhart. Laut Giftzentrale Bonn sind alle Pflanzenteile giftig, besonders Blätter und Samen, sie enthalten zyanogene Glykoside, die beim gründlichen Kauen Blausäure freisetzen. Nach mehreren Beeren oder Blättern drohen Bauchschmerzen, Übelkeit und Würgen, selten Atemdepression und Bewusstlosigkeit.
Die Japanische Kamelie (Camellia japonica) blüht in Kultur im Spätwinter und Frühjahr, oft von Februar bis April. Laut Wikipedia sind bei Kälte unter etwa −12 bis −14 Grad Erfrierungen des Laubs zu erwarten, die Blüten erfrieren schon bei zwei bis drei Minusgraden. Sie ist also nur in milden Lagen und mit Schutz aus Fichtenreisig oder einem Laubzelt winterhart, sonst gehört sie in den Kübel und in ein kühles Winterquartier. Sie braucht leicht sauren, durchlässigen Boden, Halbschatten und Windschutz. Die ASPCA stuft sie als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde ein.
Standort und Pflege der Immergrünen
Immergrüne verdunsten auch im Winter. Bei gefrorenem Boden und Sonne vertrocknen sie, die sogenannte Frosttrocknis. Deshalb an frostfreien Tagen gießen und einen Platz wählen, der im Winter nicht der Morgensonne ausgesetzt ist.
Alle Heidekrautgewächse dieser Liste, also Rhododendron, Lavendelheide und mit Ausnahme der Schneeheide auch die übrigen Heiden, wollen sauren Boden mit einem pH-Wert unter 6. Auf normalem Gartenboden hilft ein Beet aus Rhododendronerde oder ein Kübel. Mahonie, Bergenie und Kirschlorbeer nehmen fast jeden Boden.
Auswahl nach Situation
Garten mit Kindern oder Hund: Schneeheide, Bergenie, Kamelie im Kübel. Alle drei sind laut den zitierten Quellen ungiftig oder nicht als Giftpflanze gelistet.
Schattige Ecke: Christrose, Bergenie, Lavendelheide. Sonnige Fläche mit Kalkboden: Schneeheide, Mahonie. Blühende Hecke: Mahonie oder Kirschlorbeer, wobei beide beim Rückschnitt Handschuhe verlangen.
Blüte im tiefsten Winter: Christrose ab November, Schneeheide ab Februar, Kamelie in milden Lagen ab Februar.
Häufige Fragen
Welche immergrüne Pflanze blüht im Winter?
Christrose ab November, Schneeheide ab Februar, Kamelie ab Februar in milden Lagen.
Welche immergrünen Blüher sind ungiftig?
Schneeheide, Bergenie und Kamelie sind in den zitierten Quellen nicht als giftig geführt. Rhododendron, Lavendelheide, Christrose und Kirschlorbeer sind giftig.
Ist die Kamelie winterhart?
Bedingt. Laub erfriert unter etwa −12 bis −14 Grad, Blüten schon bei −2 bis −3 Grad. Nur in milden Lagen mit Schutz, sonst im Kübel überwintern.
Welche immergrüne Pflanze blüht im Schatten?
Christrose, Bergenie und Lavendelheide kommen mit Halbschatten und Schatten zurecht.
Warum wird mein Rhododendron gelb?
Meist zu viel Kalk im Boden. Rhododendron braucht sauren Boden mit pH unter 6.
Ist Kirschlorbeer für Hunde gefährlich?
Ja. Alle Teile enthalten zyanogene Glykoside. Beim Rückschnitt Schnittgut so entsorgen, dass Hunde nicht darankommen.
Quellen
- Giftzentrale Bonn: Rhododendron
- Giftzentrale Bonn: Christrose (Helleborus niger)
- Schneeheide — Wikipedia
- Japanische Kamelie — Wikipedia
Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.
