Kurzantwort: Ein Steingarten braucht drei Dinge: eine Drainageschicht aus Kies oder Schotter von zehn bis zwanzig Zentimetern, ein mageres Substrat aus Oberboden mit hohem mineralischem Anteil und eine sonnige Lage. Gepflanzt werden Polsterstauden, Sedum- und Sempervivum-Arten sowie kleine Gräser, etwa fünf bis acht Stück pro Quadratmeter. Kompost gehört nicht hinein.
Ein Steingarten bildet die Bedingungen einer felsigen Gebirgslage nach: durchlässiger Boden, wenig Nährstoffe, viel Licht, schnelle Trocknung nach Regen.
Wer diese vier Punkte trifft, hat ein Beet, das jahrelang mit wenig Pflege auskommt. Wer sie verfehlt, bekommt eine Kiesfläche, in der Unkraut wächst und die Pflanzen faulen.
Hier steht der Aufbau von unten nach oben, dazu die Pflanzenauswahl und die Abgrenzung zum Schottergarten.
Der Standort
Steingartenpflanzen stammen überwiegend aus dem Hochgebirge und von trockenen Felsstandorten. Sie brauchen volle Sonne. Eine leichte Hanglage nach Süden oder Südwesten ist die beste Ausgangslage, weil das Wasser abzieht und die Steine Wärme speichern.
Auf einer ebenen Fläche lässt sich das Gefälle mit dem Aushub nachbauen. Ein flacher Hügel von dreißig bis fünfzig Zentimetern Höhe genügt.
Ein Platz unter Bäumen scheidet aus. Laubfall, Tropfwasser und Wurzeldruck vertragen sich mit den mageren Verhältnissen nicht.
Aushub und Drainage
Zuerst wird die Fläche vom Bewuchs befreit und etwa dreißig bis vierzig Zentimeter tief ausgehoben. Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke müssen vollständig heraus, weil sie sich später zwischen den Steinen nicht mehr bekämpfen lassen.
In die Sohle kommen zehn bis zwanzig Zentimeter Kies, Schotter oder Ziegelsplitt. Diese Schicht führt Stauwasser ab. Auf schweren, lehmigen Böden fällt sie eher dicker aus, auf sandigen Böden kann sie entfallen.
Ein Vlies zwischen Drainage und Substrat verhindert, dass Feinmaterial die Zwischenräume verschlämmt. Folie unter der gesamten Fläche ist der häufigste Fehler: Sie staut Wasser und schneidet den Kontakt zum Untergrund ab.
Das Substrat mischen
Der abgetragene Oberboden wird mit mineralischem Material gemischt. Sand, Kies, Splitt oder Blähton eignen sich, das Verhältnis liegt etwa bei eins zu eins bis eins zu zwei zugunsten des mineralischen Anteils.
Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau empfiehlt für Kies- und Schotterpflanzungen eine Beimischung von zehn bis dreißig Prozent unkrautfreiem Boden zum mineralischen Material. In diese Richtung geht auch das Steingartensubstrat.
Kompost bleibt draußen. Er bringt Nährstoffe, die die Polsterstauden auseinandertreiben und weich machen, und er hält Feuchtigkeit, die im Winter zu Fäulnis führt.
Steine setzen
Für einen ruhigen Gesamteindruck wird eine einzige Gesteinsart verwendet, am besten aus der Region. Kalkstein, Sandstein, Basalt oder Granit haben jeweils eine eigene Farbe und ein eigenes Bruchbild.
Die Steine werden zu einem Drittel bis zur Hälfte eingegraben, damit sie fest liegen und nicht aufgesetzt wirken. Schichtungslinien im Gestein zeigen bei allen Steinen in dieselbe Richtung, so wie in einer natürlichen Felsformation.
Wenige große Steine wirken besser als viele kleine. Zwischen ihnen bleiben Fugen und Taschen frei, in die später gepflanzt wird.
Pflanzen für den Steingarten
Polsterstauden bilden die Grundlage: Blaukissen, Steinkraut, Polsterphlox, Thymian, Steinbrech und Nelken. Sie wachsen flach, überziehen die Ränder und blühen im Frühjahr geschlossen.
Sedum-Arten wie der Scharfe Mauerpfeffer und Sempervivum-Arten, also Hauswurz, kommen mit sehr wenig Substrat aus und besiedeln Fugen zwischen den Steinen.
Dazu kommen Küchenschelle, Glockenblumen, Wollziest, kleine Gräser wie Blauschwingel und Zwiebelblumen wie Wildtulpen und Krokus für den frühen Flor. Gerechnet wird mit fünf bis acht Pflanzen pro Quadratmeter.
Ein oder zwei kleine Gehölze geben der Fläche Höhe. Zwergkiefer, Kriechwacholder oder eine Zwergberberitze bleiben klein genug, um die Polster nicht zu beschatten.
Gepflanzt wird in Gruppen, nicht einzeln verteilt. Drei bis fünf Exemplare einer Art nebeneinander ergeben ein Bild, das sich mit der Zeit schließt; einzeln gesetzte Pflanzen wirken dauerhaft verloren.
Steingarten oder Schottergarten
Ein Steingarten ist ein Pflanzbeet, in dem Steine die Standortbedingungen herstellen. Ein Schottergarten ist eine mit Folie unterlegte, weitgehend pflanzenlose Kiesfläche.
Der NABU weist darauf hin, dass solche Flächen für Insekten und Vögel nichts hergeben, sich im Sommer stark aufheizen und kaum Wasser aufnehmen. Mehrere Bundesländer und Kommunen haben Schottergärten inzwischen eingeschränkt.
Der Unterschied liegt in der Deckung: Ein Steingarten ist nach zwei bis drei Jahren weitgehend von Pflanzen bewachsen, die Steine schauen nur noch dazwischen hervor.
Pflege
Im ersten Jahr wird gegossen, bis die Pflanzen eingewurzelt sind. Danach kommt ein Steingarten in normalen Sommern ohne zusätzliche Wassergaben aus.
Gedüngt wird nicht. Die Pflege beschränkt sich auf das Jäten von Sämlingen, den Rückschnitt der Polster nach der Blüte und das Entfernen von Herbstlaub, das sonst auf den Polstern liegen bleibt und sie zum Faulen bringt.
Eine Schicht Splitt von fünf bis sieben Zentimetern als mineralischer Mulch hält Unkraut zurück und verhindert, dass Regen Erde auf die Blätter spritzt.
Kritisch wird für Alpenpflanzen weniger der Frost als die nasse Winterluft im Flachland. Empfindliche Arten mit behaarten Blättern, etwa Edelweiß oder Silberwurz, bekommen eine Glasscheibe oder eine flache Abdeckung über den Kopf, während die Seiten offen bleiben.
Nach etwa fünf Jahren werden einzelne Polster von innen kahl. Sie werden dann geteilt und die kräftigen Randstücke neu gesetzt.
Häufige Fragen
Wann legt man einen Steingarten an?
Erdarbeiten gehen ganzjährig bei frostfreiem Boden. Gepflanzt wird am besten im Frühjahr oder im September.
Braucht ein Steingarten Folie?
Nein. Folie staut Wasser. Ein Vlies zwischen Drainage und Substrat reicht.
Welche Erde kommt in den Steingarten?
Magerer Oberboden, gemischt mit Sand, Kies oder Splitt. Kein Kompost.
Wie viel Pflege braucht ein Steingarten?
Nach dem Anwachsen wenig: jäten, Polster nach der Blüte schneiden, Laub entfernen.
Quellen
- LWG Bayern: Pflanzen für Kies und Schotter
- NABU: Schottergarten, Kiesgarten und Steingarten
- Steingarten – Wikipedia
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Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

