Stiefmütterchen und Hornveilchen in einem Beet auf einem Friedhof

Grabbepflanzung im Frühjahr: Pflanzen, Termine, Pflege

Kurzantwort: Die Frühjahrsbepflanzung kommt ab Mitte März aufs Grab, sobald der Boden abgetrocknet ist und keine strengen Fröste mehr gemeldet sind. Stiefmütterchen, Hornveilchen, Bellis, Primeln und Vergissmeinnicht bilden die klassische Wechselbepflanzung. Zwiebelblumen wie Krokus und Zwerg-Narzisse müssen dafür schon im Herbst gesteckt sein. Was auf dem Grab stehen darf, regelt die Friedhofssatzung der Gemeinde.

Auf dem Grab arbeitet man unter engeren Bedingungen als im eigenen Beet. Die Fläche ist klein, der Boden meist verdichtet, und über die Gestaltung wacht eine Satzung.

Trotzdem folgt die Frühjahrsbepflanzung denselben gärtnerischen Regeln wie jedes andere Wechselbeet: richtiger Termin, vorbereiteter Boden, Pflanzen, die zum Standort passen.

Hier steht der Ablauf von der Bodenvorbereitung bis zum Wechsel auf die Sommerbepflanzung.

Wann die Frühjahrsbepflanzung aufs Grab kommt

Der übliche Termin liegt zwischen Mitte März und Mitte April. Entscheidend ist weniger das Datum als der Zustand des Bodens: Er muss abgetrocknet sein, damit er sich beim Pflanzen nicht verschmiert.

Stiefmütterchen, Hornveilchen und Bellis vertragen leichte Nachtfröste. Bei angekündigten Frösten unter minus fünf Grad hilft ein Vlies über der frisch gepflanzten Fläche.

Primeln und Ranunkeln kommen aus dem Gewächshaus und sind nicht abgehärtet. Sie werden erst gepflanzt, wenn die Nächte durchgehend über null Grad bleiben, oder in den ersten Tagen abgedeckt.

Zwiebelblumen lassen sich im Frühjahr nicht mehr nachholen. Krokus, Traubenhyazinthe und Zwerg-Narzisse brauchen den Kältereiz des Winters und gehören im Oktober in die Erde. Vorgetriebene Töpfe aus der Gärtnerei sind der Ersatz für ein vergessenes Jahr.

Vergissmeinnicht füllt die Lücken zwischen den größeren Frühjahrsblühern. Foto: Peter O'Connor aka anemoneprojectors, CC BY-SA 4.0

Was die Friedhofssatzung vorgibt

Jede Gemeinde regelt in ihrer Friedhofssatzung, wie Gräber gestaltet werden dürfen. Geregelt werden je nach Ort die zulässige Höhe der Bepflanzung, die Verwendung von Gehölzen, das Abgrenzen mit Steinen oder Einfassungen und der Umgang mit Grablichtern.

Viele Satzungen unterscheiden zusätzlich Grabfelder mit und ohne Gestaltungsvorschriften. In den Abteilungen mit Vorschriften sind Material und Pflanzenwahl teils eng gefasst.

Die Satzung liegt bei der Friedhofsverwaltung aus und steht meist auf der Internetseite der Gemeinde. Ein Blick hinein vor dem Pflanzenkauf spart die spätere Aufforderung, die Bepflanzung zu ändern.

Wechselbepflanzung und Dauerbepflanzung

Friedhofsgärtnereien arbeiten mit zwei Ebenen. Die Dauerbepflanzung bleibt über Jahre stehen und besteht aus immergrünen Bodendeckern, kleinen Stauden und einer Einfassung. Sie hält die Fläche zusammen und verhindert, dass der Boden offen liegt.

Die Wechselbepflanzung sitzt in einem freigehaltenen Feld, oft in der Mitte oder im vorderen Drittel, und wird dreimal im Jahr ausgetauscht: Frühjahr, Sommer, Herbst.

Eine Fläche, die vollständig aus Wechselflor besteht, macht dreimal so viel Arbeit und liegt zwischen den Terminen kahl. Zwei Drittel Dauerbepflanzung und ein Drittel Wechselfläche ist die Aufteilung, mit der Friedhofsgärtner üblicherweise planen.

Die Pflanzen für das Frühjahr

Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana) sind der Klassiker: große Blüten, breites Farbspektrum, robust gegenüber Kälte. Hornveilchen (Viola cornuta) blühen kleiner, dafür dichter und länger.

Bellis, das gefüllte Gänseblümchen, bringt kompakte rote, rosa oder weiße Knöpfe. Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) liefert den blauen Schleier dazwischen und sät sich gern selbst aus.

Primeln setzen früh Farbe, brauchen aber Halbschatten und gleichmäßige Feuchte. In voller Sonne auf einer Südlage brennen sie ab.

Für Gräber unter Bäumen eignen sich Schneeglöckchen, Lungenkraut und Elfenblume besser als der klassische Wechselflor. Sie kommen mit dem Wurzeldruck der Bäume zurecht.

Den Boden vorbereiten

Grabflächen sind oft verdichtet, weil sie beschattet sind, betreten werden und über Winter Regen abbekommen. Der erste Arbeitsgang ist deshalb das Lockern der oberen zehn bis fünfzehn Zentimeter mit einer Handhacke oder einem Sauzahn.

Alte Wurzelreste der Herbstbepflanzung und Unkraut kommen dabei heraus. Anschließend wird eine dünne Lage reifer Kompost oder Pflanzerde eingearbeitet.

Mineralischer Dünger ist auf der kleinen Fläche selten nötig. Wechselflor bleibt nur wenige Wochen stehen und zehrt kaum.

Pflanzen und angießen

Die Pflanzen werden vor dem Setzen getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Trockene Topfballen ziehen im Boden kein Wasser nach und vertrocknen trotz Gießen.

Gepflanzt wird so tief, wie der Ballen im Topf stand. Bei Stiefmütterchen rechnet man mit etwa zwölf bis fünfzehn Pflanzen pro Quadratmeter, bei Hornveilchen mit etwas mehr.

Nach dem Setzen wird kräftig angegossen, damit die Erde Kontakt zum Ballen bekommt. In den ersten zwei Wochen bleibt die Fläche gleichmäßig feucht.

Grabschalen als Alternative

Wo der Boden stark durchwurzelt oder die Fläche sehr klein ist, arbeiten Friedhofsgärtner mit bepflanzten Schalen. Sie werden fertig bestückt aufgestellt und lassen sich zum Wechsel im Ganzen austauschen.

Der Nachteil liegt beim Wasser: In einer flachen Schale trocknet das Substrat an einem sonnigen Apriltag innerhalb eines Tages aus. Ein Wasserspeicher im Boden der Schale oder ein tieferes Gefäß gleicht das aus.

Pflege bis zum Wechsel im Mai

Verblühtes wird regelmäßig ausgezwickt. Stiefmütterchen und Hornveilchen stecken die Kraft sonst in die Samenbildung und stellen die Blüte ein.

Gegossen wird nach Wetterlage. Ein sonniges Grab im April braucht auch dann Wasser, wenn es gelegentlich regnet, weil Grabsteine und Einfassungen den Niederschlag ablenken.

Im Mai, nach den Eisheiligen, weicht der Frühjahrsflor der Sommerbepflanzung. Vergissmeinnicht darf bis zur Samenreife stehen bleiben, wenn es sich im Folgejahr wieder aussäen soll.

Wer beim Wechsel auf insektenfreundliche Arten setzt, hat länger etwas von der Fläche. Ungefüllte Blüten liefern Pollen und Nektar, gefüllte Sorten sind für Bienen und Hummeln wertlos, weil die Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sind.

Häufige Fragen

Ab wann darf man Stiefmütterchen aufs Grab pflanzen?

Ab Mitte März, sobald der Boden abgetrocknet ist. Sie vertragen leichte Nachtfröste.

Welche Pflanzen passen auf ein schattiges Grab?

Schneeglöckchen, Lungenkraut, Elfenblume und Primeln. Stiefmütterchen blühen im Schatten deutlich schwächer.

Wie oft wird die Bepflanzung gewechselt?

Dreimal im Jahr: im Frühjahr, nach den Eisheiligen und im Herbst.

Darf ich einen kleinen Strauch aufs Grab setzen?

Das hängt von der Friedhofssatzung ab. Viele Satzungen begrenzen die Höhe der Bepflanzung.

Kann ich Blumenzwiebeln im Frühjahr noch stecken?

Nein. Sie brauchen den Kältereiz des Winters. Vorgetriebene Töpfe sind der Ersatz.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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