Kartoffelpflanzen in Reihen auf einem Feld

Kartoffeln pflanzen: Wann der richtige Zeitpunkt ist

Kurzantwort: Frühe Kartoffelsorten kommen ab Anfang bis Mitte April in den Boden, mittelfrühe und späte Sorten zwischen Ende April und Mitte Mai. Entscheidend ist nicht das Datum, sondern die Bodentemperatur: Rund acht Grad in zehn Zentimetern Tiefe müssen erreicht sein. Unter Vlies oder Folie geht es zwei bis drei Wochen früher.

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) stammt aus den Anden und ist ein Nachtschattengewächs. Frost verträgt sie nicht. Ein später Kälteeinbruch schwärzt das junge Laub innerhalb einer Nacht.

Gleichzeitig verliert man Ertrag, wenn man zu lange wartet. Spät gelegte Knollen wachsen in die Sommerhitze hinein und leiden stärker unter Trockenheit.

Dieser Text ordnet die Termine nach Reifegruppe, erklärt die Bodenprobe und zeigt, wie tief und wie weit auseinander die Knollen gehören.

Der Boden entscheidet, nicht der Kalender

Kartoffeln keimen ab etwa acht Grad Bodentemperatur. Gemessen wird in zehn Zentimetern Tiefe, morgens, mit einem einfachen Bodenthermometer. Liegt der Wert darunter, liegen die Knollen nur im kalten Boden und werden anfällig für Fäulnis.

Wer kein Thermometer hat, nutzt zwei alte Zeigerpflanzen: Wenn Löwenzahn und Forsythie blühen, ist der Boden meist warm genug. Schwere, lehmige Böden erwärmen sich langsamer als sandige und brauchen ein bis zwei Wochen länger.

Die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai gelten als letzter Termin für Spätfröste. Wer früher legt, sollte Vlies bereithalten und die Reihen bei angekündigtem Frost anhäufeln.

Kurze, gedrungene Keime sind das Ziel des Vorkeimens. Lange weiße Triebe brechen beim Legen ab. Foto: Kangarooth, CC BY-SA 4.0

Termine nach Reifegruppe

Frühkartoffeln kommen ab Anfang bis Mitte April in den Boden. Sie brauchen rund 90 bis 100 Tage bis zur Ernte, die dann im Juni und Juli läuft.

Mittelfrühe Sorten folgen von Mitte bis Ende April. Ernte ist ab August.

Späte Sorten für die Einlagerung werden Ende April bis Mitte Mai gelegt und im September oder Oktober gerodet. Sie stehen am längsten und liefern den höchsten Ertrag pro Quadratmeter.

Vorkeimen bringt zwei bis drei Wochen

Rund sechs Wochen vor dem Legetermin kommen die Pflanzkartoffeln in flache Kisten, mit der Seite nach oben, an der die meisten Augen sitzen. Der Platz soll hell und kühl sein, etwa zehn bis fünfzehn Grad.

Gewünscht sind kurze, gedrungene, grünlich-violette Keime von ein bis zwei Zentimetern. Lange weiße Fäden entstehen im Dunkeln und brechen beim Legen ab.

Der Vorsprung zahlt sich doppelt aus: Die Pflanzen sind früher erntereif und entgehen so oft der Kraut- und Knollenfäule, die in feuchten Sommern ab Juli auftritt.

Pflanzgut kaufen statt Speisekartoffeln nehmen

Zertifiziertes Pflanzgut ist auf Viren und Bakterien geprüft. Speisekartoffeln aus dem Supermarkt sind das nicht, und viele Partien sind zusätzlich mit Keimhemmern behandelt.

Eigene Knollen aus dem Vorjahr lassen sich verwenden, häufen aber über die Jahre Viren an. Nach zwei bis drei Generationen sinkt der Ertrag spürbar.

Tiefe, Abstand und Reihenrichtung

Die Knollen kommen etwa zehn Zentimeter tief in den Boden, Keime nach oben. In der Reihe halten frühe Sorten 30 Zentimeter Abstand, späte 35 bis 40. Zwischen den Reihen sind 60 bis 75 Zentimeter üblich, damit genug Erde zum Anhäufeln bleibt.

Reihen von Nord nach Süd bekommen gleichmäßiger Licht. Auf schweren Böden hilft ein flacher Damm, weil er sich schneller erwärmt und Staunässe ableitet.

Standort und Fruchtfolge

Kartoffeln wollen volle Sonne und lockeren, humosen Boden. Frischer Mist ist ungeeignet, gut verrotteter Kompost im Herbst dagegen ideal.

Zwischen zwei Kartoffelkulturen auf derselben Fläche sollten drei bis vier Jahre liegen. Tomaten, Paprika, Auberginen und Physalis zählen zur selben Familie und gehören in dieser Zeit ebenfalls nicht auf das Beet.

Anhäufeln und was danach kommt

Sobald das Kraut etwa 20 Zentimeter hoch steht, wird Erde von beiden Seiten an die Pflanzen gezogen. Zwei bis drei Durchgänge sind üblich.

Das Anhäufeln schützt die Knollen vor Licht. Belichtete Kartoffeln werden grün und reichern Solanin an, das sich beim Kochen nicht abbaut. Grüne Stellen gehören großzügig weggeschnitten.

Ab Mai lohnt der regelmäßige Blick auf die Blattunterseiten. Die gelb-orangen Gelege des Kartoffelkäfers lassen sich von Hand absammeln, solange der Bestand klein ist.

Wasser und Nährstoffe während der Kultur

Den größten Bedarf hat die Pflanze zwischen Knospenbildung und Blüte. In dieser Phase legt sie die Knollen an, und Trockenheit kostet direkt Ertrag. Zehn bis fünfzehn Liter pro Quadratmeter in einem Durchgang bringen mehr als tägliches Antippen mit der Brause.

Gegossen wird an der Basis, nicht über das Laub. Nasse Blätter über Nacht sind die Eintrittspforte für die Kraut- und Knollenfäule. Wechselt Trockenheit mit starken Wassergaben, reißen die Knollen auf oder wachsen zwiegewachsen weiter.

Beim Düngen ist Zurückhaltung richtig. Zu viel Stickstoff treibt das Kraut und verzögert die Abreife. Eine Kompostgabe im Herbst und eine Handvoll organischer Volldünger je Quadratmeter beim Legen reichen für den Hausgarten.

Häufige Fragen

Kann ich Kartoffeln schon im März legen?

Nur unter Folie oder Vlies und nur mit frühen Sorten. Im offenen Beet ist der Boden im März meist zu kalt.

Wie viele Pflanzkartoffeln brauche ich pro Quadratmeter?

Vier bis fünf Knollen, je nach Reifegruppe und Reihenabstand.

Muss ich große Knollen teilen?

Nötig ist das nicht. Wer teilt, lässt die Schnittflächen ein bis zwei Tage abtrocknen und achtet auf mindestens zwei Augen je Stück.

Gehen Kartoffeln auch im Kübel?

Ja, ab etwa 20 Litern Volumen. Drei Knollen pro Kübel, unten mit wenig Erde starten und im Lauf des Wachstums nachfüllen.

Woran erkenne ich, dass ich ernten kann?

Bei frühen Sorten, wenn die Blüte vorbei ist. Für Lagerkartoffeln wartet man, bis das Kraut abgestorben ist, und lässt die Knollen dann noch zwei Wochen im Boden aushärten.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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