Kurzantwort: Tulpenzwiebeln werden von Oktober bis in den November gepflanzt, solange der Boden frostfrei ist. Die Pflanztiefe beträgt etwa das Doppelte der Zwiebelhöhe, bei großen Zwiebeln bis zum Dreifachen, in der Praxis rund zehn bis fünfzehn Zentimeter. Der Boden muss durchlässig sein. Nach der Blüte bleibt das Laub stehen, bis es von selbst vergilbt.
Tulpen brauchen einen Kältereiz, um im Frühjahr zu blühen. Deshalb gehören sie im Herbst in die Erde und nicht im Frühjahr.
Der genaue Termin hat einen zweiten Grund: Bei später Pflanzung ist der Boden bereits kühl, und der Pilz Botrytis tulipae, der als Tulpenfeuer bekannt ist, findet schlechtere Bedingungen.
Hier stehen Termin, Tiefe, Boden und die Pflege, mit der Tulpen mehrere Jahre wiederkommen.
Der Termin
Das Pflanzfenster reicht von Anfang Oktober bis in den November. Wichtig ist nur, dass die Zwiebeln vor dem ersten stärkeren Frost noch anwurzeln können.
Frühblühende Zwiebelblumen wie Krokus, Narzisse und Schneeglöckchen kommen früher in die Erde, ab September. Tulpen vertragen den späteren Termin und profitieren davon.
Bei mildem Wetter geht die Pflanzung notfalls bis in den Dezember. Zwiebeln, die bis dahin im Netz gelegen haben, sind allerdings oft schon weich oder schimmelig.
Die Pflanztiefe
Die verbreitete Regel lautet: Die Erdschicht über der Zwiebel ist etwa doppelt so hoch wie die Zwiebel selbst. Bei großen Tulpenzwiebeln darf es das Dreifache sein.
In Zentimetern ausgedrückt liegen die meisten Tulpen damit zwischen zehn und fünfzehn Zentimetern tief. Auf leichten Sandböden wird eher tiefer gesetzt, auf schweren Böden flacher.
Zu flach gesetzte Zwiebeln frieren durch und kippen später mit dem Blütenstiel um. Zu tief gesetzte treiben im ersten Jahr verzögert aus.
Der Pflanzabstand entspricht etwa dem doppelten Zwiebeldurchmesser, in der Praxis acht bis zwölf Zentimeter. Gruppen von sieben bis fünfzehn Zwiebeln wirken besser als lange Reihen.
Boden und Standort
Tulpen stammen aus Steppen- und Gebirgsregionen mit trockenen Sommern. Sie brauchen einen durchlässigen Boden; in schwerem, nassem Lehm faulen die Zwiebeln.
Auf solchen Böden hilft eine Handvoll grober Sand unter jeder Zwiebel und eine Einarbeitung von Sand oder feinem Splitt in die obere Schicht.
Der Standort ist sonnig bis licht halbschattig. Unter sommergrünen Bäumen funktionieren Tulpen gut, weil sie ihre Vegetationszeit vor dem Laubaustrieb abschließen.
Frischer Mist und stark stickstoffhaltiger Dünger gehören nicht ins Pflanzloch. Eine Gabe reifer Kompost bei der Bodenvorbereitung genügt.
Zwiebeln auswählen
Gekauft werden feste, schwere Zwiebeln ohne weiche Stellen, Schimmel oder Fraßschäden. Eine unbeschädigte braune Außenhaut ist ein gutes Zeichen, ein kleiner Riss darin unproblematisch.
Dicke Zwiebeln bilden größere Blüten. Die Größenangabe auf der Packung, meist in Zentimetern Umfang, ist deshalb ein brauchbarer Qualitätshinweis.
Bis zur Pflanzung werden die Zwiebeln kühl, trocken und luftig gelagert, nicht in der geschlossenen Plastiktüte.
Schutz vor Wühlmäusen
Wühlmäuse fressen Tulpenzwiebeln gern. Narzissen und Kaiserkronen lassen sie stehen, weil diese giftig sind.
Schutz bietet ein Pflanzkorb aus engmaschigem Draht, in den mehrere Zwiebeln gesetzt und der dann vergraben wird. Bei größeren Flächen lohnt eine Umrandung aus Narzissen.
Eichhörnchen und Krähen holen frisch gesetzte Zwiebeln wieder heraus. Ein Stück Kaninchendraht, das über den Winter auf dem Beet liegt, verhindert das.
Tulpen im Topf
Im Kübel werden Tulpen dichter gesetzt als im Beet, sie dürfen sich fast berühren. Über der Drainageschicht kommt ein durchlässiges Substrat.
Beliebt ist die Lasagne-Pflanzung: Tulpen unten, darüber eine Schicht Narzissen, ganz oben Krokusse oder Traubenhyazinthen. Die Arten blühen nacheinander aus demselben Topf.
Der Topf braucht im Winter Schutz. Er wird an eine geschützte Hauswand gestellt, mit Vlies umwickelt oder in ein Erdloch eingegraben, damit der kleine Erdballen nicht vollständig durchfriert.
Nach der Blüte
Verblühtes wird ausgebrochen, damit die Pflanze keine Samen ansetzt. Der Stiel und vor allem das Laub bleiben stehen.
Über die Blätter füllt die Zwiebel ihre Reserven für das nächste Jahr auf. Wird das Laub zu früh abgeschnitten oder abgemäht, kommt die Tulpe im Folgejahr schwächer oder gar nicht.
Erst wenn die Blätter vergilbt sind, meist im Juni, werden sie entfernt. Wildtulpen und die Darwin-Hybriden bleiben viele Jahre stehen; großblumige Gartensorten lassen oft nach zwei bis drei Jahren nach und werden dann ersetzt.
Krankheiten und häufige Fehler
Das Tulpenfeuer, verursacht vom Pilz Botrytis tulipae, zeigt sich als graue Flecken auf Blättern und Blüten und als verkrüppelter Austrieb. Betroffene Pflanzen werden mitsamt Zwiebel entfernt und nicht kompostiert. Auf derselben Fläche stehen danach mehrere Jahre keine Tulpen.
Der häufigste Fehler bei der Pflanzung ist die falsche Lage der Zwiebel. Die Spitze zeigt nach oben, die flache Seite mit den Wurzelansätzen nach unten. Verkehrt herum gesetzte Zwiebeln treiben zwar meist trotzdem aus, aber verzögert und schwächer.
Der zweite Fehler ist zu viel Wasser. Nach dem Setzen wird einmal angegossen; danach reicht der herbstliche Niederschlag. Ein durchnässtes Beet über den Winter kostet einen Teil der Zwiebeln.
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Tulpenzwiebeln?
Von Oktober bis in den November, solange der Boden frostfrei ist.
Wie tief kommen Tulpen in die Erde?
Etwa doppelt so tief wie die Zwiebel hoch ist, in der Praxis zehn bis fünfzehn Zentimeter.
Kann ich Tulpen im Frühjahr pflanzen?
Trockene Zwiebeln blühen dann nicht. Vorgetriebene Topfware aus der Gärtnerei ist der Ersatz.
Muss ich Tulpen nach der Blüte ausgraben?
Nicht zwingend. Auf durchlässigen Böden bleiben sie liegen. In sehr nassen Beeten werden die Zwiebeln nach dem Einziehen aufgenommen, trocken gelagert und im Herbst neu gesetzt.
Warum blühen meine Tulpen nicht mehr?
Meist wurde das Laub zu früh entfernt, oder die Sorte ist nach zwei bis drei Jahren erschöpft.
Quellen
- Hessische Gartenakademie: Blumenzwiebeln zum Verwildern
- Bayerische Gartenakademie: Bewährte Frühjahrsblüher für den Garten (PDF)
- Tulpen – Wikipedia
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Kartoffeln pflanzen: Wann der richtige Zeitpunkt ist
- Erdbeeren pflanzen: wann der richtige Zeitpunkt ist
- Rosmarin pflanzen: Der ideale Standort und Tipps für den Winter
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

