Ausgewachsener Pampasgras-Horst mit überhängenden, silbrig-grünen Blättern

Pampasgras einpflanzen: Standort, Pflanzloch und Abstand

Kurzantwort: Pampasgras wird im Frühjahr nach den letzten Frösten eingepflanzt, damit es bis zum Winter noch gut anwurzeln kann. Beim Einpflanzen selbst zählt vor allem die Drainage: Das Pflanzloch braucht bei schweren Böden eine Kies- oder Sandschicht, weil Staunässe im Winter die Wurzeln schneller schädigt als Kälte allein. Zwischen großwüchsigen Sorten bleiben 1,5 bis 2 Meter Abstand, weil die Horste breit auswachsen.

Wann Pampasgras gepflanzt werden sollte, ist inzwischen gut dokumentiert: im Frühjahr, nicht im Herbst. Weniger im Blick ist dabei oft, worauf es beim eigentlichen Einpflanzen ankommt.

Genau hier entscheidet sich, ob die Horste den ersten Winter unbeschadet überstehen oder schon in den ersten Frostnächten Schaden nehmen.

Der Standort vor dem Pflanzloch

Pampasgras braucht nährstoffreiche, durchlässige Böden in voller Sonne, wie es die Gartenakademie Rheinland-Pfalz beschreibt. Ein vollsonniger, windgeschützter Platz ist deshalb die Grundvoraussetzung, bevor überhaupt das Pflanzloch ausgehoben wird. An schattigen oder dauerhaft feuchten Standorten wächst Pampasgras deutlich schwächer und blüht seltener.

Windschutz spielt dabei eine doppelte Rolle: Er schützt die hohen, im Herbst gebildeten Blütenrispen vor dem Abknicken und hält gleichzeitig kalte Winterwinde vom frisch gepflanzten Horst fern, solange dessen Wurzelsystem noch nicht tief genug reicht, um selbst stärkeren Böen standzuhalten.

Warum Staunässe das größere Risiko ist

Beim Gießen und bei der Standortwahl gilt: Es darf dabei keine Staunässe entstehen, da die Wurzeln sonst faulen. Genau dieser Punkt entscheidet auch über die Winterhärte, denn nasse, schwere Erde um die Wurzeln friert im Winter leichter durch und schädigt sie stärker als trockener, durchlässiger Boden bei gleicher Kälte.

In der Praxis heißt das: Ein an sich winterharter Horst geht häufiger an zu nasser Erde im Winter ein als an reiner Kälte. Wer beim Pflanzen konsequent auf Durchlässigkeit achtet, senkt damit das Ausfallrisiko oft wirksamer, als es eine zusätzliche Lage Winterschutz allein könnte.

Das Pflanzloch vorbereiten

Das Pflanzloch wird etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ausgehoben. Bei schweren, lehmigen Böden kommt zusätzlich eine Drainageschicht aus grobem Sand oder Kies auf den Grund des Lochs, damit Regen- und Schmelzwasser nicht direkt an den Wurzeln stehen bleibt. Die ausgehobene Erde wird bei Bedarf mit Sand oder Kies gemischt, um sie durchlässiger zu machen. Wurde der Standort vorher richtig gewählt, bleibt der Aufwand für die Drainage überschaubar; ein Pflanzloch allein gleicht dagegen einen grundsätzlich ungeeigneten, dauerhaft feuchten Standort auf Dauer nicht aus.

Pflanzabstand richtig einplanen

Großwüchsige Sorten erreichen binnen weniger Jahre zwei bis drei Meter Höhe und Breite. Kleinwüchsige Sorten wie Pumila bleiben dagegen deutlich kompakter und eignen sich auch für Standorte, an denen für eine großwüchsige Sorte schlicht kein Platz wäre. Zwischen zwei Horsten sollten deshalb mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstand eingeplant werden, ebenso zu Wegen, Terrassen oder Nachbargrundstücken. Zu eng gesetzt drängen sich die scharfkantigen Blätter der Pflanze schon nach wenigen Jahren ineinander. Wer die endgültige Größe unterschätzt, muss einen ausgewachsenen Horst später nur mit erheblichem Aufwand versetzen, weil das Wurzelwerk mit den Jahren zu einem dichten, schweren Block zusammenwächst.

Einsetzen und Angießen

Nach dem Einsetzen wird der Wurzelballen mit der vorbereiteten, durchlässigen Erde umgeben und leicht angedrückt, ohne dabei die feinen Wurzeln zu stark zu quetschen, danach kräftig angegossen, damit sich der Boden um die Wurzeln setzt. In den ersten Wochen nach dem Pflanzen sollte regelmäßig, aber maßvoll gegossen werden, ohne dass sich Wasser am Wurzelhals sammelt.

Ein Gießring aus angehäufelter Erde rund um den frisch gesetzten Horst hält das Gießwasser in den ersten Wochen gezielt über dem Wurzelbereich, statt seitlich wegzulaufen. Sobald die Pflanze sichtbar neue Triebe bildet, meist nach drei bis vier Wochen, kann dieser Ring wieder eingeebnet werden, weil das Wurzelsystem dann bereits breiter im umgebenden Boden verankert ist.

Winterschutz im ersten Jahr

Frisch gepflanzte Horste sind im ersten Winter besonders empfindlich, weil sie noch kein tiefes, stabiles Wurzelsystem entwickelt haben. Die Blätter werden vor dem ersten Frost oben zusammengebunden, damit kein Wasser in den Wuchskegel eindringt, der Wurzelbereich zusätzlich mit Laub, Reisig oder Vlies abgedeckt.

Diesen Winterschutz nimmt man erst im Frühjahr wieder ab, wenn keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind, da ein zu früh geöffneter Horst bei einem späten Kälteeinbruch ungeschützt dasteht. In den Folgejahren, wenn die Pflanze kräftiger gewachsen ist, reicht meist ein einfacheres Zusammenbinden der Blätter, ohne zusätzliche Abdeckung des Wurzelbereichs.

Scharfe Blätter und ein giftiger Blütenstand

Beim Einpflanzen und späteren Pflegen lohnen sich Handschuhe: Die schmalen Blätter von Pampasgras haben scharfkantige Ränder, an denen man sich leicht schneiden kann. Zusätzlich enthält die Pflanze Blausäure, und zwar in den Blütenständen in höherer Konzentration als in den Blättern. Für die Pflanzung selbst spielt das keine Rolle, für den Umgang mit den Rispen bei Rückschnitt oder Entsorgung aber schon.

Warum der Standort im Garten bleiben sollte

Außerhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets gilt Pampasgras als opportunistisch: Es verwildert aus Gärten und etabliert sich entlang von Küstendünen, Straßenrändern und auf brachliegenden Flächen. In mehreren europäischen Regionen wird die Art deshalb bereits als invasiv eingestuft, Frankreich plant sogar ein vollständiges Verbot von Anbau und Verkauf. Wer Pampasgras pflanzt, sollte verblühte Rispen deshalb rechtzeitig vor der Samenreife entfernen, statt sie über den Winter stehen zu lassen und damit eine unkontrollierte Aussaat in Kauf zu nehmen.

Warum Frühjahr und nicht Herbst

Im Herbst gepflanzte Horste haben bis zum Winter kaum Zeit, ein tragfähiges Wurzelsystem aufzubauen, und gehen dadurch häufiger im ersten Frost ein. Eine Pflanzung im Frühjahr gibt der Pflanze dagegen einen ganzen Sommer zum Anwurzeln, bevor die erste kalte Jahreszeit kommt. Wer im Gartencenter im Herbst auf ein verlockendes Angebot für Pampasgras stößt, kann die Pflanze zwar schon kaufen, sollte sie bis zum Frühjahr aber an einem hellen, frostfreien Ort im Kübel überwintern, statt sie noch im Herbst direkt ins Beet zu setzen.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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