Orangefarbene Gerbera-Blüte close-up mit grünem Blattwerk im Garten

Gerbera im Topf pflegen: Standort, Gießen und Blüte

Kurzantwort: Gerbera im Topf steht am liebsten hell bis vollsonnig, verträgt aber keine Staunässe. Gegossen wird, sobald die obere Erdschicht angetrocknet ist, am besten von unten über den Untersetzer, damit der Blattschopf trocken bleibt. Während der Wachstums- und Blütezeit kommt alle zwei Wochen ein Flüssigdünger dazu, verwelkte Blüten werden samt Stiel ausgebrochen.

Die Gerbera, botanisch Gerbera jamesonii, stammt ursprünglich aus dem südlichen Afrika und zählt zu den Korbblütlern. Im Handel wird sie meist als Topfpflanze für Terrasse und Fensterbank angeboten, seltener als winterharte Staudenform.

Ihr auffälligstes Merkmal ist die kräftige, lang anhaltende Blüte in Rot, Orange, Gelb oder Pink. Damit sie sich immer wieder erneuert, braucht die Pflanze vor allem zwei Dinge zuverlässig: Licht und einen Wurzelbereich ohne stehende Nässe.

Der richtige Standort

Gerbera gehört zu den Pflanzen, die volle Sonneneinstrahlung und auch Trockenheit sowie niedrigere Luftfeuchtigkeit gut vertragen, wie die Gartenakademie Rheinland-Pfalz Gerbera in ihrer Übersicht zu Pflanzen sonniger, trockener Standorte einordnet. Auf der Fensterbank bedeutet das: so viel direktes Licht wie möglich, ein Südfenster ist ideal. Bei zu wenig Licht bildet die Pflanze zwar weiter Blätter, aber kaum neue Blütenstiele. Im Sommer verträgt Gerbera auch einen Platz im Freien auf Balkon oder Terrasse, solange sie vor Dauerregen geschützt steht und schrittweise an die direkte Sonne gewöhnt wird, statt sie von einem schattigen Zimmer aus sofort in die pralle Mittagssonne zu stellen.

Gießen ohne Staunässe

Gerbera reagiert empfindlich auf nasse Blattschöpfe und stehendes Wasser im Topf. Fäulnis an der Blattbasis ist einer der häufigsten Gründe, warum Gerbera im Zimmer plötzlich eingeht. Gegossen wird deshalb am besten von unten: Wasser in den Untersetzer geben und nach etwa 20 Minuten überschüssiges Wasser abgießen. Von oben gegossen sollte das Wasser nur den Wurzelbereich treffen, nie die Blattmitte.

Als Faustregel gilt: lieber einmal gründlich als mehrmals in kleinen Mengen gießen, aber immer erst, wenn die oberen zwei Zentimeter der Erde angetrocknet sind. Wer stattdessen nach starrem Kalender gießt, übersieht leicht, dass der Wasserbedarf mit Lichtmenge, Raumtemperatur und Topfgröße schwankt, und liefert der Pflanze in kühlen, dunklen Phasen zu viel Wasser.

Substrat und Topf

Durchlässige, lockere Blumenerde mit etwas Sand oder Perlite verringert das Risiko von Staunässe deutlich. Der Topf braucht ein Abzugsloch und im Idealfall eine Drainageschicht aus Blähton am Boden, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann, statt an den Wurzeln stehen zu bleiben. Reine, schwere Gartenerde eignet sich für den Topf nicht, weil sie sich beim Gießen verdichtet und dann genau die Staunässe begünstigt, die bei Gerbera so schnell zu Wurzelfäule führt.

Düngung während der Blütezeit

Von Frühjahr bis Herbst, wenn Gerbera aktiv wächst und blüht, wird etwa alle zwei Wochen ein Flüssigdünger für Blühpflanzen verabreicht, jeweils in der auf der Packung angegebenen Dosierung. Im Winter, wenn Licht und Wachstum nachlassen, reicht eine monatliche, deutlich schwächere Gabe oder Düngepause. Ein Dünger mit etwas höherem Kalium- als Stickstoffanteil unterstützt die Blütenbildung gezielter als ein stark stickstoffbetonter Universaldünger, der vor allem das Blattwachstum auf Kosten neuer Blüten fördert.

Verwelkte Blüten richtig entfernen

Welke Blüten werden nicht nur oben abgeschnitten, sondern mit dem gesamten Stiel möglichst tief am Blattansatz ausgebrochen oder ausgedreht. Bleibt der Stielrest stehen, verrottet er häufig und kann von dort Fäulnis in Richtung Wurzelhals weitergeben. Das konsequente Entfernen regt außerdem neue Blütenansätze an. Vertrocknete oder vergilbte Blätter werden aus demselben Grund direkt am Ansatz entfernt statt nur gekürzt, damit auch dort kein fauliger Stumpf zurückbleibt.

Umtopfen

Umgetopft wird am besten im Frühjahr, sobald Wurzeln sichtbar aus dem Abzugsloch wachsen oder die Erde nach dem Gießen ungewöhnlich schnell wieder trocken ist. Der neue Topf sollte nur wenige Zentimeter größer sein als der alte, ein deutlich überdimensionierter Topf hält länger Feuchtigkeit, die die Wurzeln dann wieder anfälliger für Fäulnis macht. Beim Einsetzen bleibt die Wurzelkrone knapp über der Erdoberfläche, wird die Pflanze zu tief gesetzt, staut sich dort Feuchtigkeit und begünstigt genau die Fäulnis, die durch richtiges Gießen eigentlich vermieden werden soll. Ist die Pflanze beim Umtopfen ohnehin aus dem Topf genommen, lässt sich eine kräftige, mehrtriebige Gerbera bei dieser Gelegenheit teilen: Der Wurzelballen wird vorsichtig in zwei oder mehr Teile mit jeweils eigenen Wurzeln und mindestens einem Blatttrieb zerlegt, jeder Teil kommt in einen eigenen, passend kleinen Topf und braucht danach einige Wochen geschützten, hellen Stand, bis er wieder kräftig genug für den gewohnten Standort ist.

Überwinterung

Als Zimmerpflanze wird Gerbera in Deutschland überwiegend einjährig kultiviert und nach der Saison entsorgt, sie kann aber bei einem hellen, kühlen Standort um 12 bis 15 °C auch überwintert werden. Während dieser Ruhephase wird deutlich weniger gegossen und nicht gedüngt, damit die Pflanze nicht weich und anfällig für Grauschimmel wird. Ein zu warmer, dunkler Winterstandort, etwa direkt über der Heizung, führt meist dazu, dass die Pflanze im Frühjahr geschwächt und ohne neue Blütenansätze weiterwächst, selbst wenn sie den Winter äußerlich übersteht.

Typische Probleme erkennen

Hängende, dunkel verfärbte Blätter deuten meist auf zu viel Wasser hin, blasse, kleine Blätter dagegen auf zu wenig Licht oder Nährstoffe. Weiße, mehlige Beläge auf den Blättern sind ein Hinweis auf Echten Mehltau, der sich bei zu dichtem Stand und hoher Luftfeuchtigkeit um die Blätter ausbreitet und bessere Luftzirkulation braucht. Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite mit Gespinst auf der Unterseite sind ein typisches Zeichen für Spinnmilben, die sich besonders bei trockener Heizungsluft im Winter vermehren, während klebrige Blätter meist auf Blattläuse hindeuten.

Vorbeugen statt bekämpfen

Die meisten Probleme an der Gerbera lassen sich auf einen der beiden Grundfehler zurückführen, die diese Pflanze am wenigsten verträgt: zu dunkler Standort oder zu nasse Wurzeln. Ein regelmäßiger Blick unter die Blätter, guter Luftaustausch durch gelegentliches Lüften und das Entfernen abgestorbener Blätter senken das Risiko für Schädlinge und Pilzbefall deutlich, ohne dass dafür zusätzliche Mittel nötig wären.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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