Weiße Calla mit trichterförmigem Hochblatt

Calla pflegen: Standort, Ruhephase und Vermehrung

Kurzantwort: Callas gehören zur Gattung Zantedeschia aus der Familie der Aronstabgewächse. Die weiße Zimmercalla (Zantedeschia aethiopica) ist eine Sumpfpflanze und braucht viel Wasser, ihre Ruhephase liegt im Sommer. Die farbigen Hybriden bilden Knollen, ruhen im Winter trocken und wollen deutlich weniger Wasser. Alle Pflanzenteile sind giftig.

Die meisten Pflegeprobleme entstehen, weil beide Gruppen gleich behandelt werden. Eine weiße Calla, die im Winter trocken gestellt wird, geht ein. Eine farbige Hybride, die im Winter gegossen wird, fault.

Was wie eine Blüte aussieht, ist außerdem keine. Das trichterförmige weiße oder farbige Gebilde ist ein Hochblatt, botanisch Spatha. Die eigentlichen Blüten sitzen dicht gedrängt am Kolben in der Mitte.

Dieser Text trennt die beiden Gruppen und geht Standort, Wasser, Ruhephase und Vermehrung durch.

Zwei Gruppen, zwei Rhythmen

Zantedeschia aethiopica, die weiße Calla, stammt aus dem südlichen Afrika und wächst dort in feuchten Senken und an Gewässerrändern. Sie bildet ein Rhizom, keine echte Knolle, und zieht ihre Blätter nicht vollständig ein. Ihre Ruhephase liegt in den heißen Sommermonaten.

Die farbigen Hybriden gehen unter anderem auf Zantedeschia rehmannii und Zantedeschia elliottiana zurück. Sie bilden echte Knollen, ziehen im Herbst vollständig ein und überwintern trocken. Ihre Blätter tragen häufig helle Punkte.

Wer nicht sicher ist, welche Pflanze vor ihm steht, achtet auf die Farbe: Rein weiße, große Trichter mit rein grünen Blättern sprechen für Z. aethiopica, gelbe, rosa, orange oder dunkelrote Blüten für eine Hybride.

Standort und Licht

Beide Gruppen wollen hell stehen, aber ohne pralle Mittagssonne hinter Glas. Ein Ost- oder Westfenster passt gut, im Sommer auch ein halbschattiger Platz im Freien.

Die Temperatur während der Wachstumszeit liegt bei 18 bis 22 Grad. Zugluft und kalte Fensterbänke im Winter bekommen der Pflanze schlecht und zeigen sich in gelben Blattspitzen.

Die farbigen Hybriden bilden Knollen, ruhen im Winter trocken und wollen im Sommer weniger Wasser als die weiße Art. Foto: Xosema, CC BY-SA 4.0

Gießen: der entscheidende Unterschied

Die weiße Calla darf während des Wachstums nie austrocknen. Sie verträgt sogar Wasser im Untersetzer, was bei kaum einer anderen Zimmerpflanze gilt. Sinkt die Wassergabe zu weit, rollen sich die Blattränder ein und die Pflanze zieht vorzeitig ein.

Die farbigen Hybriden wollen gleichmäßig feucht, aber nie nass. Ihre Knollen faulen schnell, sobald das Substrat mehrere Tage gesättigt bleibt. Nach dem Gießen wird überschüssiges Wasser abgeschüttet.

Gedüngt wird während der Blüte alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Blühpflanzendünger. Zu viel Stickstoff bringt große Blätter und wenige Blüten.

Die Ruhephase richtig steuern

Bei der weißen Calla folgt die Ruhe auf die Blüte, meist von Juni bis August. Das Gießen wird stark reduziert, die Pflanze steht kühl und hell, vergilbte Blätter werden entfernt. Ab September beginnt die Bewässerung wieder, und die Pflanze treibt für die Winter- und Frühjahrsblüte durch.

Bei den Hybriden beginnt die Ruhe im Herbst. Sobald das Laub gelb wird, wird das Gießen eingestellt. Die Knollen bleiben im trockenen Substrat oder werden herausgenommen, gereinigt und in Sand oder Papier bei zehn bis fünfzehn Grad dunkel gelagert. Ab März kommen sie in frisches Substrat, etwa fünf Zentimeter tief.

Ohne diese Ruhephase blühen beide Gruppen im Folgejahr schlechter oder gar nicht.

Substrat, Topf und Umtopfen

Für die weiße Calla eignet sich humusreiche, leicht lehmige Erde, die Wasser hält. Für die Hybriden wird lockerer gemischt, etwa Blumenerde mit einem Viertel Sand oder Bims.

Umgetopft wird zu Beginn der Wachstumsphase. Der Topf darf nicht zu groß sein: Zu viel Substrat um die Wurzeln bleibt lange nass. Ein Abzugsloch ist bei den Hybriden Pflicht.

Vermehren

Am einfachsten gelingt die Teilung. Beim Umtopfen werden Rhizom oder Knolle mit einem sauberen Messer geteilt, jedes Stück braucht mindestens eine Knospe. Die Schnittflächen trocknen einige Stunden an, bevor sie in die Erde kommen.

Ältere Knollen bilden von selbst Tochterknollen, die sich abnehmen und einzeln topfen lassen. Bis zur ersten Blüte vergehen dann ein bis zwei Jahre.

Giftig — was das bedeutet

Alle Teile von Zantedeschia aethiopica sind leicht giftig und verursachen starke Schleimhautreizungen. Auch die Flüssigkeit, die die Pflanze über die Blattspitzen absondert, ist giftig und kann bei Berührung Hautausschlag und Nesselfieber auslösen.

Für Haushalte mit kleinen Kindern oder Haustieren heißt das: außer Reichweite stellen. Beim Teilen und Umtopfen sind Handschuhe sinnvoll, danach werden die Hände gewaschen.

Typische Schadbilder

Braune, matschige Stellen am Rhizom deuten auf Bakterienfäule. Betroffene Bereiche werden großzügig herausgeschnitten, die Knolle trocknet mehrere Tage an der Luft, und sie kommt in frisches, trockeneres Substrat. Ist mehr als die Hälfte befallen, lohnt die Rettung meist nicht.

Braune, trockene Blattspitzen kommen von zu trockener Raumluft oder von Dünger in zu hoher Konzentration. Bei der weißen Calla ist Wassermangel die häufigste Ursache.

Feine Gespinste an den Blattachseln sind Spinnmilben. Sie treten im Winter über der Heizung auf. Die Pflanze wird gründlich abgebraust, kühler gestellt und die Luftfeuchte erhöht.

Blüten, die grün bleiben sind bei älteren Blüten normal: Das Hochblatt vergrünt zum Ende der Blütezeit. Bleiben schon junge Trichter grünlich, war der Stickstoffanteil im Dünger zu hoch.

Häufige Fragen

Warum blüht meine Calla nicht?

Meist fehlt die Ruhephase, oder die Pflanze steht zu dunkel. Auch zu viel Stickstoffdünger unterdrückt die Blüte.

Warum werden die Blätter gelb?

Beginnt die Ruhephase, ist das normal. Außerhalb dieser Zeit deutet es auf Staunässe oder Kälte hin.

Ist die Calla winterhart?

In den meisten Regionen nicht. In sehr milden Lagen übersteht Z. aethiopica mit dicker Laubabdeckung gelegentlich den Winter im Freien.

Kann ich Callas ins Beet pflanzen?

Ja, von Mitte Mai bis September. Im Herbst kommen sie zurück ins Haus.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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