Kurzantwort: Die erste Mahd steht an, wenn der Rasen im Frühjahr acht bis zehn Zentimeter hoch ist, meist zwischen Mitte März und Mitte April. Die Schnitthöhe liegt für den normalen Gebrauchsrasen bei drei bis vier Zentimetern. Pro Durchgang wird nie mehr als ein Drittel der Halmlänge abgenommen. In Wohngebieten darf werktags von 7 bis 20 Uhr gemäht werden, an Sonn- und Feiertagen gar nicht.
Mähen ist keine Nebensache. Der Schnitt entscheidet darüber, ob sich der Rasen dicht verzweigt oder ob Moos und Kräuter die Lücken übernehmen.
Fast alle typischen Probleme — brauner Rasen nach dem Mähen, ausgefranste Halmspitzen, Moos im Schatten — lassen sich auf drei Ursachen zurückführen: zu tief geschnitten, zu selten gemäht, stumpfes Messer.
Dieser Text geht Termine, Höhen und Rechtslage der Reihe nach durch.
Die erste und die letzte Mahd
Der Startschuss fällt nicht nach Kalender, sondern nach Wuchshöhe. Sobald das Gras acht bis zehn Zentimeter erreicht hat und der Boden abgetrocknet ist, wird das erste Mal gemäht — in den meisten Regionen zwischen Mitte März und Mitte April.
Der erste Schnitt fällt etwas höher aus als die spätere Regelhöhe, etwa auf fünf Zentimeter. Danach wird über zwei bis drei Durchgänge schrittweise auf die Zielhöhe heruntergegangen.
Die letzte Mahd liegt im Oktober oder November, sobald das Wachstum aufhört. Der Rasen geht mit etwa vier bis fünf Zentimetern in den Winter. Zu kurz geschnitten friert er leichter zurück, zu lang legt sich das Gras unter Schnee flach und fault.
Die richtige Schnitthöhe
Zierrasen wird auf zwei bis drei Zentimeter geschnitten. Er sieht gut aus, verträgt aber wenig Belastung und braucht die meiste Pflege.
Gebrauchs- und Spielrasen steht bei drei bis vier Zentimetern. Das ist die richtige Höhe für den normalen Hausgarten.
Schattenrasen bleibt bei fünf bis sechs Zentimetern. Mehr Blattfläche gleicht das geringere Lichtangebot aus.
Kürzer ist nie besser. Zu tiefer Schnitt legt den Boden frei, das Gras verbrennt in der Sonne, und in den Lücken keimen Kräuter und Moos.
Die Ein-Drittel-Regel
Pro Durchgang wird höchstens ein Drittel der Halmlänge entfernt. Bei einer Zielhöhe von vier Zentimetern wird also spätestens bei sechs Zentimetern gemäht.
Der Grund liegt in der Physiologie: Wird zu viel Blattmasse auf einmal genommen, fehlt der Pflanze die Fläche für die Fotosynthese. Sie zehrt von den Reserven in den Wurzeln und braucht Wochen, um sich zu erholen. Genau dieser Zustand zeigt sich als gelblich-brauner Rasen nach einem verspäteten Schnitt.
Praktisch heißt das im Frühjahr und Frühsommer ein bis zwei Mahden pro Woche, im Hochsommer und Herbst deutlich weniger.
Hitze, Trockenheit und Regen
In langen Trockenphasen wird die Schnitthöhe um ein bis zwei Zentimeter angehoben und seltener gemäht. Längere Halme beschatten den Boden, die Verdunstung sinkt.
Gemäht wird nicht in der Mittagshitze, sondern am frühen Abend. Die frisch geschnittenen Halmenden verlieren dann weniger Wasser.
Nasses Gras verstopft das Mähwerk und wird von den Messern eher gerissen als geschnitten. Wer trotzdem mähen muss, arbeitet langsamer und in schmaleren Bahnen.
Scharfe Messer, sauberer Schnitt
Ein stumpfes Messer reißt den Halm auf, statt ihn zu durchtrennen. Die Wundfläche wird größer, die Spitzen trocknen aus und färben sich innerhalb weniger Tage weißlich-braun. Über solche Wunden dringen Pilze leichter ein.
Das Messer eines Rasenmähers wird ein- bis zweimal pro Saison nachgeschärft, bei größeren Flächen häufiger. Sichtprüfung: Zeigen die Halmspitzen am Tag nach dem Mähen ausgefranste helle Enden, ist es Zeit.
Mulchmähen und Schnittgut
Beim Mulchmähen wird das Schnittgut mehrfach zerkleinert und auf der Fläche gelassen. Es zersetzt sich und gibt Nährstoffe zurück, was den Düngebedarf senkt. Voraussetzung ist häufiges Mähen mit kurzem Schnittgut.
Bei zu langem Gras bleibt das Material liegen, verfilzt und fördert Rasenfilz. Dann ist ein Fangkorb die bessere Wahl. Das Schnittgut lässt sich kompostieren, allerdings nur in dünnen Lagen im Wechsel mit gröberem Material, sonst fault es.
Erlaubte Zeiten: was die Verordnung sagt
Für Wohngebiete regelt die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung, die 32. BImSchV, den Betrieb im Freien. In reinen, allgemeinen und besonderen Wohngebieten sowie in Kleinsiedlungs-, Kur- und Klinikgebieten dürfen die dort aufgeführten Geräte an Sonn- und Feiertagen ganztägig nicht betrieben werden, an Werktagen nicht zwischen 20 und 7 Uhr.
Rasenmäher stehen unter Nummer 32 des Anhangs, Heckenscheren unter Nummer 25. Für sie gilt damit das Fenster von 7 bis 20 Uhr an Werktagen, Samstag eingeschlossen.
Strenger ist es bei Freischneidern, Grastrimmern, Laubbläsern und Laubsammlern. Sie dürfen an Werktagen zusätzlich nicht von 7 bis 9, von 13 bis 15 und von 17 bis 20 Uhr laufen, außer sie tragen das europäische Umweltzeichen.
Landesrechtliche Vorschriften und kommunale Regelungen zur Mittags- und Nachtruhe bleiben daneben bestehen. Die örtliche Satzung kann also enger sein als der Bundesrahmen.
Häufige Fragen
Darf ich samstags mähen?
Ja, Samstag ist ein Werktag. Es gilt das Fenster von 7 bis 20 Uhr, sofern die Gemeinde nichts Engeres festgelegt hat.
Wie oft muss ich im Sommer mähen?
Meist einmal pro Woche, in Wachstumsschüben nach Regen auch zweimal.
Hilft Mähen gegen Moos?
Nur indirekt. Moos zeigt Verdichtung, Schatten, sauren Boden oder zu tiefen Schnitt an. An diesen Ursachen wird gearbeitet.
Was ist mit Mährobotern?
Nachts sollten sie stehen. Igel und andere Kleintiere sind dann unterwegs und werden von den Klingen verletzt.
Was mache ich mit dem ersten Schnitt nach dem Winter?
Er enthält viel Filz und altes Material und gehört in die Biotonne oder in dünnen Lagen auf den Kompost, nicht als Mulch auf die Fläche.
Sichel- oder Spindelmäher?
Der Sichelmäher schlägt den Halm ab und ist für den Gebrauchsrasen der Standard. Der Spindelmäher schneidet scherenartig, liefert das sauberste Schnittbild und lohnt bei kurz gehaltenem Zierrasen.
Quellen
- § 7 Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV)
- 32. BImSchV im Volltext mit Anhang
- Rasen – Wikipedia
- Rasenmäher – Wikipedia
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Rasen bei Hitze mähen: Schnitthöhe, Uhrzeit, Ein-Drittel-Regel
- Rasen wässern: wie oft, wie viel und zu welcher Uhrzeit
- Rasen kalken: wann es nötig ist — und wann es schadet
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

