Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Goldmarie ist eine frühe, festkochende Speisekartoffel mit gelbem Fleisch. Sie eignet sich für Salzkartoffeln, Pellkartoffeln und Kartoffelsalat. Im Garten braucht sie einen sonnigen Platz, lockeren Boden und am besten vorgekeimtes Pflanzgut.
Kurzantwort: Goldmarie ist eine frühe Speisekartoffel mit festkochenden Knollen. Man pflanzt sie ab April und erntet je nach Wetter ab Juli oder August.
Kartoffelsorte Goldmarie im Überblick
Die Wikipedia-Liste der Kartoffelsorten führt Goldmarie als frühe Speisesorte. Als Quelle nennt sie die Beschreibende Sortenliste Kartoffel des Bundessortenamts. Damit gehört die Sorte zu den etwa 3.000 Sorten, die die Liste verzeichnet. In Deutschland sind laut Bundeszentrum für Ernährung rund 240 Sorten zugelassen (Stand 2024).
Gartenratgeber und Pflanzgutanbieter beschreiben Goldmarie einheitlich als festkochend mit gelber Schale und gelbem Fleisch. Die Knollen sind langoval. Der Geschmack gilt als fein und leicht buttrig. Diese Angaben stammen aus Sortenbeschreibungen und können je nach Boden und Jahr etwas abweichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Frühe Speisesorte, festkochend, gelbfleischig
- Pflanzzeit ab April bei rund 8 bis 10 Grad Bodentemperatur
- Vorkeimen beschleunigt den langsamen Start
- Lagerung dunkel und kühl bei 7 bis 10 Grad
Eigenschaften: Kochtyp, Geschmack und Verwendung
Das Bundeszentrum für Ernährung unterscheidet drei Kochtypen. Festkochende Kartoffeln haben den geringsten Stärkeanteil. Sie behalten beim Kochen ihre Struktur, die Schale bleibt intakt und die Schnittfläche wirkt glatt und leicht feucht. Genau dieses Verhalten macht Goldmarie für viele Gerichte praktisch.
| Gericht | Eignung von Goldmarie |
|---|---|
| Kartoffelsalat | sehr gut, Scheiben bleiben formstabil |
| Pellkartoffeln | sehr gut, Schale platzt selten |
| Bratkartoffeln | gut, zerfallen nicht in der Pfanne |
| Gratin | gut, Scheiben behalten ihre Form |
| Püree und Klöße | weniger geeignet, dafür sind mehlige Sorten besser |
Frühkartoffeln haben eine noch dünne, unausgereifte Schale. Deshalb halten sie sich nicht so lange wie späte Sorten. Wer eine größere Menge erntet, isst die ersten Knollen am besten zeitnah.
Goldmarie anbauen: Standort und Boden
Kartoffeln lieben Wärme. Goldmarie braucht einen sonnigen Platz mit lockerer, tiefgründiger und humoser Erde. Der Boden soll frisch bleiben, aber gut abfließen, denn Staunässe fördert Fäulnis. Schwere Lehmböden lockert man vorab mit Kompost und Sand auf.
Wichtig ist auch die Fruchtfolge. Kartoffeln sollten nicht jedes Jahr am selben Platz wachsen. Ein Wechsel von drei bis vier Jahren senkt den Krankheitsdruck. Wer sein Gemüse neu plant, findet Hilfe im Beitrag zum Gemüsegarten anlegen.
Pflanzzeit und Vorkeimen bei Goldmarie
Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung keimen Kartoffeln bei Bodentemperaturen von acht bis zehn Grad am besten. Im Feldanbau legen Betriebe die Knollen im April bis Mai. Im Hausgarten passt der April, in milden Lagen auch Ende März. Details liefert der Ratgeber wann Kartoffeln pflanzen.
Goldmarie läuft laut Anbaubeschreibungen eher langsam auf. Vorkeimen gleicht das aus. So geht es Schritt für Schritt:
- Ab Ende Februar bis März die Knollen in flache Kisten legen, Keime nach oben.
- Einen hellen Raum mit etwa zehn bis 15 Grad wählen, ohne direkte Sonne.
- Nach vier bis sechs Wochen sind die Keime kräftig und kurz.
- Beim Pflanzen die Keime nicht abbrechen.
Kurzantwort: Vorgekeimte Goldmarie-Knollen kommen im April fünf bis zehn Zentimeter tief in die Erde. Der Reihenabstand liegt bei etwa 60 Zentimetern.
Pflanzen, Häufeln und Pflege im Beet
Für den Hausgarten haben sich diese Maße bewährt: 30 bis 35 Zentimeter Abstand in der Reihe und rund 60 Zentimeter zwischen den Reihen. Die Knollen liegen fünf bis zehn Zentimeter tief. Auf einem Quadratmeter Beet finden so etwa vier bis sechs Pflanzen Platz.
Sobald das Kraut etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch ist, häufelt man Erde an. Das schützt die Knollen vor Licht und bildet zusätzliche Ansätze. Bei Trockenheit gießt man durchdringend, aber selten. Auch im Hochbeet gedeihen Frühkartoffeln gut, weil sich die Erde dort schneller erwärmt.
Gedüngt wird mit reifem Kompost. Zu viel Stickstoff fördert Kraut auf Kosten der Knollen. Ein Mulch aus Grasschnitt hält den Boden feucht und unterdrückt Unkraut.
Krankheiten und Schädlinge bei Frühkartoffeln
Zu den häufigen Problemen zählen laut Wikipedia die Kraut- und Knollenfäule, der Kartoffelkäfer, Drahtwürmer und Wühlmäuse. Frühe Sorten haben einen Vorteil. Sie sind oft geerntet, bevor die Krautfäule im Spätsommer stark auftritt. Kartoffelkäfer und ihre Larven sammelt man von Hand ab. Weitere Tipps stehen im Beitrag zu Schädlingen im Garten.
Braune Flecken am Kraut deuten auf Krautfäule hin. Befallenes Kraut gehört in den Hausmüll und nicht auf den Kompost. Ein luftiger Stand und Gießen am Boden statt über die Blätter senken das Risiko.
Ernte und Lagerung von Goldmarie
Frühe Sorten wie Goldmarie erntet man je nach Pflanzzeit ab Juli oder August. Das Bundeszentrum für Ernährung nennt für frühe Sorten ohnehin Juli und August als typischen Zeitraum. Reif sind die Knollen, wenn das Kraut vergilbt. Wer Neue Kartoffeln mag, erntet einzelne Pflanzen schon früher.
Für die Lagerung empfiehlt das Bundeszentrum dunkle, kühle, trockene und gut belüftete Räume. Die ideale Temperatur liegt zwischen sieben und zehn Grad. Im Kühlschrank verwandelt sich Stärke in Zucker. Das verändert Geschmack und Textur.
Grüne Stellen und Keime enthalten Solanin. Das Bundeszentrum rät, sie großzügig zu entfernen. Bitter schmeckende oder überwiegend grüne Knollen gehören nicht auf den Teller.
Fruchtfolge und Mischkultur planen
Frühkartoffeln räumen das Beet bereits im Sommer. Danach lässt sich Feldsalat, Grünkohl oder Spinat nachsäen. Welches Gemüse wann in die Erde kommt, zeigt die Übersicht wann welches Gemüse pflanzen. Gute Nachbarn der Kartoffel sind Kohl, Bohnen und Spinat. Tomaten stehen besser woanders, da beide Nachtschattengewächse sind und ähnliche Krankheiten teilen.
Fazit
Goldmarie ist eine handliche Frühkartoffel für den Hausgarten. Sie kocht fest, schmeckt fein und lässt sich früh ernten. Mit Vorkeimen, lockerem Boden und regelmäßigem Häufeln gelingt der Anbau auch Einsteigern.
FAQ – Häufige Fragen
Ist Goldmarie fest- oder mehligkochend?
Goldmarie gilt als festkochende Sorte. Die Knollen behalten beim Garen ihre Form und eignen sich für Kartoffelsalat, Pellkartoffeln und Bratkartoffeln.
Wann wird Goldmarie geerntet?
Als frühe Sorte lässt sich Goldmarie meist ab Juli oder August ernten. Genaue Termine hängen von Pflanzzeit, Wetter und Standort ab.
Wann sollte man Goldmarie pflanzen?
Im April, sobald der Boden frostfrei ist und sich auf etwa acht bis zehn Grad erwärmt hat. Vorgekeimte Knollen dürfen etwas früher in die Erde.
Muss man Goldmarie vorkeimen?
Es ist empfehlenswert. Vorgekeimte Knollen starten schneller, weil die Sorte laut Anbaubeschreibungen langsam aufläuft.
Wie tief pflanzt man Pflanzkartoffeln?
Etwa fünf bis zehn Zentimeter tief, mit den Keimen nach oben. Später häufelt man Erde an den Stängeln an.
Welchen Pflanzabstand braucht Goldmarie?
Üblich sind etwa 30 bis 35 Zentimeter in der Reihe und rund 60 Zentimeter zwischen den Reihen.
Wächst Goldmarie im Hochbeet oder Kübel?
Ja, beides funktioniert. Wichtig sind lockere Erde, gleichmäßige Feuchtigkeit und genug Tiefe für die Knollen.
Wie lagert man Goldmarie richtig?
Dunkel, kühl und trocken bei sieben bis zehn Grad. Der Kühlschrank ist ungeeignet, weil Kälte die Stärke in Zucker umwandelt.
Warum werden Kartoffeln grün?
Bei Lichteinfall bilden Kartoffeln grüne Stellen mit erhöhtem Solaninanteil. Diese Stellen großzügig abschneiden.
Kann man Kartoffeln aus dem Supermarkt als Pflanzgut nutzen?
Das ist nicht ratsam. Zertifiziertes Pflanzgut ist gesund und sortenecht, Speisekartoffeln können Krankheiten übertragen.
Quellen
- Wikipedia: Liste von Kartoffelsorten
- BZfE: Kartoffeln auf dem Acker
- BZfE: Kartoffeln vom Einkauf in die Küche
- Wikipedia: Kartoffel
Ansgar gärtnert seit dreißig Jahren am selben Schrebergarten und schreibt über Gemüse, Obstbäume und den richtigen Schnitt.





