Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Ein Gewächshaus wird am besten in drei Etappen bepflanzt: Ab Februar kommen robuste Vorkulturen wie Salat, Radieschen und Kohlrabi. Ab Anfang bis Mitte Mai folgen wärmeliebende Hauptkulturen wie Tomaten, Gurken und Paprika. Ab September übernehmen kältetolerante Nachkulturen wie Feldsalat, Spinat und Winterportulak. Hohe Pflanzen stehen an den Wänden, niedrige näher am Weg. Wichtig ist genug Abstand, damit sich Pilzkrankheiten nicht ausbreiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Vorkultur ab Februar, Hauptkultur ab Mai, Nachkultur ab September.
- Tomaten und Gurken möglichst nicht direkt nebeneinander setzen.
- Hohe Pflanzen an die Wände, kleine Pflanzen an den Weg.
- Zu dichte Pflanzung fördert Pilzkrankheiten wie Mehltau.
Gewächshaus bepflanzen: der Jahresplan
Ein Gewächshaus bringt nur dann viel Ertrag, wenn es fast das ganze Jahr genutzt wird. Der Ratgeber von Plantura teilt das Jahr in Vorkultur, Hauptkultur und Nachkultur. Hoklartherm ergänzt Temperaturangaben für die Aussaat. Die folgende Übersicht fasst beide zusammen:
| Zeitraum | Kultur | Beispiele |
|---|---|---|
| Januar bis März | Vorkultur | Pflücksalat, Feldsalat, Radieschen, Kohlrabi, Spinat, Kresse |
| April bis Mai | Übergang | Tomaten ab mildem April, Gurken, Kräuter wie Basilikum |
| Mai bis August | Hauptkultur | Tomaten, Gurken, Paprika, Chili, Auberginen, Melonen |
| September bis Oktober | Nachkultur | Feldsalat, Winterportulak, Spinat, Asia-Salate, Herbstrettich |
| Winter | Ruhe oder Wintergemüse | Feldsalat und Portulak unter Vlies |
Laut Hoklartherm gedeihen Wurzelgemüse wie Rettich und Kohlrabi bei 10 bis 25 °C. Kräuter wie Basilikum und Koriander keimen am besten bei 15 bis 20 °C. Frosttoleranter Pflücksalat lässt sich im unbeheizten Gewächshaus sogar schon im Januar säen. Einen Überblick über Aussaattermine im Freien bietet der Aussaatkalender für Gemüse.
Kurzantwort: Salat, Radieschen und Kohlrabi ab Februar, Tomaten, Gurken und Paprika ab Mai, Feldsalat und Winterportulak ab September. So bleibt das Gewächshaus fast ganzjährig belegt.
Pflanzplan: So wird der Platz aufgeteilt
Der Platz im Gewächshaus ist knapp. Eine durchdachte Anordnung verhindert, dass Pflanzen sich gegenseitig beschatten. Plantura empfiehlt eine versetzte Aufteilung:
- Außenwände: hochwachsende Pflanzen wie Tomaten und Gurken an Schnüren oder Stäben.
- Mittlere Reihe: Paprika, Chili und Auberginen.
- Wegrand: Kräuter, Salat und andere niedrige Pflanzen.
- Fuß der Kletterpflanzen: Basilikum, Salat oder Tagetes als Unterpflanzung.
Ein Beispiel für ein kleines Gewächshaus mit zwei Beeten links und rechts vom Mittelweg: Auf die eine Seite kommen vier Tomaten, dazwischen Basilikum. Auf die andere Seite kommen zwei Gurken an der Wand und davor zwei Paprika. Vorne am Weg wachsen Petersilie und Pflücksalat. So sind Tomaten und Gurken durch den Weg getrennt.
Pflanzabstände im Gewächshaus
Zu dichte Pflanzung ist der häufigste Fehler. Die Blätter trocknen dann schlecht ab. Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Braunfäule haben leichtes Spiel. Diese Richtwerte haben sich bewährt:
| Pflanze | Abstand in der Reihe |
|---|---|
| Tomaten | etwa 50 bis 60 cm |
| Gurken | etwa 50 bis 60 cm |
| Paprika und Chili | etwa 40 bis 50 cm |
| Auberginen | etwa 50 bis 60 cm |
| Salat | etwa 25 bis 30 cm |
Bei Mehltau hilft rechtzeitiges Eingreifen. Tipps dazu liefert der Beitrag Mehltau bekämpfen. Für Gurken empfiehlt Hoklartherm außerdem Sorten mit guter Widerstandskraft gegen Echten Mehltau.
Mischkultur: gute und schlechte Nachbarn
Nicht jede Pflanze verträgt jede andere. Tomaten mögen Sonne, eher trockene Luft und Temperaturen unter 30 °C. Gurken brauchen dagegen ein feucht-warmes Klima. Beide unter einem Dach ist möglich. Direkte Nachbarschaft ist aber ungünstig. Bewährte Kombinationen laut Plantura und Hoklartherm:
- Tomate: mit Basilikum, Petersilie, Möhren oder Knoblauch.
- Gurke: mit Buschbohnen, Dill, Erbsen, Fenchel oder Salat.
- Paprika: mit Okra oder Basilikum.
- Aubergine: mit Studentenblumen, also Tagetes.
Knoblauch und Zwiebeln passen gut zwischen Tomaten und Paprika. Neben Gurken sollten sie nicht stehen. Tagetes lockt Nützlinge an und lockert das Beet optisch auf.
Kurzantwort: Tomaten passen zu Basilikum und Petersilie, Gurken zu Dill und Buschbohnen. Tomaten und Gurken sollten wegen des unterschiedlichen Klimabedarfs nicht direkt nebeneinander stehen.
Boden vorbereiten Schritt für Schritt
- Schritt 1: Im März alte Mulchschicht und Pflanzenreste entfernen.
- Schritt 2: Den Boden mit reifem Kompost verbessern.
- Schritt 3: In die Pflanzlöcher der Starkzehrer etwas Hornmehl geben.
- Schritt 4: Nach dem Pflanzen gleichmäßig gießen, Staunässe vermeiden.
- Schritt 5: Regelmäßig lüften und bei starker Sonne schattieren.
Tomaten, Gurken und Paprika sind Starkzehrer. Sie brauchen während der Saison zusätzlichen Dünger. Wie das bei Tomaten gelingt, zeigt der Ratgeber Tomatenpflanzen pflegen. Vor- und Nachkulturen mit anderen Pflanzenfamilien wirken wie eine Erholung für den Boden. Sie verhindern, dass sich Krankheiten im Beet ansammeln.
Typische Fehler beim Bepflanzen
- Zu früh pflanzen, bevor die Nächte mild genug sind.
- Zu viele Pflanzen auf zu wenig Fläche setzen.
- Das Lüften an sonnigen Tagen vergessen, denn unbeheizte Glashäuser heizen sich schnell auf.
- Jedes Jahr dieselbe Pflanze an dieselbe Stelle setzen.
- Im Herbst die Beete leer stehen lassen.
Sinken die Temperaturen im Herbst unter null, schützt Vlies die Nachkulturen. Mit Feldsalat und Winterportulak lässt sich so bis in den Winter hinein ernten.
Fazit
Wer ein Gewächshaus bepflanzen will, denkt in drei Etappen. Vorkultur im Frühjahr, Hauptkultur im Sommer und Nachkultur im Herbst sorgen für Ernte fast das ganze Jahr. Hohe Pflanzen gehören an die Wände, niedrige an den Weg. Ausreichende Abstände und passende Nachbarn beugen Krankheiten vor. Tomaten und Gurken stehen am besten auf getrennten Seiten.
FAQ – Häufige Fragen
Wann wird das Gewächshaus bepflanzt?
Vorkulturen ab Februar, Tomaten, Gurken und Paprika ab Anfang bis Mitte Mai.
Was kommt zuerst ins Gewächshaus?
Robuste Pflanzen wie Pflücksalat, Radieschen, Kohlrabi und Spinat.
Dürfen Tomaten und Gurken zusammen ins Gewächshaus?
Unter ein Dach ja, direkt nebeneinander besser nicht. Sie brauchen unterschiedliches Klima.
Welcher Abstand gilt für Tomaten?
Etwa 50 bis 60 Zentimeter in der Reihe.
Wohin kommen hohe Pflanzen?
An die Außenwände, damit sie niedrige Pflanzen nicht beschatten.
Was passt zu Paprika?
Zum Beispiel Okra, Basilikum sowie Knoblauch oder Zwiebeln.
Was wächst im Herbst im Gewächshaus?
Feldsalat, Winterportulak, Spinat, Asia-Salate und Herbstrettich.
Wie oft sollte gelüftet werden?
An sonnigen Tagen täglich, weil sich das Gewächshaus schnell aufheizt.
Welche Düngung brauchen Starkzehrer?
Kompost vor der Pflanzung, Hornmehl ins Pflanzloch und Nachdüngung in der Saison.
Wie lassen sich Pilzkrankheiten vermeiden?
Mit genug Abstand, gutem Lüften und Gießen direkt an die Wurzel.
Quellen
Ansgar gärtnert seit dreißig Jahren am selben Schrebergarten und schreibt über Gemüse, Obstbäume und den richtigen Schnitt.





