An Stäben hochgebundene Tomatenpflanzen in einem Gemüsebeet

Tomatenpflanzen pflegen: Ausgeizen, Gießen und Düngen

Kurzantwort: Stabtomaten werden von Juni bis September regelmäßig ausgegeizt, indem die Seitentriebe aus den Blattachseln entfernt werden, damit die Pflanze ihre Kraft in Wachstum und Fruchtansatz statt in unnötige Verzweigung steckt. Gegossen wird am Fuß der Pflanze, nie über die Blätter, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Während Blüte und Fruchtbildung braucht die Tomate außerdem wöchentlich Dünger. Buschtomaten und Hängetomaten im Kübel kommen dagegen ohne Ausgeizen aus.

Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsepflanzen im Garten, verlangen im Sommer aber mehr Zuwendung als die meisten anderen Kulturen. Wer sie einfach nur gießt und wachsen lässt, erntet am Ende deutlich weniger als möglich wäre.

Vor allem drei Handgriffe entscheiden über den Ertrag: das regelmäßige Ausgeizen, das richtige Gießen und die passende Düngung zur richtigen Zeit. Alle drei lassen sich mit wenig Aufwand in die wöchentliche Gartenroutine einbauen.

Ausgeizen: was das ist und warum es hilft

Als Ausgeizen wird bei Tomaten das regelmäßige Entfernen der sogenannten Geiztriebe bezeichnet, jener kleinen Seitentriebe, die zwischen dem Haupttrieb und den Blättern aus den Blattachseln wachsen. Je mehr solcher Triebe eine Tomatenpflanze ausbildet, desto mehr Energie und Nährstoffe verbraucht sie für zusätzliches Blattwerk statt für Blüten und Früchte.

Dabei kommt es aber auf den Tomatentyp an: Die meisten im Garten gezogenen Tomaten sind sogenannte Stabtomaten mit einem durchgehend wachsenden Haupttrieb, bei denen regelmäßiges Ausgeizen zum Standardprogramm gehört. Buschtomaten dagegen stellen ihr Wachstum nach etwa vier bis fünf Blüten- und Fruchttrauben von selbst ein und müssen nicht ausgegeizt werden. Auch Hänge- und Balkontomaten im Kübel, die von Natur aus stark verzweigen und einen Großteil ihrer Früchte an den Seitentrieben bilden, kommen ohne diesen Arbeitsschritt aus.

So wird ausgegeizt

Sobald ein Geiztrieb sichtbar wird, wird er möglichst früh entfernt, solange er noch jung und weich ist. Mit den Fingernägeln lässt er sich dann einfach abknipsen oder seitlich aus der Blattachsel herausbrechen, ohne dass ein Werkzeug nötig ist. Von Juni bis in den September hinein sollte die Pflanze etwa wöchentlich kontrolliert werden, weil neue Geiztriebe während der gesamten Wachstumsperiode nachwachsen.

Richtig gießen

Tomaten werden ausschließlich am Fuß der Pflanze gegossen, nie von oben über die Blätter. Bleiben die Blätter durch Beregnung feucht, siedeln sich darauf deutlich leichter Pilzsporen an als auf trockenem Laub. Ebenso wichtig ist eine gleichmäßige Wasserversorgung: Wechseln sich lange Trockenphasen mit starkem Gießen ab, platzen reifende Früchte, weil sie das plötzliche Wasserangebot nicht schnell genug über die Schale ausgleichen können.

Düngen während Blüte und Fruchtbildung

Sobald die ersten Blüten erscheinen, beginnt die Phase des höchsten Nährstoffbedarfs. Etwa einmal wöchentlich profitiert die Pflanze von speziellem Tomatendünger, alternativ von organischen Varianten wie reifem Kompost oder selbst angesetzter Brennnesseljauche. Vor der Blüte wird dagegen zurückhaltender gedüngt, damit die Pflanze zunächst in Wurzeln und einen kräftigen Haupttrieb investiert statt vorschnell in Blattmasse.

Aufbinden und Stützen

Stabtomaten werden regelmäßig an einem Stab, Spiraldraht oder einer Rankhilfe befestigt, damit der schwere, fruchttragende Haupttrieb nicht abknickt. Die Schnur oder der Clip wird locker angebracht, damit der Stängel beim weiteren Dickenwachstum nicht eingeschnürt wird. Wer die Pflanze erst bindet, wenn sie bereits umgeknickt ist, riskiert Verletzungen am Stängel, die wiederum Eintrittspforten für Pilze und Bakterien öffnen.

Vorbeugung gegen Kraut- und Braunfäule

Regelmäßiges Ausgeizen sorgt nicht nur für mehr Ertrag, sondern zählt zusammen mit einer guten Durchlüftung der Pflanze auch zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen gegen die gefürchtete Kraut- und Braunfäule. Eine zu dicht belaubte Tomatenpflanze trocknet nach Regen oder Tau langsamer ab, wodurch der Pilz deutlich bessere Bedingungen zum Eindringen findet. Ein überdachter Standort, etwa unter einem Vordach oder in einem offenen Tomatenhaus, schützt zusätzlich vor Regen, der die Sporen auf die Blätter trägt.

Wie viele Fruchttrauben stehen bleiben

Nicht nur Seitentriebe, auch die Zahl der Fruchttrauben am Haupttrieb beeinflusst den Ertrag. Wächst eine Stabtomate ungebremst weiter, bildet sie über den Sommer deutlich mehr Trauben aus, als in den verbleibenden warmen Wochen noch ausreifen können. Wer die Pflanze rechtzeitig kappt, sobald genug Trauben angesetzt sind, sorgt dafür, dass die vorhandene Kraft der Pflanze gezielt in reife statt in unreif bleibende Früchte fließt.

Ernte und späte Früchte

Gegen Ende der Saison, meist ab August, kappen viele Hobbygärtner zusätzlich die Haupttriebspitze oberhalb der letzten angesetzten Fruchttraube. Dieser als Kopfen bekannte Eingriff lenkt die verbleibende Kraft der Pflanze in die schon vorhandenen Früchte, damit diese vor dem ersten Kälteeinbruch noch ausreifen, statt dass die Pflanze weiter Blüten ansetzt, die ohnehin nicht mehr rechtzeitig zur Reife kommen.

Noch grüne Früchte, die vor dem ersten Frost geerntet werden müssen, reifen anschließend an einem hellen, kühlen Platz im Haus nach, etwa auf der Fensterbank. Ein danebengelegter reifer Apfel beschleunigt diesen Prozess zusätzlich, weil er das Reifegas Ethylen abgibt, auf das auch Tomaten reagieren.

Der richtige Standort im Beet

Tomaten sollten nicht mehrere Jahre hintereinander auf derselben Fläche oder nach anderen Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln stehen. Beide Pflanzenfamilien teilen sich anfällige Krankheiten, darunter die Kraut- und Braunfäule, deren Erreger im Boden überdauern können. Ein Standortwechsel über mehrere Jahre, ein sogenannter Fruchtwechsel, verringert den Krankheitsdruck spürbar, ohne dass zusätzlich behandelt werden muss.

Dazu passt eine weitere einfache Maßnahme: Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt rund um den Stamm hält den Boden gleichmäßig feucht und verhindert, dass beim Gießen Erde auf die unteren Blätter spritzt. Genau über diesen Erdspritzer gelangen Pilzsporen aus dem Boden besonders leicht auf die Pflanze, weshalb eine Mulchschicht neben der Wasserspeicherung auch einen direkten Beitrag zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten leistet.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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