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Kurzantwort: Geranien, botanisch Pelargonien, brauchen für eine reiche Blüte einen vollsonnigen, warmen Platz, am besten mit Südausrichtung. Gegossen wird sparsam und erst, wenn die obere Erdschicht angetrocknet ist – Staunässe vertragen sie schlecht. Als starkzehrende Balkonpflanzen brauchen sie ab etwa drei bis vier Wochen nach dem Einpflanzen regelmäßig Dünger, damit sie den ganzen Sommer über neue Blüten bilden. Verblühtes sollte zudem laufend entfernt werden, um die Blühfreude zusätzlich anzuregen.
Pelargonien stammen ursprünglich aus dem südlichen Afrika und sind an Sonne und gelegentliche Trockenheit angepasst. Im deutschsprachigen Raum werden sie meist unter dem Namen Geranien als Balkon- und Kübelpflanzen verkauft, obwohl sie botanisch nicht mit dem heimischen Storchschnabel (Geranium) verwandt sind.
Wer ihre Herkunft im Kopf behält, versteht auch, warum sie bei der Pflege andere Ansprüche haben als viele heimische Balkonpflanzen. Clara erklärt die wichtigsten Pflegeschritte von der Pflanzung bis zur Dauerblüte im Spätsommer.
Der richtige Standort
Geranien sind Sonnenanbeter und entwickeln ihre volle Blütenpracht nur an einem vollsonnigen, warmen und luftigen Platz. Ein nach Süden oder Südwesten ausgerichteter Balkon ist ideal, denn je mehr Sonnenstunden die Pflanzen bekommen, desto mehr Blütenknospen bilden sie im Laufe der Saison. An schattigeren Standorten fällt die Blüte spürbar spärlicher aus, auch wenn das Laub weiterhin gesund grün bleibt.
Sparsam gießen statt regelmäßig fluten
Die leicht behaarten Blätter der Geranie helfen der Pflanze, sparsam mit Wasser umzugehen, weshalb sie deutlich genügsamer ist als viele andere Balkonblumen. Gegossen wird erst, wenn die obere Erdschicht im Kasten oder Topf spürbar angetrocknet ist, dann aber gründlich, bis Wasser am Boden des Gefäßes austritt. Staunässe im Übertopf oder Untersetzer sollte unbedingt vermieden werden, da sie schnell zu Wurzelfäule führt. Im Zweifel gilt bei Geranien: lieber einmal zu wenig als einmal zu viel gegossen.
Blätter beim Gießen trocken halten
Beim Wässern sollte das Laub möglichst trocken bleiben, da feuchte Blätter anfälliger für Pilzkrankheiten wie Grauschimmel sind. Am besten gießt man deshalb direkt an der Erde, etwa mit einer Gießkanne mit langem Ausguss, statt mit dem Gartenschlauch über die ganze Pflanze zu sprühen. Gerade nach längeren Regenperioden lohnt sich deshalb ein prüfender Blick auf die Blattunterseiten.
Regelmäßig düngen für Dauerblüte
Als starkzehrende Balkonpflanzen verbrauchen Geranien über den Sommer viele Nährstoffe, um laufend neue Blüten zu bilden. Etwa drei bis vier Wochen nach dem Einpflanzen beginnt die reguläre Düngung, entweder mit einem Langzeitdünger, der einmalig ins Substrat eingearbeitet wird, oder mit wöchentlichen Gaben eines Flüssigdüngers im Gießwasser. Ein kaliumbetonter Dünger unterstützt dabei gezielt die Blütenbildung stärker als ein rein stickstoffbetontes Produkt.
Verblühtes regelmäßig entfernen
Welke Blüten und Blütenstände werden am besten von Hand abgebrochen statt mit der Schere geschnitten, da so kein Stumpf zurückbleibt, an dem Fäulnis ansetzen könnte. Dieses sogenannte Ausputzen verhindert, dass die Pflanze Energie in die Samenbildung steckt, und regt stattdessen die Bildung neuer Blütenknospen an.
Substrat und Pflanzgefäß
Ein durchlässiges, nährstoffreiches Blumenerde-Substrat mit guter Drainage am Topfboden, etwa durch eine Schicht Blähton oder Kies, beugt Staunässe von vornherein vor. Pflanzgefäße sollten außerdem Abzugslöcher haben, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann, statt sich am Wurzelballen zu stauen. Wer alte Erde weiterverwendet, sollte sie vorher mit frischem Substrat und etwas Kompost auffrischen.
Hitzeperioden und Reisezeit überbrücken
Dank ihrer Trockenheitstoleranz verzeihen Geranien auch mal ein paar Tage ohne Wasser besser als viele andere Balkonpflanzen, was sie zu einer robusten Wahl für Reisezeiten im Sommer macht. Wer länger verreist, sollte trotzdem für eine Wassergabe kurz vor der Abreise sorgen und die Pflanzen nicht in praller Mittagssonne ganz ohne Betreuung lassen.
Typische Pflegefehler
Der häufigste Fehler ist zu häufiges Gießen nach Zeitplan statt nach dem tatsächlichen Zustand der Erde, was zu Staunässe und Wurzelfäule führt. Ebenso häufig ist ein zu schattiger Standort, der zwar das Laub grün, aber die Blüte spärlich hält – Geranien belohnen vor allem eines zuverlässig: möglichst viel direkte Sonne.
Überwinterung als Kübelpflanze
Geranien sind mehrjährig und lassen sich frostfrei bei etwa fünf bis zehn Grad und wenig Wasser über den Winter bringen, statt sie jedes Jahr neu zu kaufen. Ein heller Kellerraum, ein Treppenhaus oder ein kühles Gästezimmer eignen sich dafür meist besser als ein beheizter Wohnraum, in dem die Pflanzen ohne ausreichend Licht zu lang und schwach wachsen.
Für Balkonkästen eignen sich aufrecht wachsende Stehgeranien, während hängende Hängegeranien mit ihren langen, überhängenden Trieben besonders gut in Ampeln oder an Balkonbrüstungen zur Geltung kommen. Beide Wuchsformen stellen ähnliche Ansprüche an Licht und Wasser, unterscheiden sich aber deutlich im Platzbedarf und in der optischen Wirkung.
Geranien kommen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie, da sie frostempfindlich sind und bereits leichter Nachtfrost die Triebe schädigt. In den ersten Tagen nach dem Auspflanzen sollten sie schrittweise an direkte Sonne gewöhnt werden, falls sie zuvor im geschützten Gewächshaus vorkultiviert wurden, um Verbrennungen an den empfindlichen Blättern zu vermeiden.
In einem Standardbalkonkasten von rund 80 Zentimetern Länge haben etwa vier bis fünf Geranien ausreichend Platz, um sich zu entfalten, ohne sich später gegenseitig zu beschatten. Wer zu dicht pflanzt, riskiert schlechter durchlüftetes Laub und damit eine höhere Anfälligkeit für Pilzkrankheiten im Lauf des Sommers.
Wer im Spätsommer noch einmal kräftig zurückschneidet, regt viele Sorten zu einem zweiten, dichteren Blühschub im frühen Herbst an, bevor die Temperaturen für eine Blüte im Freien zu weit absinken.
Bei sehr heißen, windigen Balkonlagen kann zusätzliches Gießen am frühen Morgen nötig werden, damit die Pflanzen über den Tag hinweg nicht welken, auch wenn Geranien grundsätzlich als trockenheitstolerant gelten.
Auch alte, verholzte Pflanzen aus dem Vorjahr lassen sich im Frühjahr vor dem erneuten Austrieb kräftig zurückschneiden, um wieder einen kompakten, buschigen Wuchs für die neue Saison zu erreichen, statt auf lange, kahle Triebe von unten warten zu müssen.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







