Dreimasterblume mit bunt gestreiften, violett gerandeten Blättern als Bodendecker

Dreimasterblume pflegen: Standort, Gießen und Rückschnitt

Kurzantwort: Die Dreimasterblume (Tradescantia) bevorzugt einen hellen Standort mit viel indirektem Licht; buntblättrige Sorten vertragen kaum pralle Sonne, grünblättrige auch etwas Halbschatten. Gegossen wird erst, wenn die obere Erdschicht knapp einen Zentimeter tief angetrocknet ist, meist ein- bis zweimal pro Woche im Sommer und deutlich seltener im Winter. Während der Wachstumszeit von Frühling bis Sommer wird alle zwei Wochen mit Flüssigdünger versorgt, im Winter bleibt die Düngung ganz aus.

Die Dreimasterblumen, botanisch Tradescantia, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Commelinagewächse und verdanken ihren deutschen Namen der dreieckigen Blütenform, die an einen Dreispitz erinnert. Als Zimmerpflanzen sind vor allem Arten mit bunt gestreiften oder violett gefärbten Blättern beliebt, die in Ampeln oder auf Fensterbänken schnell lange, herabhängende Triebe bilden.

Gerade weil sie so anspruchslos gilt, wird die Dreimasterblume gerne unterschätzt und landet zu dunkel oder zu nass am falschen Platz. Clara stellt die wichtigsten Pflegeschritte vor, damit die Blätter ihre Farbe und die Pflanze ihre kompakte Form behält.

Der richtige Standort

Tradescantia gedeiht am besten an einem hellen Platz mit reichlich indirektem Sonnenlicht. Buntblättrige Sorten mit weißen, rosa oder violetten Streifen brauchen besonders viel Helligkeit, um ihre Zeichnung zu behalten, sollten aber nicht in der prallen Mittagssonne stehen, da die Blätter sonst verbrennen können. Rein grünblättrige Arten kommen auch mit einem halbschattigen Platz zurecht, wachsen dort aber tendenziell langsamer und weniger kompakt.

Gießrhythmus: mäßig, aber gleichmäßig

Die Faustregel beim Gießen lautet, erst dann zu wässern, wenn die oberste Erdschicht rund einen Zentimeter tief angetrocknet ist. Im Sommer ist das häufig alle vier bis sieben Tage der Fall, im Winter reichen oft schon zehn bis vierzehn Tage zwischen den Wassergaben. Die fleischigen Blätter speichern etwas Feuchtigkeit, weshalb die Pflanze kurze trockene Phasen besser verkraftet als dauerhafte Staunässe. Kalkarmes, zimmerwarmes Wasser wird von der Pflanze zudem besser vertragen als kaltes Leitungswasser direkt aus dem Hahn.

Staunässe konsequent vermeiden

Überschüssiges Gießwasser sollte nach spätestens 20 Minuten aus Übertopf oder Untersetzer entfernt werden, da stehendes Wasser an den Wurzeln schnell zu Fäulnis führt. Ein durchlässiges Substrat mit einer Drainageschicht aus Blähton am Topfboden beugt diesem Problem von vornherein vor.

Luftfeuchtigkeit erhöht die Vitalität

Tradescantia stammt ursprünglich aus feuchtwarmen Regionen Mittel- und Südamerikas und honoriert eine höhere Luftfeuchtigkeit mit kräftigerem Wachstum. Regelmäßiges Besprühen der Blätter mit kalkarmem Wasser oder ein Platz in der Nähe anderer Zimmerpflanzen, die gemeinsam für ein feuchteres Mikroklima sorgen, kommt der Pflanze deshalb zugute. In sehr trockener Heizungsluft im Winter neigen die Blattspitzen sonst leicht zum Vertrocknen.

Düngen während der Wachstumszeit

Von Frühling bis Sommer, also während der aktiven Wachstumsphase, wird die Dreimasterblume etwa alle vierzehn Tage mit einem handelsüblichen Flüssigdünger für Zimmerpflanzen versorgt. Im Winter dagegen befindet sich die Pflanze in einer Ruhephase und sollte in dieser Zeit gar nicht gedüngt werden, da überschüssige Nährstoffe im Substrat sonst zu Wurzelschäden führen können.

Rückschnitt gegen Vergreisung

Mit der Zeit neigen die Triebe der Tradescantia dazu, an der Basis zu verkahlen, während sich das frische Wachstum nur noch an den Triebspitzen zeigt. Ein regelmäßiger Rückschnitt der langen Triebe um etwa ein Drittel regt die Pflanze zur Verzweigung von unten an und hält sie so dauerhaft buschig und kompakt. Ohne diesen Rückschnitt wirkt die Pflanze nach ein bis zwei Jahren häufig kahl an der Basis und nur noch an den Enden belaubt.

Vermehrung über Stecklinge

Die beim Rückschnitt anfallenden Triebstücke lassen sich unkompliziert als Stecklinge weiterverwenden: In ein Glas Wasser gestellt, bilden sie meist innerhalb weniger Wochen eigene Wurzeln und können anschließend in Erde gepflanzt werden. So entstehen aus einer einzigen Pflanze mit wenig Aufwand mehrere neue Exemplare, mit denen sich auch dünn gewordene ältere Töpfe wieder auffüllen lassen.

Typische Pflegefehler

Zu wenig Licht ist der häufigste Grund, warum buntblättrige Sorten ihre Zeichnung verlieren und wieder rein grün nachwachsen. Der zweithäufigste Fehler ist zu häufiges Gießen nach starrem Zeitplan statt nach dem tatsächlichen Zustand der Erde, was langfristig zu Wurzelfäule führt.

Der Pflanzensaft der Tradescantia kann bei empfindlichen Haustieren, insbesondere Katzen, zu Hautreizungen oder Unwohlsein führen, wenn größere Mengen abgeknabbert werden. Ein Standort außerhalb der Reichweite neugieriger Vierbeiner beugt diesem Risiko am zuverlässigsten vor, ohne dass auf die pflegeleichte Zimmerpflanze verzichtet werden muss.

Umtopfen bei Bedarf

Wächst die Dreimasterblume ihrem Topf sichtbar über den Rand hinaus oder wurzelt sie stark durch die Drainageöffnung, ist es Zeit für ein größeres Gefäß. Am besten wird im zeitigen Frühjahr umgetopft, kurz bevor die Wachstumsphase beginnt, mit frischem, durchlässigem Substrat und einer neuen Drainageschicht am Topfboden. Ein zu großer Sprung in der Topfgröße sollte dabei vermieden werden, da überschüssiges, ungenutztes Substrat Staunässe begünstigt.

In den Wintermonaten bevorzugt die Dreimasterblume einen etwas kühleren, aber weiterhin hellen Standort bei Temperaturen um 15 Grad, an dem sie ihre Wachstumspause einlegen kann. Ein zu warmer, dunkler Winterstandort, etwa direkt über der Heizung, führt oft zu dünnen, vergeilten Trieben, die im Frühjahr zurückgeschnitten werden müssen, bevor die Pflanze wieder in ihre normale Wuchsform findet.

Neben den klassischen Ampelarten gibt es auch kompaktere, rosettenartig wachsende Tradescantia-Arten wie die filzig behaarte Tradescantia sillamontana, die sich eher für sonnige Fensterbänke als für schattigere Ecken eignen. Wer den passenden Standort im eigenen Zuhause kennt, kann so gezielt die dazu passende Art auswählen, statt eine Universalsorte an einen ungeeigneten Platz zu stellen.

Wer diese wenigen Grundregeln beachtet, hat mit der Dreimasterblume über Jahre eine pflegeleichte und dabei dekorative Zimmerpflanze, die sich zudem leicht mit anderen Gärtnerinnen und Gärtnern teilen lässt.

Selbst wer die Pflanze über Jahre hinweg vernachlässigt und stark zurückgeschnitten hat, kann sie über einen kräftigen Rückschnitt und etwas Geduld meist problemlos wieder zu einer dichten, vollen Form zurückführen.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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