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Garten-Yucca-Palme: Welche Palmlilie im Beet winterhart ist

Kurzantwort: Die Yucca ist keine Palme, sie gehört zu den Spargelgewächsen. Für den Garten eignen sich die winterharten Arten: die Fädige Palmlilie (Yucca filamentosa) verträgt minus 15 bis minus 20 Grad, die Kerzen-Palmlilie (Yucca gloriosa) an trockenem Standort unter minus 15 Grad. Die Zimmer-Yucca (Yucca elephantipes) stammt aus dem Süden Mexikos und erfriert im Freien. Alle brauchen volle Sonne und durchlässigen Boden, Winternässe ist ihr größter Feind.

Die Yucca-Palme steht in vielen Wohnzimmern, und irgendwann kommt die Frage: Kann die nicht raus in den Garten? Die Antwort hängt davon ab, welche Yucca du hast. Es gibt Arten, die in Deutschland seit Jahrzehnten im Beet überwintern, und Arten, die beim ersten Frost sterben.

Der Name führt in die Irre. Yuccas sind keine Palmen, auch wenn Stamm und Blattschopf so aussehen. Sie sind Verwandte von Agave und Spargel.

Hier steht, welche Arten in den Garten dürfen, wie du sie pflanzt, was sie im Jahr brauchen und wie sie durch den Winter kommen.

Yucca ist keine Palme

Die Gattung Yucca, deutsch Palmlilie, umfasst etwa 50 Arten. Sie stammen aus den trockenen Gebieten Mexikos und der USA, einige reichen bis nach Kanada. Botanisch gehören sie zu den Spargelgewächsen, Unterfamilie Agavengewächse.

Eine Besonderheit ist die Bestäubung. Yuccas sind auf die Weibchen der Yucca-Motten angewiesen, die den Pollen aktiv in die Blüte tragen und dort ihre Eier ablegen. Diese Motten gibt es in Europa nicht. Eine Garten-Yucca blüht hier zwar, setzt aber ohne Handbestäubung keine Samen an. Vermehrt wird sie über Ausläufer und Teilung.

Diese Arten überstehen den Winter

Die Fädige Palmlilie (Yucca filamentosa) ist die Standardart für deutsche Gärten. Sie bleibt stammlos und bildet Rosetten aus 20 bis 60 Zentimeter langen Blättern, an deren Rändern sich feine Fäden lösen, daher der Name. Im Juni und Juli schiebt sie einen 2 bis 3 Meter hohen Blütenstand mit weißen Glocken. Sie ist frosthart bis minus 15 Grad, teilweise werden minus 20 Grad genannt. Die meisten Gartenformen wie ‚Atlanta‘ oder ‚Glockenbusch‘ sind Hybriden.

Die Kerzen-Palmlilie (Yucca gloriosa) bildet mit den Jahren einen Stamm und wird 0,5 bis 2,5 Meter hoch. Sie blüht im Herbst. An trockenem Standort übersteht sie Temperaturen unter minus 15 Grad; in Mannheim gelten 25 Jahre alte Pflanzen als winterhart. Bei nassem Boden fault sie.

Ebenfalls frosthart sind die Blaugrüne Palmlilie (Yucca glauca) und Yucca rostrata mit ihrem blauen Blattschopf auf einem Stamm. Beide brauchen noch trockenere Bedingungen als die Fädige Palmlilie.

Die Zimmer-Yucca (Yucca elephantipes) kommt aus dem Südosten Mexikos. Sie ist subtropisch und verträgt keinen Frost. Sie darf im Kübel den Sommer draußen verbringen und muss ab Herbst hell und kühl ins Haus.

Standort und Pflanzung

Yuccas wollen volle Sonne. Ein Platz an der Südwand, auf einem Hang oder im Kiesbeet ist ideal. Im Schatten bleiben sie schmal und blühen nicht.

Der Boden muss Wasser ableiten. Bei Lehm hebst du ein Loch von 50 Zentimetern Tiefe aus und mischst den Aushub zur Hälfte mit Sand oder Splitt. Auf den Grund kommt eine Drainageschicht aus Kies. Ein Hochbeet oder ein leichter Hügel erfüllt denselben Zweck.

Pflanze im Frühjahr, ab April. Dann hat die Yucca einen ganzen Sommer, um Wurzeln zu bilden, bevor der erste Winter kommt. Herbstpflanzungen gehen bei Nässe oft verloren. Halte zu Wegen einen Meter Abstand, die Blattspitzen sind hart und spitz.

Pflege im Jahresverlauf

Gießen musst du nur in den ersten Wochen nach der Pflanzung. Eingewachsene Yuccas kommen mit dem Regen aus, auch in trockenen Sommern. Dünger brauchen sie kaum; eine Handvoll Kompost im Frühjahr reicht. Zu viel Stickstoff macht die Blätter weich und die Pflanze frostempfindlicher.

Gute Nachbarn im Beet sind Pflanzen mit denselben Ansprüchen: Fetthenne, Lavendel, Blauschwingel, Palmlilien-Verwandte wie Agaven im Kübel. Alles, was Nässe liebt, gehört woandershin.

Nach der Blüte schneidest du den Blütenstand am Grund ab. Abgestorbene untere Blätter ziehst du im Frühjahr weg oder schneidest sie mit der Schere, mit Handschuhen wegen der Spitzen.

Wird die Pflanze zu groß, teilst du sie im Frühjahr. Seitliche Rosetten lassen sich mit einem Stück Wurzel abstechen und neu setzen. So kommst du an neue Pflanzen, ohne auf Samen zu warten.

Winterschutz

Nässe schadet der Yucca mehr als Kälte. Der wichtigste Schutz ist deshalb der Standort mit Abfluss. Bei jungen Pflanzen bindest du im Spätherbst die Blätter locker zusammen, damit kein Wasser im Herz steht, und legst Reisig um den Fuß.

Folie oder dichtes Vlies über der ganzen Pflanze sind ein Fehler, darunter staut sich Feuchtigkeit. Kübelpflanzen stellst du an die Hauswand, packst den Topf in Jute oder Noppenfolie und stellst ihn auf Holz, damit er nicht am Boden festfriert.

Häufige Fragen

Kann ich meine Zimmer-Yucca in den Garten pflanzen?

Nein, Yucca elephantipes erfriert. Sie darf im Kübel den Sommer draußen verbringen und muss vor dem ersten Frost ins Haus.

Welche Yucca ist am besten winterhart?

Die Fädige Palmlilie (Yucca filamentosa) mit minus 15 bis minus 20 Grad. Voraussetzung ist ein durchlässiger, trockener Boden.

Wann blüht die Garten-Yucca?

Yucca filamentosa im Juni und Juli, Yucca gloriosa im Herbst. Junge Pflanzen brauchen oft mehrere Jahre bis zur ersten Blüte.

Warum bildet meine Yucca keine Samen?

Weil die Yucca-Motte fehlt, die in der Heimat die Bestäubung übernimmt. Ohne Handbestäubung bleiben die Fruchtstände leer.

Wie schnell wächst eine Yucca im Garten?

Langsam. Die Fädige Palmlilie bleibt stammlos und verbreitert sich über Ausläufer, die Kerzen-Palmlilie braucht mehrere Jahre, bis ein Stamm sichtbar wird.

Muss ich die Yucca im Winter abdecken?

Eingewachsene Pflanzen an trockenem Standort nicht. Jungpflanzen bekommen Reisig um den Fuß und zusammengebundene Blätter gegen Nässe im Herz.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.

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