Blau blühende Vergissmeinnicht in einem Beet

Vergissmeinnicht: Arten, Standort und Aussaat im Beet

Kurzantwort: Vergissmeinnicht sind Arten der Gattung Myosotis aus der Familie der Raublattgewächse. Im Garten steht meist das Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica). Es wird von Mai bis Juli 15 bis 45 Zentimeter hoch, mag frischen Boden im Halbschatten und wird zwischen Mai und Juli für die Blüte im Folgejahr ausgesät.

Kaum eine andere Gartenpflanze macht so wenig Arbeit. Einmal angesiedelt, hält sich das Vergissmeinnicht über Selbstaussaat und taucht Jahr für Jahr an leicht verschobenen Stellen wieder auf.

Die Blüte ist anfangs rötlich violett und wechselt später ins Himmelblau. Der gelbe Ring im Schlund weist bestäubenden Insekten den Weg zum Nektar.

Dieser Text stellt die drei Arten vor, die im Garten eine Rolle spielen, und beschreibt Aussaat, Standort und Pflege.

Drei Arten, drei Standorte

Das Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) ist die Gartenform. Es wächst zweijährig bis ausdauernd, wird 15 bis 45 Zentimeter hoch und blüht von Mai bis Juli. Ursprünglich kommt es in Europa, im Kaukasusraum und in Teilen Asiens vor; in Deutschland ist es vor allem im Süden häufig und steigt bis auf 1.860 Meter.

Das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) gehört an den Teichrand. Es verträgt dauerhaft nassen Boden und flaches Wasser, wächst über Ausläufer und bildet mit den Jahren dichte Bestände.

Das Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis) ist die unscheinbarste der drei. Es taucht auf offenen Bodenstellen und in Ackerrandstreifen auf, blüht kleiner und blasser und wird selten gezielt gepflanzt.

Blüten des Sumpf-Vergissmeinnichts aus der Nähe
Das Sumpf-Vergissmeinnicht wächst am Teichrand und verträgt dauerhaft nassen Boden. Foto: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0

Der richtige Standort

Das Wald-Vergissmeinnicht will halbschattig bis licht schattig stehen, in frischem, humosem und durchlässigem Boden. Unter lichten Gehölzen, an der Nordseite einer Hecke oder im Halbschatten einer Mauer fühlt es sich wohl.

Vollsonnige, trockene Lagen bekommen ihm schlecht. Dort bleibt es klein, blüht kurz und bekommt in trockenen Frühjahren regelmäßig Echten Mehltau, der sich als weißer, abwischbarer Belag auf den Blättern zeigt.

Staunässe verträgt es dagegen genauso wenig. Schwere Böden werden vor der Pflanzung mit Kompost und etwas Sand aufgelockert.

Aussaat: der Termin entscheidet über die Blüte

Ausgesät wird zwischen Mai und Juli, also ein Jahr vor der gewünschten Blüte. Die Pflanze bildet im ersten Jahr eine Blattrosette, überwintert in diesem Zustand und blüht im zweiten Frühjahr.

Das Saatgut wird nur dünn mit Erde bedeckt und gleichmäßig feucht gehalten. Bei 15 bis 18 Grad keimen die Samen in zwei bis drei Wochen. Ab August werden die Jungpflanzen auf 20 bis 25 Zentimeter Abstand an ihren endgültigen Platz gesetzt.

Wer im ersten Jahr nicht warten will, kauft im Herbst oder zeitigen Frühjahr vorgezogene Pflanzen. Sie stehen in fast jeder Gärtnerei zusammen mit Stiefmütterchen und Tulpenzwiebeln.

Die klassische Kombination mit Tulpen

Vergissmeinnicht und Tulpen blühen zur selben Zeit. Der blaue Teppich verdeckt die kahlen Tulpenstiele, und die Farbkombination aus Blau und Rot, Gelb oder Weiß ist seit Generationen in Bauern- und Klostergärten zu sehen.

Praktisch ist auch der zweite Effekt: Wenn die Tulpenblätter im Juni einziehen und unschön werden, hat das Vergissmeinnicht die Fläche längst geschlossen.

Pflege über das Jahr

Gegossen wird nur in längeren Trockenphasen. Gedüngt wird gar nicht, eine Kompostgabe im Frühjahr reicht vollkommen aus.

Nach der Blüte im Juni oder Juli stellt sich die Frage, ob die Pflanzen stehen bleiben. Wer Selbstaussaat will, lässt sie bis zur Fruchtreife stehen; die Klausenfrüchte reifen von Juni bis August. Wer die Fläche für Sommerblumen braucht, zieht die Pflanzen heraus und schüttelt sie über dem Beet aus.

Selbstaussaat kann üppig ausfallen. Im Folgejahr wird ausgedünnt, statt alles stehen zu lassen — zu dichte Bestände fördern Mehltau.

Wert für Insekten

Die Blüten liefern Nektar und Pollen zu einer Zeit, in der das Angebot im Garten noch schmal ist. Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge nutzen sie regelmäßig.

Die Pollenkörner des Wald-Vergissmeinnichts gehören mit rund 0,005 Millimetern Durchmesser zu den kleinsten der heimischen Flora. Die Bestäubung gelingt trotzdem zuverlässig, weil zusätzlich Selbstbestäubung möglich ist.

Vergissmeinnicht am Teich pflanzen

Das Sumpf-Vergissmeinnicht gehört in die Flachwasser- oder Sumpfzone, also in null bis zehn Zentimeter Wassertiefe. Gepflanzt wird zwischen April und Juni, am besten in einen Pflanzkorb mit magerem, lehmigem Substrat. Nährstoffreiche Blumenerde treibt im Teich die Algen an und wird deshalb vermieden.

Über kriechende Ausläufer schließt die Art in zwei bis drei Jahren größere Flächen. Wo das zu weit geht, wird im Frühjahr ein Teil der Horste ausgestochen. Am Ufer erfüllt sie zugleich eine praktische Aufgabe: Ihre Wurzeln halten lockeres Substrat an der Böschung fest.

Für Amphibien und Libellen ist ein bewachsener Uferstreifen wertvoller als eine saubere Kante. Junge Frösche verlassen das Wasser über solche Zonen und finden dort Deckung.

Häufige Fragen

Ist Vergissmeinnicht ein- oder mehrjährig?

Das Wald-Vergissmeinnicht ist zweijährig bis ausdauernd. Im Garten verhält es sich meist zweijährig und erhält sich über Selbstaussaat.

Warum bekommt meine Pflanze weißen Belag?

Das ist Echter Mehltau. Er tritt bei Trockenstress und zu dichtem Stand auf. Betroffene Pflanzen werden entfernt, der Bestand im nächsten Jahr weiter gestellt.

Kann ich Vergissmeinnicht im Topf halten?

Ja, in Balkonkästen zusammen mit Zwiebelblumen. Das Substrat darf nie ganz austrocknen.

Ist die Pflanze giftig?

Für den Garten gilt sie als unbedenklich. Verzehrt wird sie trotzdem nicht, da Raublattgewächse Pyrrolizidinalkaloide enthalten können.

Womit kombiniere ich Vergissmeinnicht am besten?

Mit Tulpen, Narzissen, Vergissmeinnicht-Sorten in Weiß und Rosa, Goldlack oder Stiefmütterchen. Im Halbschatten passen Funkien und Farne, die später übernehmen, wenn die Blüte durch ist.

Wie werde ich zu viel Selbstaussaat wieder los?

Die Jungpflanzen lassen sich im Herbst mit der Hand aus feuchtem Boden ziehen. Wichtig ist, vor der Fruchtreife einzugreifen.

Wie unterscheide ich die Arten im Garten?

Am Standort: Was am Teichrand im nassen Boden steht, ist meist das Sumpf-Vergissmeinnicht. Was im Beet blüht und im zweiten Jahr verschwindet, ist das Wald-Vergissmeinnicht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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