Inhalt
Titelbild: „lemon kush day 25“ von eggrole · CC BY 2.0 · via Flickr · zugeschnitten
Kurzantwort: Der Zitronenbaum steht von Mai bis Oktober draußen in voller Sonne und überwintert hell bei fünf bis zehn Grad. Gegossen wird erst, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Gelbe Blätter sind fast immer ein Zeichen für zu viel Wasser oder zu wenig Licht.
Zitronenbäume gelten als heikel. Tatsächlich scheitern die meisten an zwei Punkten: falsches Gießen und ein zu warmes Winterquartier.
Beides lässt sich abstellen. Der Rest der Pflege ist unkompliziert.
Der Standort im Sommer
Von Mai bis Oktober steht der Zitronenbaum draußen an einem vollsonnigen, windgeschützten Platz.
Er wird langsam an die Sonne gewöhnt, sonst gibt es Verbrennungen an den Blättern. Zwei Wochen im Halbschatten reichen als Übergang.
Vor Mitte Mai darf er nicht raus. Temperaturen unter fünf Grad schaden ihm.
Gießen

Gegossen wird erst, wenn die obere Erdschicht von zwei bis drei Zentimetern abgetrocknet ist. Die Fingerprobe genügt.
Im Hochsommer kann das täglich sein, im Winter alle zwei bis drei Wochen. Ein fester Rhythmus funktioniert nicht.
Überschüssiges Wasser wird nach zwanzig Minuten aus dem Untersetzer entfernt. Staunässe ist die häufigste Todesursache.
Gelbe Blätter deuten
Gleichmäßig gelbe Blätter deuten auf Staunässe oder Wurzelfäule hin. Der Ballen wird dann kontrolliert.
Gelbe Blätter mit grünen Blattadern zeigen Eisenmangel, meist durch zu kalkhaltiges Gießwasser. Ein Spezialdünger hilft.
Gelbe Blätter im Winter bei warmem Standort bedeuten Lichtmangel. Die Pflanze muss kühler oder heller stehen.
Das richtige Substrat
Zitrusbäume brauchen ein durchlässiges, leicht saures Substrat. Spezielle Zitruserde hat den passenden pH-Wert.
Normale Blumenerde speichert zu viel Wasser. Sie wird mit einem Drittel Sand oder Blähton gemischt.
Eine Drainageschicht am Topfboden ist Pflicht. Der Topf braucht ein ausreichend großes Abzugsloch.
Düngen
Von März bis September wird alle zwei Wochen mit Zitrusdünger gedüngt. Er enthält mehr Stickstoff und Eisen als normaler Blumendünger.
Im Winter wird nicht gedüngt. Die Pflanze wächst kaum.
Ein Zitronenbaum trägt Blüten und Früchte gleichzeitig und hat deshalb einen hohen Nährstoffbedarf in der Wachstumszeit.
Überwintern

Das ideale Winterquartier ist hell und kühl bei fünf bis zehn Grad. Ein unbeheizter Wintergarten, ein Treppenhaus oder eine Garage mit Fenster passen.
Im warmen Wohnzimmer verliert die Pflanze Blätter, weil Licht und Temperatur nicht zusammenpassen. Bei 20 Grad bräuchte sie viel mehr Licht, als im Winter zur Verfügung steht.
Je kühler es ist, desto weniger wird gegossen. Der Ballen darf aber nie ganz austrocknen.
Schneiden
Geschnitten wird im Frühjahr vor dem Ausräumen. Zu lange, kahle Triebe werden eingekürzt, nach innen wachsende entfernt.
Der Zitronenbaum verträgt Rückschnitt gut und treibt zuverlässig wieder aus.
Wassertriebe, die senkrecht aus dem Stamm wachsen, werden entfernt. Sie tragen keine Früchte.
Blüten und Früchte

Von der Blüte bis zur reifen Frucht vergehen sechs bis neun Monate. Deshalb hängen oft Blüten und Früchte gleichzeitig am Baum.
Im Zimmer bestäubt niemand die Blüten. Ein Pinsel, mit dem man von Blüte zu Blüte tupft, übernimmt das.
Trägt der Baum sehr viele kleine Früchte, werden einige entfernt. Die verbleibenden werden dann größer.
Umtopfen
Alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr wird umgetopft, in einen nur wenig größeren Topf.
Zu große Töpfe halten zu viel Wasser. Das erhöht das Risiko für Wurzelfäule.
Beim Umtopfen werden faule Wurzeln entfernt und der Ballen leicht aufgelockert.
Schädlinge
Schild- und Wollläuse sind im Winterquartier häufig. Sie sitzen an Blattachseln und Trieben und hinterlassen klebrige Rückstände.
Bei geringem Befall reicht Abwischen mit einem in Spiritus getränkten Tuch. Bei starkem Befall hilft ein Öl-Präparat.
Spinnmilben treten bei trockener Heizungsluft auf. Ein kühleres Quartier ist die beste Vorbeugung.
Häufige Fragen
Warum bekommt mein Zitronenbaum gelbe Blätter?
Meist Staunässe, Eisenmangel durch kalkhaltiges Wasser oder ein zu warmes, dunkles Winterquartier.
Wie überwintere ich einen Zitronenbaum?
Hell bei fünf bis zehn Grad, wenig gießen, nicht düngen. Ein warmes Wohnzimmer ist der falsche Platz.
Wann darf er nach draußen?
Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Er wird langsam an die Sonne gewöhnt.
Wie oft muss ich gießen?
Wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Im Sommer oft täglich, im Winter alle zwei bis drei Wochen.
Wann schneide ich den Baum?
Im Frühjahr vor dem Ausräumen. Er verträgt Rückschnitt gut.
Warum fallen die Früchte ab?
Meist Wassermangel, Zugluft oder ein Standortwechsel. Der Baum reagiert empfindlich auf Veränderungen.
Zitrone, Orange oder Kumquat
Alle Zitrusarten haben ähnliche Ansprüche: viel Licht, durchlässiges Substrat, kühle Überwinterung.
Orangen und Mandarinen vertragen etwas mehr Kälte als Zitronen. Limetten sind am empfindlichsten und brauchen mindestens zehn Grad im Winter.
Kumquats bleiben kleiner und eignen sich gut für Wohnungen mit begrenztem Platz. Ihre Früchte werden mit Schale gegessen.
Wie alt ein Zitronenbaum wird
Im Kübel gepflegt erreicht ein Zitronenbaum leicht dreißig bis fünfzig Jahre. Er ist damit eine Anschaffung für Jahrzehnte.
Entscheidend ist die Winterruhe. Bäume, die jahrelang zu warm überwintert werden, schwächen sich zunehmend und sterben früher.
Ein gesunder Baum trägt ab dem dritten bis fünften Jahr regelmäßig Früchte.
Der Umzug ins Winterquartier
Eingeräumt wird, bevor die Temperaturen nachts unter fünf Grad fallen, meist Mitte bis Ende Oktober.
Vor dem Einräumen wird die Pflanze auf Schädlinge kontrolliert. Im warmen Quartier vermehren sie sich sonst ungestört.
Der Wechsel sollte nicht abrupt sein. Ein paar Tage an einem geschützten, schattigen Platz erleichtern die Umstellung.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Geldbaum pflegen: Standort, Gießen und Überwintern
- Drachenbaum pflegen: Standort, Gießen und Schneiden
- Olivenbaum pflegen: Standort, Wasser und Überwintern
Von Henrik, Redaktion spatenfreunde.de.

Henrik hat einen kleinen Stadtgarten und einen großen Balkon. Er schreibt über Hochbeete, Töpfe und Pflanzen für wenig Platz.







