Geldbaum mit dicken, glänzenden Blättern im Topf

Geldbaum pflegen: Standort, Gießen und Überwintern

Kurzantwort: Der Geldbaum (Crassula ovata) will einen sehr hellen Platz, mineralisches, durchlässiges Substrat und wenig Wasser. Gegossen wird erst, wenn der Ballen vollständig abgetrocknet ist. Von Oktober bis März steht die Pflanze kühl bei etwa 10 bis 15 Grad und wird kaum gegossen — diese Winterruhe ist die Voraussetzung für die Blüte.

Der Geldbaum gehört zu den Dickblattgewächsen und stammt aus den südafrikanischen Provinzen Ostkap und KwaZulu-Natal. In der Natur wächst er als aufrechter, immergrüner Strauch mit Wuchshöhen bis zu 2,5 Metern; der Hauptstamm erreicht bis zu sechs Zentimeter Durchmesser.

Die sukkulenten Blätter stehen gegenständig, sind drei bis neun Zentimeter lang und 1,8 bis vier Zentimeter breit. Sie speichern Wasser, und genau daraus ergibt sich die gesamte Pflege.

Fast alle Probleme mit dieser Pflanze haben dieselbe Ursache: zu viel Wasser. Alles Weitere ist Feinarbeit.

Licht und Standort

Der Geldbaum braucht viel Licht. Ein Südfenster ist ideal, Ost- und Westfenster funktionieren, ein Nordfenster reicht auf Dauer nicht.

Bei zu wenig Licht vergeilt die Pflanze: Die Triebe strecken sich, die Abstände zwischen den Blattpaaren werden groß, und der Wuchs wird instabil. Zurückschneiden hilft, das Grundproblem bleibt aber der Standort.

Rötlich gefärbte Blattränder sind kein Mangel, sondern eine Reaktion auf viel Licht. Sie gehören zum Erscheinungsbild der Art.

Von Mai bis September steht die Pflanze gern draußen. An die volle Sonne wird sie langsam gewöhnt, sonst bekommen die Blätter Sonnenbrandflecken, die nicht mehr verschwinden.

Nahaufnahme der Blätter eines Geldbaums
Rötliche Blattränder zeigen viel Licht an und sind kein Mangel. Foto: Lihoman…, CC BY 4.0

Gießen: der eine Fehler, der zählt

Als Dickblattgewächs betreibt der Geldbaum den nach dieser Familie benannten Crassulaceen-Säurestoffwechsel. Die Spaltöffnungen sind überwiegend nachts geöffnet, tagsüber geschlossen. Das spart Wasser und macht die Pflanze extrem sparsam.

Gegossen wird deshalb erst, wenn das Substrat vollständig durchgetrocknet ist. Im Sommer heißt das etwa alle ein bis zwei Wochen, im Winter deutlich seltener.

Die Fingerprobe reicht: Fühlt sich die Erde zwei Zentimeter tief noch feucht an, wird nicht gegossen. Beim Gießen wird durchdringend gewässert, und überschüssiges Wasser verlässt den Übertopf nach zwanzig Minuten.

Stehendes Wasser im Untersetzer führt zur Wurzelfäule. Weiche, gelbliche Blätter, die bei leichter Berührung abfallen, sind das typische Warnzeichen. Schrumpelige, aber feste Blätter zeigen dagegen echten Wassermangel an und sind schnell behoben.

Substrat, Umtopfen und Nährstoffe

Das Substrat muss durchlässig sein. Kakteenerde oder eine Mischung aus Blumenerde mit einem Drittel bis der Hälfte Sand, Bims oder Blähtonbruch erfüllt das.

Der Topf braucht ein Abzugsloch und darf ruhig knapp bemessen sein. Ein schwerer Tontopf gibt der kopflastigen Pflanze zusätzlich Stand.

Umgetopft wird alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr, wenn die Wurzeln den Ballen füllen. Nach dem Umtopfen bleibt die Pflanze eine Woche trocken, damit verletzte Wurzeln abtrocknen können.

Gedüngt wird sparsam. Von April bis September genügt alle vier bis sechs Wochen ein Kakteendünger in halber Konzentration. Im Winter wird nicht gedüngt.

Die Winterruhe

Von Oktober bis März gehört die Pflanze an einen hellen, kühlen Platz bei etwa 10 bis 15 Grad. Ein unbeheiztes Schlafzimmer, ein heller Flur oder ein frostfreier Wintergarten passen.

Gegossen wird in dieser Zeit nur so viel, dass die Blätter nicht schrumpeln — bei kühlem Stand oft nur einmal im Monat.

Die Kombination aus Kühle, Licht und Trockenheit ist der Auslöser für die Blüte. Ein Geldbaum, der ganzjährig bei 21 Grad neben der Heizung steht, blüht in der Regel nie.

Die Blüte

Die Blüten erscheinen von Juni bis August, sind sternförmig, etwa 15 Millimeter im Durchmesser, weiß bis rosa und süßlich duftend.

Im Zimmer blühen vor allem ältere Pflanzen ab etwa fünf bis zehn Jahren, und auch das nur nach einer echten Winterruhe.

Nach der Blüte werden die verwelkten Stände entfernt. Ein Schnitt ist nicht nötig, außer die Pflanze soll kompakter werden.

Vermehrung

Der Geldbaum lässt sich kaum einfacher vermehren. Ein abgebrochenes Blatt oder ein Kopfsteckling von fünf bis zehn Zentimetern reicht.

Die Schnittstelle trocknet zwei bis drei Tage an der Luft an, damit sie verkorkt. Erst dann kommt der Steckling in leicht feuchtes, mageres Substrat.

Gegossen wird sehr sparsam, bis nach drei bis sechs Wochen Wurzeln gebildet sind. Zu feuchtes Substrat lässt den Steckling faulen, bevor er anwächst.

Typische Probleme

Blattfall im Winter: meist zu warm und zu feucht. Kühler stellen, weniger gießen.

Weiche, gelbe Blätter: Wurzelfäule durch Staunässe. Pflanze austopfen, faule Wurzeln entfernen, in trockenes Substrat setzen.

Wollläuse: weiße, watteartige Polster in den Blattachseln. Mit einem in Alkohol getauchten Wattestäbchen abtupfen und wöchentlich kontrollieren.

Lange, dünne Triebe: Lichtmangel. Heller stellen und im Frühjahr zurückschneiden.

Wuchs und Schnitt

Der Geldbaum wächst langsam und wird mit den Jahren kopflastig. Ein Schnitt im Frühjahr hält ihn kompakt und regt die Verzweigung an.

Geschnitten wird über einem Blattpaar. Aus den beiden darunterliegenden Knospen treiben neue Triebe, und aus einem Ast werden zwei.

Die abgenommenen Kopfstücke sind sofort verwendbares Stecklingsmaterial. Sie trocknen zwei bis drei Tage an, bevor sie in mageres Substrat kommen.

Wer eine baumartige Form möchte, entfernt die unteren Seitentriebe schrittweise und lässt einen Haupttrieb durchwachsen. Das dauert mehrere Jahre, hält dann aber ein Pflanzenleben lang.

Ein schwerer Topf ist bei älteren Exemplaren Pflicht. Die Wassermasse in den Blättern macht die Krone erstaunlich schwer, und ein leichter Plastiktopf kippt.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich den Geldbaum gießen?

Erst wenn der Ballen durchgetrocknet ist — im Sommer etwa alle ein bis zwei Wochen, im Winter wesentlich seltener.

Warum verliert meine Pflanze Blätter?

Meist zu viel Wasser oder ein zu warmer Winterstandort.

Wie bringe ich ihn zum Blühen?

Mit einer kühlen, hellen und trockenen Winterruhe bei etwa 10 bis 15 Grad.

Darf der Geldbaum nach draußen?

Ja, von Mai bis September. An die Sonne langsam gewöhnen.

Wie schneide ich ihn?

Im Frühjahr, über einem Blattpaar. Die Pflanze verzweigt sich danach an dieser Stelle.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.


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