Kurzantwort: Sommersteckzwiebeln kommen ab Ende März bis in den April in den Boden, sobald er frostfrei und bearbeitbar ist, und werden ab dem Spätsommer geerntet. Winterharte Steckzwiebeln werden dagegen bereits von Ende September bis Anfang Oktober gesetzt, überstehen den Winter im Beet und liefern im folgenden Frühjahr einen zeitigen Erntevorsprung. Beide Zwiebelarten mögen einen sonnigen, durchlässigen und humusreichen Boden.
Zwiebeln zählen zu den unkompliziertesten Gemüsen im Hausgarten, trotzdem sorgt der Pflanztermin regelmäßig für Verwirrung. Der Grund dafür ist einfach: Es gibt zwei richtige Zeitpunkte statt nur eines – je nachdem, welche Steckzwiebeln im Beet landen sollen.
Wer beide Termine kennt, kann seine Ernte sogar strecken: eine Herbstpflanzung für die frühe Saison, eine Frühjahrspflanzung als Ergänzung für den späteren Sommer und Herbst.
Sommersteckzwiebeln: der klassische Frühjahrstermin
Die meisten Steckzwiebeln im Handel sind für die Frühjahrspflanzung gedacht. Sie kommen laut Bundeszentrum für Ernährung ab Ende März in gedüngte Beete, sobald mildere Temperaturen und ein abgetrockneter, bearbeitbarer Boden das zulassen. Zu früh im noch kalten und nassen Boden gepflanzt, faulen die kleinen Zwiebeln eher, als dass sie austreiben. Bei guten Bedingungen zeigen sich die ersten grünen Triebe schon nach wenigen Tagen. Auch die Aussaat von Zwiebelsamen statt fertiger Steckzwiebeln ist möglich, sie beginnt aber erst ab Ende April, weil Sämlinge empfindlicher auf Kälte reagieren als die bereits angewachsenen Steckzwiebeln. Wer aus Samen zieht, muss zudem mit einer längeren Kulturzeit bis zur Ernte rechnen, da die Pflanze zunächst die Entwicklung überspringen muss, die eine Steckzwiebel bereits im Vorjahr durchlaufen hat.
Wintersteckzwiebeln: der frühere Termin im Herbst
Winterharte Sorten werden dagegen bereits von Ende September bis Anfang Oktober gepflanzt. Sie wurzeln vor dem Frost noch an, wachsen über den Winter kaum weiter und legen im folgenden Frühjahr sofort los, sobald die Temperaturen steigen. Der Vorteil: Wintersteckzwiebeln liefern erntereife Zwiebeln schon Wochen früher als eine Frühjahrspflanzung, weil ihnen die Anwachsphase im Herbst einen Vorsprung verschafft. Der Nachteil ist eine geringere Lagerfähigkeit – Zwiebeln aus Herbstpflanzung sollten zeitnah verbraucht werden. In milden, schneearmen Regionen kann sich das Pflanzfenster für Wintersteckzwiebeln bis in den Anfang November verlängern, in Lagen mit frühem Dauerfrost ist es dagegen ratsam, den früheren Termin Ende September zu wählen, damit die Zwiebeln vor dem ersten harten Frost noch anwurzeln können.
Welche Zwiebelart zu welchem Garten passt
Wer vor allem im Frühsommer schon eigene Zwiebeln ernten möchte, ist mit Wintersteckzwiebeln besser bedient, muss aber ein Beet über den ganzen Winter dafür reservieren. Wer im Herbst wenig Zeit oder Platz hat, pflanzt im Frühjahr und erntet entsprechend später, dafür sind die Zwiebeln meist besser lagerfähig und eignen sich eher für den Wintervorrat. In größeren Gärten spricht nichts dagegen, beide Termine zu nutzen und die Ernte damit über mehrere Monate zu verteilen, statt alle Zwiebeln auf einmal einzulagern.
Den richtigen Boden vorbereiten
Zwiebeln bevorzugen einen sonnigen Standort mit lockerem, sandig-lehmigem und humusreichem Boden, der nicht zu feucht ist. Staunässe lässt die Zwiebeln leicht faulen, deshalb lohnt sich bei schweren Böden das Einarbeiten von Sand oder reifem Kompost vor der Pflanzung. Frischer Dung oder eine zu starke Stickstoffdüngung kurz vor dem Setzen fördert dagegen vor allem das Blattwachstum auf Kosten der Zwiebelbildung und macht die Zwiebeln anfälliger für Fäulnis im Lager.
So werden Steckzwiebeln richtig gesetzt
Steckzwiebeln kommen mit der Spitze nach oben in ein etwa zwei bis drei Zentimeter tiefes Pflanzloch, sodass die Spitze noch leicht aus der Erde schaut. Der Reihenabstand liegt bei etwa 20 bis 25 Zentimetern, innerhalb der Reihe reichen 8 bis 10 Zentimeter zwischen den einzelnen Zwiebeln. Nach dem Pflanzen wird nur mäßig gegossen, denn zu nasser Boden begünstigt in den ersten Wochen Fäulnis, bevor die Zwiebel Wurzeln gebildet hat.
Fruchtfolge beachten
Zwiebeln sollten laut landwirtschaftlicher Fachberatung höchstens alle vier bis fünf Jahre auf derselben Fläche stehen, weil sich sonst bodenbürtige Krankheiten wie die Zwiebelfliege oder der Falsche Mehltau anreichern. Als Vorfrucht eignen sich Zwiebeln dagegen gut für viele andere Gemüsearten, weil sie den Boden kaum einseitig auslaugen. Eine Mischkultur mit Möhren wird in der Praxis häufig empfohlen, weil sich beide Pflanzen beim Abwehren typischer Schädlinge wie der Möhren- und der Zwiebelfliege gegenseitig unterstützen sollen.
Pflege während der Wachstumszeit
Zwiebeln haben ein flaches Wurzelsystem und vertragen deshalb keine Konkurrenz durch Beikraut in unmittelbarer Nähe. Regelmäßiges, vorsichtiges Hacken zwischen den Reihen hält die Fläche unkrautfrei und lockert gleichzeitig die obere Bodenschicht. Gegossen wird bei anhaltender Trockenheit mäßig, aber regelmäßig – wichtiger als die Wassermenge ist dabei Gleichmäßigkeit, weil stark schwankende Feuchtigkeit das Aufplatzen der Zwiebeln begünstigt.
Erntezeitpunkt erkennen
Steckzwiebeln aus der Frühjahrspflanzung können bereits ab Anfang Juli geerntet werden, aus der Herbstpflanzung entsprechend früher. Erntereif sind die Zwiebeln, sobald der Zwiebelhals weich wird und das Laub von selbst umknickt und gelb wird. Vor der Lagerung sollten die Zwiebeln einige Tage an einem trockenen, luftigen Ort nachtrocknen, damit sich die äußere Schale als Schutzhülle festigt. An regnerischen Tagen lässt sich dieses Nachtrocknen auch unter einem überdachten, gut belüfteten Platz erledigen, damit die Zwiebeln keine Feuchtigkeit ziehen, bevor die Schale fest genug ist. Getrocknete Zwiebeln halten sich an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort mehrere Monate, am längsten die aus der Frühjahrspflanzung.
Typische Fehler beim Pflanzen vermeiden
Der häufigste Fehler ist eine zu tiefe Pflanzung: Sitzt die Steckzwiebel zu tief in der Erde, bildet sie zwar Wurzeln, aber deutlich schwerer eine dicke, runde Zwiebel. Ebenso problematisch ist ein zu dichter Reihenabstand, weil sich die Zwiebeln dann gegenseitig beim Wachstum behindern und am Ende kleiner bleiben. Wer außerdem frisch gedüngten Boden bepflanzt, riskiert weiches, faulanfälliges Zwiebelgewebe, das sich schlecht lagern lässt – der Dung gehört deshalb bereits im Vorjahr oder mehrere Wochen vor der Pflanzung eingearbeitet.
Quellen
- Zwiebeln selbst im Garten anbauen – Bundeszentrum für Ernährung (landwirtschaft.de)
- Falscher Mehltau an Speisezwiebeln – Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

