Kurzantwort: Lilienzwiebeln pflanzt man am besten im Herbst zwischen September und November, solange der Boden noch frostfrei und leicht zu bearbeiten ist. Die Zwiebeln haben anders als Tulpen keine schützende trockene Hülle und vertragen keine lange Lagerung, sie gehören deshalb möglichst schnell nach dem Kauf in die Erde. Als Pflanztiefe gilt die zwei- bis dreifache Zwiebelhöhe, bei den meisten Gartenlilien also etwa 15 bis 20 Zentimeter, weil viele Sorten am Stängel zusätzliche Wurzeln oberhalb der Zwiebel bilden.
Die Gattung Lilium umfasst rund 120 Arten ausdauernder, aufrecht wachsender Zwiebelpflanzen, die zur Familie der Liliengewächse gehören. Aus ihnen sind zahllose Gartenhybriden entstanden, von den frühen, kompakten Asiatischen Lilien bis zu den stark duftenden Orientalischen Sorten. So unterschiedlich die Blüten aussehen, so ähnlich bleiben die Grundregeln beim Pflanzen.
Wer eine Lilienzwiebel im Gartencenter kauft, sollte sie nicht wochenlang im Karton liegen lassen. Anders als bei Tulpen oder Narzissen trocknet das empfindliche Gewebe der Lilienzwiebel schnell aus, wenn sie zu lange offen lagert, statt in feuchter Erde zu stehen.
Der richtige Pflanzzeitpunkt im Herbst
Die Pflanzsaison für Blumenzwiebeln beginnt bereits im August mit der Kaiserkrone, gefolgt von Tulpen und Narzissen im September. Lilien reihen sich in diesen Zeitraum ein und kommen am besten zwischen September und November in die Erde, solange der Boden noch offen und gut zu bearbeiten ist. In dieser Zeit kann die Zwiebel vor dem Winter bereits erste Wurzeln bilden, ohne oberirdisch auszutreiben. Wer eine Zwiebel erst im zeitigen Frühjahr bekommt, pflanzt sie trotzdem sofort, statt bis zum Herbst zu warten, denn lange Trockenlagerung schadet ihr mehr als eine unpassende Jahreszeit.
Warum Lilien tief gepflanzt werden
An der Basis jeder Lilienzwiebel wachsen zwei Arten von Wurzeln: kontraktile, konzentrisch gefaltete Wurzeln, die die Zwiebel im Boden verankern, und feine fadenförmige Wurzeln zur Nährstoffaufnahme. Viele Lilienarten bilden zusätzlich Wurzeln direkt am unterirdischen Stängel, oberhalb der eigentlichen Zwiebel. Damit auch diese Stängelwurzeln genug Erde zum Anwachsen haben, pflanzt man Lilienzwiebeln deutlich tiefer als etwa Krokusse: Als Faustregel gilt die zwei- bis dreifache Zwiebelhöhe, bei mittelgroßen Gartenlilien also grob 15 bis 20 Zentimeter Erdabdeckung.
Standort: kühler Wurzelbereich, warme Blüte
Lilien bevorzugen feuchte, aber gut durchlässige und kühle Standplätze mit leichtem Schatten am Fuß der Pflanze, während die Blütenstände selbst ruhig in der Sonne stehen dürfen. In ihren natürlichen Vorkommen wachsen viele Arten in waldigen oder küstennahen Regionen, wo der Boden nie vollständig austrocknet. Im Garten lässt sich dieses Klima nachbilden, indem man niedrige Stauden oder Bodendecker vor die Lilien setzt, die den Wurzelbereich beschatten, ohne der Pflanze selbst das Licht zu nehmen. Ein Platz, an dem morgens und abends Sonne steht und nur die heißen Mittagsstunden Schatten fallen, verbindet beide Ansprüche meist am besten.
Der Boden: leicht sauer bis leicht alkalisch
Sehr saure oder sehr alkalische Böden vertragen die meisten Lilien schlecht, sie bevorzugen stattdessen ein leicht saures bis leicht alkalisches Substrat. Schwere, lehmige Böden, in denen Wasser nach starkem Regen tagelang steht, führen leicht zu Fäulnis an der Zwiebel. Eine drei bis fünf Zentimeter dicke Drainageschicht aus Sand oder feinem Kies unter der Pflanzstelle schafft Abhilfe, ähnlich wie bei anderen empfindlichen Zwiebelblumen. Wer im Kübel pflanzt, achtet zusätzlich auf ein Abzugsloch, damit sich am Topfboden kein Wasser staut. In Kübeln lohnt zusätzlich eine Schicht aus Tonscherben oder grobem Kies über dem Abzugsloch, damit die Erde selbst es nicht verstopft und Wasser weiterhin ungehindert abfließen kann.
Zwiebeln vor dem Pflanzen prüfen
Vor dem Setzen lohnt ein kurzer Blick auf die Zwiebel selbst. Gesunde Lilienzwiebeln fühlen sich fest an und zeigen pralle, dicht anliegende Schuppen ohne weiche oder schimmelige Stellen. Trockene, schrumpelige Schuppen deuten auf eine zu lange Lagerung hin, die Zwiebel treibt dann oft schwächer oder gar nicht aus. Kleine, bereits sichtbare Wurzelansätze am Zwiebelboden sind dagegen ein gutes Zeichen, sie sollten beim Pflanzen nicht abgebrochen, sondern vorsichtig in das Pflanzloch geführt werden. Zwiebeln aus dem Gartencenter, die schon deutlich ausgetrieben sind und einen grünen Spross zeigen, sollten besonders vorsichtig gepflanzt werden, damit dieser Trieb beim Einsetzen nicht abbricht.
Gruppen statt einzelner Zwiebeln
Einzeln gesetzte Lilienzwiebeln wirken im Beet meist verloren und knicken bei Wind leichter um. Besser kommen mehrere Zwiebeln derselben Sorte in einer lockeren Gruppe zusammen in die Erde, mit einem Pflanzabstand von etwa 20 bis 25 Zentimetern zwischen den einzelnen Zwiebeln. So stützen sich die späteren Stängel gegenseitig, und die Blüten wirken als zusammenhängender Blickfang, statt einzeln zwischen anderen Stauden zu verschwinden.
Die verschiedenen Lilien-Gruppen kurz erklärt
Botaniker teilen die Gattung Lilium in sieben Sektionen ein, von denen im Garten vor allem drei eine Rolle spielen. Die Asiatischen Hybriden blühen früh im Jahr, sind robust und fast geruchlos. Die Orientalischen Hybriden folgen später im Sommer mit großen, stark duftenden Blüten, brauchen dafür aber einen geschützteren Standort. Die Trompeten-Lilien schließlich bringen besonders große, trichterförmige Blüten hervor und vertragen etwas mehr Sonne als die schattenliebenden Waldlilien aus der Martagon-Gruppe. Wer im selben Beet mehrere Gruppen mischt, verlängert die Blütezeit spürbar, weil die Sorten nicht alle zur gleichen Zeit ihren Höhepunkt erreichen.
Pflege im ersten Standjahr
Nach dem Pflanzen im Herbst passiert oberirdisch zunächst nichts, die Zwiebel bildet unter der Erde in Ruhe ihre ersten Wurzeln. Erst im Frühjahr schiebt sich der Trieb durch den Boden. Sobald er sichtbar ist, hilft eine dünne Mulchschicht aus Laub oder Rindenhumus dabei, den Wurzelbereich gleichmäßig feucht und kühl zu halten. Gegossen wird nur bei anhaltender Trockenheit, denn Staunässe schadet der Zwiebel deutlich mehr als eine kurze trockene Phase. Verblühte Stängel schneidet man erst zurück, wenn das Laub von selbst gelb wird, denn solange es grün bleibt, versorgt es die Zwiebel noch mit Nährstoffen für die Blüte im nächsten Jahr.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

