Violett blühende Besenheide in einer Heidelandschaft

Erika: Arten, Standort und Pflege der Heidepflanze

Kurzantwort: Unter „Erika“ laufen im Handel mehrere Pflanzen. Die winterharte Schneeheide (Erica carnea) blüht von März bis Juni, die Besenheide (Calluna vulgaris) vom Spätsommer bis in den Herbst, und die nicht winterharte Zimmer-Erika (Erica gracilis) ist eine Saisonpflanze für Balkon und Terrasse. Alle wollen sauren, mageren, durchlässigen Boden und volle Sonne.

Alle drei gehören zur Familie der Heidekrautgewächse. Ihr gemeinsames Merkmal ist eine besondere Wurzelpilz-Partnerschaft, die Ericaceen-Mykorrhiza. Sie erschließt Nährstoffe auf armen Böden, an die andere Pflanzen nicht herankommen.

Daraus folgt fast die gesamte Pflege: wenig düngen, nicht kalken, kalkarm gießen und die Pflanze samt Topfballen einsetzen, damit der Pilz erhalten bleibt.

Dieser Text sortiert die Arten und geht dann Standort, Boden, Schnitt und Vermehrung durch.

Besenheide, Schneeheide, Zimmer-Erika

Die Besenheide (Calluna vulgaris) ist die einzige Art ihrer Gattung und prägt die norddeutschen Heidelandschaften. Sie ist ein immergrüner Zwergstrauch, wird 30 bis 100 Zentimeter hoch und kann etwa 40 Jahre alt werden. Ihre Blätter sind nur ein bis dreieinhalb Millimeter lang und liegen schuppenförmig an den Zweigen an. Sie war Blume des Jahres 2019.

Die Schneeheide (Erica carnea), auch Winterheide genannt, unterscheidet sich durch nadelförmige Blätter, die zu viert in Quirlen stehen. Ihre Blütezeit reicht von März bis Juni und kann in milden Lagen schon im Februar beginnen. Die Knospen sind bereits im Herbst des Vorjahres angelegt.

Die Zimmer-Erika (Erica gracilis) kommt aus Südafrika und ist bei uns nicht winterhart. Sie wird im Herbst als Beet- und Balkonpflanze verkauft und übersteht Frost nicht.

Rosa blühende Schneeheide im Frühjahr
Die Schneeheide blüht von März bis Juni, mancherorts schon ab Februar, und ist damit eine frühe Bienenweide. Foto: H. Zell, CC BY-SA 4.0

Der Boden entscheidet

Die Besenheide braucht sauren, kalkarmen Boden. Als Richtwert gilt ein pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Rhododendronerde oder ein Gemisch aus Laubkompost und Sand kommt dem nahe.

Die Schneeheide ist die Ausnahme in der Familie: Sie wächst in ihrer alpinen Heimat vor allem auf Kalkböden und häufig auf Dolomitgestein. Damit ist sie die einzige der drei, die auf einem normalen Gartenboden ohne Bodenaustausch zurechtkommt.

Gegossen wird mit Regenwasser. Hartes Leitungswasser hebt den pH-Wert über die Jahre an, und die Blätter der Besenheide werden dann hellgrün bis gelblich.

Standort und Pflanzung

Alle Heidearten wollen volle Sonne. Im Schatten blühen sie spärlich und verkahlen von unten. Der Boden muss durchlässig sein; Staunässe führt schnell zum Absterben ganzer Pflanzen.

Beim Pflanzen bleibt der Topfballen unversehrt. Die Ericaceen-Mykorrhiza sitzt in dieser Erde, und die Pflanze ist auf den Pilz angewiesen. Gepflanzt wird dicht, sechs bis zehn Stück je Quadratmeter, damit sich schnell eine geschlossene Fläche bildet.

Ein Mulch aus Nadelstreu, Rindenhumus oder Laub hält den Boden sauer und feucht. Rasenschnitt und Kompost aus dem Küchenabfall sind ungeeignet, sie sind zu nährstoffreich.

Schneiden nach der Blüte

Der Schnitt ist die wichtigste Pflegemaßnahme. Ohne ihn verkahlen die Pflanzen von innen und werden nach wenigen Jahren unansehnlich.

Die Besenheide wird im Frühjahr geschnitten, etwa im März, bevor der neue Austrieb beginnt. Geschnitten wird knapp unterhalb der alten Blütenstände. Ins alte, blattlose Holz darf nicht geschnitten werden, dort treibt die Pflanze nicht wieder aus.

Die Schneeheide wird direkt nach der Blüte im späten Frühjahr um etwa ein Drittel zurückgenommen. Auch hier bleibt das unbelaubte Holz stehen.

Düngen: weniger ist mehr

Heidepflanzen sind an nährstoffarme Standorte angepasst. Ein handelsüblicher Volldünger schadet mehr, als er nützt: Die Triebe werden weich, die Pflanze wächst auseinander und blüht schlechter.

Wenn überhaupt, wird im Frühjahr einmal ein spezieller Rhododendron- oder Moorbeetdünger in halber Dosierung gegeben. Kalk und Holzasche gehören nicht auf diese Beete.

Wert für Insekten und die Sache mit den Knospenblühern

Die Schneeheide blüht so früh, dass sie eine wichtige Bienenweide ist. Ihre Blüten werden von Tagfaltern und Bienen bestäubt. Die Besenheide liefert umgekehrt spät im Jahr Nektar, wenn andere Quellen versiegen — sie ist die Grundlage des Heidehonigs.

Beliebt sind sogenannte Knospenblüher der Besenheide, deren dauerhaft geschlossene Knospen eine lang anhaltende Blüte vortäuschen. Diese Blüten öffnen sich nicht. Für Insekten sind solche Sorten damit wertlos. Wer den Garten für Bienen bepflanzt, greift zu normal blühenden Sorten.

Von der Besenheide werden rund 10.000 Sorten kultiviert, mit sehr unterschiedlichen Blütezeiten und Laubfärbungen — von karminrot über hellviolett bis weiß.

Ein Heidebeet über das ganze Jahr

Wer die Arten kombiniert, hat von Februar bis November Blüte auf derselben Fläche. Die Schneeheide übernimmt das Frühjahr, Glockenheide und Grauheide den Sommer, die Besenheide den Spätsommer und Herbst.

Als Gerüst passen dazu Zwerggehölze mit ähnlichen Ansprüchen: Zwergkiefer, Wacholder in Säulenform, Rhododendron in kleinbleibenden Sorten und Blaubeeren. Gräser wie das Blaue Pfeifengras stehen von Natur aus in denselben sauren, mageren Böden.

Die Fläche wird flächig bepflanzt, nicht in Einzelstücken. Heide wirkt als Teppich, und offene Erde zwischen den Pflanzen bedeutet nur zusätzliche Arbeit beim Jäten. Ein Weg aus grobem Kies oder Trittplatten macht die Pflege möglich, ohne den Bestand zu zertreten.

Häufige Fragen

Ist meine gekaufte Erika winterhart?

Schneeheide und Besenheide ja, die Zimmer-Erika nein. Im Zweifel hilft das Etikett mit dem botanischen Namen.

Warum wird meine Heide braun?

Meist Trockenheit im Winter bei Frost oder Staunässe im Sommer. Auch zu kalkhaltiges Gießwasser führt über Jahre zum Absterben.

Kann ich Erika im Topf halten?

Ja, in Rhododendronerde und mit gutem Wasserabzug. Der Topfballen darf im Winter nicht durchfrieren, ein geschützter Standort an der Hauswand hilft.

Wie vermehre ich Heidekraut?

Über Absenker: Ein Trieb wird im Sommer auf den Boden gedrückt und mit Erde bedeckt. Nach etwa einem Jahr hat er eigene Wurzeln gebildet.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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