Rosen einpflanzen: warum der Herbst der bessere Termin ist

Kurzantwort: Wurzelnackte Rosen werden von Mitte Oktober bis Ende März gepflanzt, solange der Boden nicht gefroren ist – die Gartenakademie Rheinland-Pfalz nennt den Herbst als besten Zeitpunkt, weil die Wurzeln über den Winter anwachsen können, bevor die Pflanze im Frühjahr austreibt. Containerrosen lassen sich dagegen fast das ganze Jahr pflanzen, wachsen aber ebenfalls am besten an, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht und der Boden nicht gefroren ist.

Im Gartencenter stehen Rosen inzwischen fast ganzjährig im Container zum Verkauf, und genau das führt zu einem Missverständnis: Weil man sie kaufen kann, wird oft angenommen, jeder Zeitpunkt sei gleich gut zum Pflanzen. Bei der Wurzelentwicklung macht es aber einen Unterschied, ob eine Rose vor oder während ihrer aktiven Wachstumsphase in die Erde kommt.

Wer weiß, worauf es bei wurzelnackter Ware und bei Containerrosen ankommt, trifft die Entscheidung leichter – und die eigene Rose dankt es mit einem kräftigeren Start im ersten Jahr.

Wurzelnackte Rosen: das enge Zeitfenster im Herbst

Wurzelnackte Rosen werden ohne Erdballen aus dem Rosenfeld gerodet und meist ab Mitte Oktober im Gartenfachhandel angeboten. Laut Gartenakademie Rheinland-Pfalz reicht die Pflanzzeit für diese Ware von Mitte Oktober bis Ende März, solange der Boden offen, also nicht gefroren, ist. Der Vorteil der Herbstpflanzung: Die Wurzeln wachsen bei den milden Bodentemperaturen im Herbst und Winter bereits an, sodass die Rose im Frühjahr sofort mit einem funktionierenden Wurzelsystem in den Austrieb starten kann. Wer erst im zeitigen Frühjahr pflanzt, verschiebt diese Anwachsphase in eine Zeit, in der die Pflanze eigentlich schon Blätter bilden möchte – das kostet Kraft, die dann für die Wurzeln fehlt. Eine Frühjahrspflanzung ist deshalb nur die zweite Wahl, aber keineswegs ausgeschlossen: Wer im Herbst keine Zeit findet, kann wurzelnackte Rosen bis Ende März noch problemlos setzen, solange der Boden aufgetaut und bearbeitbar ist. Wichtig ist in diesem Fall, besonders in den ersten Wochen nach der Pflanzung regelmäßig zu gießen, weil das Wurzelsystem noch nicht die Zeit hatte, die es bei einer Herbstpflanzung gehabt hätte.

Woran man frische, gesunde Ware erkennt

Beim Kauf wurzelnackter Rosen lohnt sich ein Blick auf die Rinde: Sie sollte glatt und praller, nicht schrumpelig oder runzelig wirken, denn eingetrocknete Rinde deutet auf einen zu langen Transport ohne ausreichenden Feuchtigkeitsschutz hin. Die Wurzeln sollten mehrere kräftige, gut verzweigte Stränge zeigen statt nur einiger dünner Fäden. Bei Containerrosen zeigt ein kräftiger, gleichmäßig belaubter Trieb ohne braune Blattränder an, dass die Pflanze im Handel gut versorgt wurde.

Containerrosen: mehr Spielraum, aber nicht beliebig

Anders als wurzelnackte Ware stecken Containerrosen bereits in ihrem eigenen Wurzelballen aus Erde und lassen sich dadurch grundsätzlich zu jeder frostfreien Zeit pflanzen, auch im Sommer. Besonders gut wachsen sie laut Fachliteratur der Rosenzüchter an, wenn sie im Mai, Juni oder September gepflanzt werden und dabei ausreichend gewässert sind. Eine Sommerpflanzung verlangt allerdings mehr Aufmerksamkeit beim Gießen, weil die junge Rose bei Hitze und Trockenheit gleichzeitig neue Wurzeln bilden und ihre Blätter versorgen muss.

Warum der Herbst insgesamt die Nase vorn hat

Auch wenn Containerrosen theoretisch mehrere Pflanztermine erlauben, bleibt der Herbst der von den Gartenakademien empfohlene Idealzeitpunkt – für wurzelnackte wie für Containerware. Der Boden ist nach dem Sommer noch warm genug, damit sich neue Wurzeln bilden, gleichzeitig sinkt der Wasserbedarf durch die kühleren Temperaturen und die kürzeren Tage. Eine im Herbst gepflanzte Rose hat dadurch einen ganzen Winter Zeit, sich einzuwurzeln, bevor sie im ersten Frühjahr ihre volle Blattmasse und die ersten Blüten entwickeln muss.

Den richtigen Standort wählen

Rosen brauchen einen sonnigen, luftigen Standort mit mindestens sechs Stunden direkter Sonne am Tag. Ein zu schattiger oder zu windgeschützter Platz begünstigt Pilzkrankheiten wie Sternrußtau und Echten Mehltau, weil das Laub nach Regen oder Tau langsamer abtrocknet. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein; schwere, staunasse Böden verbessert man vor dem Pflanzen am besten mit Kompost und etwas Sand.

Rosenmüdigkeit: nicht auf denselben Platz

Wer eine alte Rose entfernt und an derselben Stelle eine neue pflanzen möchte, stößt häufig auf ein Problem, das unter Gärtnern als Rosenmüdigkeit bekannt ist: Der Boden ist durch die Vorkultur einseitig ausgelaugt und enthält Stoffe, die junge Rosenwurzeln am Wachstum hindern. Fachleute empfehlen deshalb, entweder einen anderen Standort zu wählen oder auf der Altfläche großflächig Erde auszutauschen, bevor dort erneut eine Rose gepflanzt wird.

So gelingt die Pflanzung

Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ausgehoben werden, damit sich die Wurzeln ungehindert ausbreiten können. Die Veredelungsstelle – die sichtbare Verdickung am Übergang von Wurzel zu Trieben – gehört bei den meisten Sorten etwa fünf Zentimeter unter die Erdoberfläche, das schützt sie vor Frost und vor Wildtrieben aus der Unterlage. Nach dem Einsetzen wird die Erde vorsichtig angedrückt und die Rose kräftig angegossen, damit sich keine Luftlöcher um die Wurzeln bilden.

Wurzelnackte Ware vor dem Pflanzen wässern

Wurzelnackte Rosen sollten vor dem Einsetzen für einige Stunden bis zu einem Tag in einem Eimer Wasser stehen, damit die Wurzeln nach dem Transport wieder ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen. Angetrocknete oder beschädigte Wurzelenden werden mit einer sauberen Schere zurückgeschnitten, bevor die Rose ins Pflanzloch kommt – das regt die Bildung neuer Feinwurzeln an.

Winterschutz für frisch gepflanzte Rosen

Eine im Herbst gepflanzte Rose profitiert von einem Anhäufeln mit Erde oder Kompost über der Veredelungsstelle, sobald die ersten Fröste einsetzen. Das schützt die empfindliche Stelle vor Kahlfrösten, bei denen kein Schnee als natürliche Dämmschicht liegt. Im Frühjahr wird der Erdwall vorsichtig wieder abgetragen, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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