Inhalt
Kurzantwort: Rollrasen darf zum ersten Mal gemäht werden, sobald er angewachsen ist und die Halme eine Höhe von etwa 6 bis 8 Zentimetern erreicht haben – meist nach 7 bis 14 Tagen, je nach Witterung. Geschnitten wird beim ersten Mal nur leicht auf 4 bis 6 Zentimeter, damit höchstens ein Drittel der Halmlänge entfernt wird. Die Fläche muss dafür bereits verwurzelt und abgetrocknet sein.
Ein frisch verlegter Rollrasen sieht meist schon nach wenigen Tagen aus wie ein fertiger Rasen – und genau das verleitet viele dazu, zu früh zum Mäher zu greifen. Unter der grünen Oberfläche braucht die Grasnarbe aber erst noch Zeit, um mit dem Untergrund richtig zu verwachsen.
Wer zu früh oder zu kurz mäht, riskiert, dass sich die frisch verlegten Bahnen wieder lösen oder dass der Rasenmäher unschöne Spuren in der noch weichen Fläche hinterlässt. Der richtige Zeitpunkt lässt sich mit einer einfachen Probe zuverlässig erkennen.
Woran man erkennt, dass der Rollrasen bereit ist
Bevor gemäht wird, muss der Rollrasen tatsächlich angewachsen und mit dem Untergrund verwurzelt sein. Eine einfache Zugprobe an einer Ecke der Fläche zeigt das zuverlässig: Lässt sich die Grasnarbe noch leicht anheben, ist sie noch nicht fest verwurzelt und sollte weiter geschont werden. Bleibt sie dagegen beim vorsichtigen Ziehen fest am Boden, hat sich bereits eine ausreichende Verbindung zum Untergrund gebildet. Die Zugprobe sollte an mehreren Stellen der Fläche wiederholt werden, weil das Anwachsen je nach Sonneneinstrahlung, Bodenverdichtung und Feuchtigkeit innerhalb derselben Fläche unterschiedlich schnell verlaufen kann. Erst wenn die Probe überall ein festes Ergebnis zeigt, sollte die gesamte Fläche gemäht werden.
Warum die ersten Wochen nach dem Verlegen entscheidend sind
Nach Angaben der Deutschen Rasengesellschaft braucht frisch verlegter Rollrasen in den ersten Wochen besonders viel Aufmerksamkeit, damit die Grasnarbe zuverlässig mit dem Untergrund verwächst. In dieser Phase ist die Fläche empfindlicher gegenüber Belastung als ein etablierter Rasen: starkes Betreten, schwere Geräte oder eben ein verfrühter Mähdurchgang können die noch lose aufliegenden Bahnen wieder von der Unterlage lösen. Wer diese Anfangsphase konsequent schont, hat danach einen dauerhaft belastbaren Rasen.
Der richtige Zeitpunkt nach der Verlegung
In der Regel ist ein Rollrasen nach etwa 7 bis 14 Tagen so weit, abhängig von Witterung, Bodentemperatur und regelmäßiger Bewässerung in dieser Zeit. Als zusätzliches Signal gilt die Halmhöhe: Sobald die Grashalme etwa 6 bis 8 Zentimeter erreicht haben, ist in der Regel auch die Bewurzelung weit genug fortgeschritten. Bei kühlem, nassem Wetter kann sich dieser Zeitraum verlängern, bei warmem Wetter mit regelmäßiger Bewässerung verkürzt er sich entsprechend.
Warum die Fläche trocken sein muss
Vor dem ersten Mähen sollte die Rasenfläche gründlich abgetrocknet sein. Ist der Untergrund noch feucht oder gar matschig, sinkt der Rasenmäher leicht ein und hinterlässt Fahrspuren in der noch nicht gefestigten Grasnarbe. Am besten wird deshalb an einem trockenen Tag gemäht, im Idealfall einige Stunden nach dem letzten Gießen, wenn die Halme selbst nicht mehr nass sind, der Boden darunter aber ausreichend Feuchtigkeit für das weitere Anwachsen behält.
Die richtige Schnitthöhe beim ersten Mal
Beim ersten Schnitt wird nur leicht gemäht: Die Ideallänge liegt bei 4 bis 6 Zentimetern, wichtiger als die genaue Zahl ist aber die Drittel-Regel. Pro Schnitt sollte nicht mehr als ein Drittel der Halmhöhe entfernt werden, weil ein zu radikaler erster Schnitt die noch junge Grasnarbe unnötig stresst und ihr Energie für die Wurzelbildung entzieht, statt sie zu unterstützen.
Mit Fangkorb mähen
Bei den ersten Mähdurchgängen empfiehlt sich der Einsatz eines Fangkorbs. Liegen gebliebenes Schnittgut auf einer noch jungen Rasenfläche begünstigt Fäulnis und kann darunterliegende Halme abdecken, denen dann Licht fehlt. Erst wenn der Rasen dichter und robuster geworden ist, lässt sich kurzes Schnittgut gelegentlich liegen lassen, ohne dass es der Fläche schadet.
Wie es nach dem ersten Schnitt weitergeht
Bei jedem weiteren Mähdurchgang kann die Schnitthöhe schrittweise auf die für die jeweilige Rasenmischung übliche Pflegehöhe von etwa 3,5 bis 4 Zentimetern gesenkt werden. Auch hier gilt weiterhin die Drittel-Regel, damit der Rasen nicht durch zu radikale Schnitte geschwächt wird. In den ersten Wochen nach der Verlegung wird in der Regel häufiger gemäht als bei einem etablierten Rasen, weil junges Gras zunächst kräftig in die Höhe wächst.
Bewässerung rund um den ersten Schnitt
Auch nach dem ersten Mähen bleibt regelmäßiges Gießen wichtig, bis der Rollrasen vollständig eingewachsen ist – üblicherweise über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen nach der Verlegung, je nach Witterung auch länger. Am Tag des Mähens selbst sollte möglichst nicht gegossen werden, damit der Boden beim Mähen fest genug ist; am Abend danach oder am folgenden Tag wird die Bewässerung dann wie gewohnt fortgesetzt. Als Faustregel für die Wassermenge gilt in den ersten Wochen: lieber seltener, dafür durchdringend gießen, statt täglich nur oberflächlich zu sprengen. Nur wenn das Wasser tief genug in den Boden eindringt, werden die jungen Wurzeln dazu angeregt, ebenfalls in die Tiefe zu wachsen, statt an der Oberfläche zu bleiben.
Scharfe Messer schonen die junge Grasnarbe
Ein scharf geschliffenes Mähermesser schneidet die Halme glatt ab, ein stumpfes Messer reißt sie eher aus und hinterlässt ausgefranste, bräunlich verfärbte Spitzen. Gerade bei einem jungen Rollrasen, dessen Wurzeln noch nicht tief verankert sind, kann ein stumpfes Messer zudem ganze Grasbüschel lockern, statt sie nur zu kürzen. Vor dem ersten Einsatz auf dem neuen Rasen lohnt sich deshalb ein Blick auf den Zustand der Mähermesser.
Quellen
- Pflegemaßnahmen – Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG)
- Wie wird ein Rasen neu angelegt? – Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG)
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







