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Kurzantwort: Ein Steingarten wird an einem leicht geneigten, sonnigen Platz angelegt und aus einer Drainageschicht, magerem Substrat und großen Natursteinen aufgebaut. Bepflanzt wird er mit Gebirgs- und Trockenpflanzen wie Hauswurz, Steinbrech, Blaukissen und Zwergkoniferen. Der Unterschied zum Schottergarten: Die Steine sind Lebensraum für Pflanzen, nicht Ersatz dafür.
Steingärten stammen aus der Idee, alpine Pflanzen im Flachland zu kultivieren. Die Steine speichern Wärme, halten Feuchtigkeit im Wurzelbereich und sorgen mit Kies und Splitt dafür, dass Wasser schnell abläuft. Genau diese Bedingungen brauchen Polsterstauden, Zwiebelblumen und kleine Gehölze aus den Bergen.
Hier erfährst Du, welcher Standort passt, wie Du die Schichten aufbaust, welche Pflanzen sich bewähren und welche Fehler einen Steingarten in wenigen Jahren in eine Unkrautfläche verwandeln.

Standort: Sonne und Gefälle
Der ideale Platz liegt in voller Sonne und hat ein leichtes Gefälle nach Süden oder Südwesten. Ein Hang leitet Regenwasser ab und bringt die Pflanzen auf Augenhöhe. Auf ebenem Grund modellierst Du einen flachen Hügel aus Aushub und Bauschutt, damit das Wasser nicht in der Anlage steht.
Schatten unter Bäumen eignet sich nicht. Laub deckt die Polsterpflanzen ab, und Wurzeldruck trocknet den Boden ungleichmäßig aus. Auch schwerer Lehmboden ist ein Problem, weil er Staunässe fördert. Dort hilft nur ein tieferer Bodenaustausch mit Sand und Splitt.
Schichtaufbau von unten nach oben
Hebe die Fläche 30 bis 40 Zentimeter tief aus und entferne alle Wurzeln von Giersch, Quecke und Winde. Diese Unkräuter sind später zwischen Steinen nicht mehr zu bekämpfen. Als unterste Schicht kommen 10 bis 15 Zentimeter grober Schotter oder Ziegelbruch als Drainage.
Darauf folgt das Substrat: ein Gemisch aus etwa einem Drittel Gartenerde, einem Drittel Sand und einem Drittel Splitt oder Lavagranulat. Es darf mager sein, alpine Pflanzen wollen keinen Dünger. Zum Schluss deckst Du die Oberfläche mit drei bis fünf Zentimetern Splitt ab. Die Mulchschicht hält den Wurzelhals trocken und bremst Unkraut.
Ein Unkrautvlies unter dem Splitt ist umstritten. Es hält Wildkräuter nur in den ersten Jahren zurück und behindert später Polsterpflanzen, die sich mit Ausläufern ausbreiten wollen. Bei sauberem Aushub kannst Du darauf verzichten.
Steine richtig setzen
Wähle eine Gesteinsart und bleib dabei. Kalkstein, Granit, Sandstein oder Basalt wirken nur in der Sorte natürlich, ein Mix sieht nach Baustelle aus. Große Brocken kommen zuerst, tief in den Boden eingegraben, mindestens ein Drittel des Steins verschwindet im Substrat. So kippen sie nicht und wirken wie gewachsen.
Leg die Steine mit der Schichtung in eine Richtung und schaffe Terrassen, Spalten und Mulden. In diesen Taschen sammelt sich Feinerde, und dort wachsen Spaltenpflanzen wie Steinbrech und Glockenblumen am besten. Zwischen die großen Steine kommen mittlere, den Rest füllt Splitt.

Pflanzen für den Steingarten
Polsterstauden bilden das Gerüst: Blaukissen, Steinkraut, Polster-Phlox und Schleifenblume blühen im Frühjahr, Hauswurz und Fetthenne bleiben das ganze Jahr attraktiv. Steinbrech, Edelweiß und Enzian bringen den alpinen Charakter und brauchen die besten Drainageplätze.
Für Höhe sorgen Zwergkoniferen wie Kugel-Kiefer, Zwerg-Wacholder oder Zwerg-Fichte. Sie wachsen langsam und sprengen den Maßstab nicht. Gräser wie Blauschwingel und Bärenfell-Schwingel lockern die Fläche auf. Zwiebelblumen wie Krokus, Wildtulpen und Traubenhyazinthen füllen die Lücken im März und April.
Setze die Pflanzen in Gruppen von drei bis fünf und lass dazwischen freie Splittflächen. Ein Steingarten lebt von Ruhe und Struktur. Zu dichte Bepflanzung erstickt die Steine und nimmt den Pflanzen Licht.
Steingarten ist kein Schottergarten
Ein Schottergarten besteht aus Vlies, Kies und wenigen Formgehölzen. Er ist ökologisch wertlos, heizt sich im Sommer auf und ist in vielen Bundesländern und Gemeinden inzwischen verboten oder muss zurückgebaut werden. Ein Steingarten ist das Gegenteil: eine dicht bepflanzte Fläche, auf der Steine den Lebensraum bilden.
Wer bei der Gemeinde nachfragt, bekommt in der Regel grünes Licht, sobald die Fläche überwiegend bewachsen ist. Wildbienen, Eidechsen und Laufkäfer nutzen die warmen Spalten und die frühe Blüte der Polsterstauden.
Pflege im Jahresverlauf
Im ersten Jahr brauchen die Jungpflanzen in Trockenphasen Wasser, danach kommen sie ohne Bewässerung aus. Gedüngt wird nicht. Im Frühjahr schneidest Du abgeblühte Polster leicht zurück, damit sie kompakt bleiben. Laub und Samenunkräuter sammelst Du regelmäßig ab, bevor sie Wurzeln fassen.
Alle paar Jahre füllst Du Splitt nach und teilst Polster, die von innen kahl werden. Zwergkoniferen bleiben ungeschnitten. Im Winter braucht der Steingarten keinen Schutz, Nässe schadet den Alpinen mehr als Frost.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist fehlende Drainage auf schwerem Boden. Die Pflanzen faulen im ersten nassen Winter. Der zweite ist nährstoffreiche Blumenerde, die Polsterstauden mastig und anfällig macht. Der dritte ist zu kleine Steine: Ein Steingarten aus faustgroßen Kieseln wirkt wie ein Beet mit Deko.
Auch Rindenmulch gehört nicht in den Steingarten. Er hält Feuchtigkeit und versauert den Boden. Bleib bei Splitt, Kies oder Lavagranulat.
Häufige Fragen
Wie groß muss ein Steingarten sein?
Schon zwei bis drei Quadratmeter reichen. Auch in einem Trog oder einer flachen Schale lässt sich ein Mini-Steingarten anlegen.
Welche Steine eignen sich am besten?
Naturstein aus der Region: Kalk, Sandstein, Granit oder Basalt. Wichtig ist eine einzige Gesteinsart und Brocken in verschiedenen Größen.
Wann lege ich einen Steingarten an?
Frühjahr oder Frühherbst. Dann wurzeln die Stauden ein, bevor Hitze oder Frost kommen.
Brauche ich ein Unkrautvlies?
Nicht zwingend. Bei sauber entferntem Wurzelunkraut hält die Splittschicht Wildkräuter ausreichend zurück.
Ist ein Steingarten pflegeleicht?
Nach dem Anwachsen ja. Es fallen Unkraut zupfen, Laub entfernen und gelegentlich Splitt nachfüllen an.
Quellen
Pflegeleichten Steingarten anlegen und bepflanzen
Steingarten anlegen – Anleitung inklusive Video
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







