Ein gepflegter Weg führt durch ein liebevoll gestaltetes Gartenbeet

Kosten für Gartengestaltung: was ein neuer Garten wirklich kostet

Kurzantwort: Für eine professionelle Gartenanlage kalkulieren Fachbetriebe grob mit 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter, je nach Umfang und Material auch deutlich mehr. Weil Kostenvoranschläge nicht verbindlich sind, lohnen sich zwei bis drei Angebote verschiedener Firmen, bevor die Entscheidung fällt.

Wer einen Garten komplett neu anlegen oder grundlegend umgestalten lässt, steht schnell vor einer schwer greifbaren Zahl: Was kostet das eigentlich? Pauschale Antworten gibt es kaum, weil der Preis von der Fläche, den gewünschten Materialien und dem Aufwand vor Ort abhängt.

Ein grober Richtwert hilft trotzdem bei der ersten Einschätzung, bevor konkrete Angebote eingeholt werden – und beim Vergleich dieser Angebote lohnt sich ein genauer Blick auf das Kleingedruckte.

Was ein Garten pro Quadratmeter kostet

Als grober Richtwert für eine professionell angelegte Gartenfläche werden 40 bis 100 Euro je Quadratmeter genannt. Diese Spanne ist bewusst weit gefasst, weil darunter alles fällt, von der einfachen Rasenfläche mit ein paar Pflanzbeeten bis zur aufwendig gestalteten Anlage mit Wegen, Terrasse und Bepflanzung. Wer eine erste grobe Hausnummer für den eigenen Garten sucht, multipliziert am besten die eigene Grundstücksfläche mit dieser Spanne und verschafft sich so einen realistischen Rahmen, bevor überhaupt ein Fachbetrieb kontaktiert wird.

Was den Preis nach oben treibt

Blütenblätter liegen auf einem gepflasterten Gartenweg
Beläge wie Pflaster oder Naturstein zählen zu den größten Kostenfaktoren im Garten. Foto: Tatiana12, CC BY 4.0

Einzelne Bauelemente lassen sich schon separat einordnen: Betonpflaster kostet etwa 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter, Naturstein dagegen 50 bis 100 Euro. Fertigrasen verlegt schlägt für 100 Quadratmeter mit rund 1.500 Euro Verlegekosten zuzüglich 500 bis 900 Euro für das Material selbst zu Buche. Wasser im Garten treibt den Preis besonders deutlich: Ein Folienteich kostet 107 bis 239 Euro pro Quadratmeter Wasserfläche, ein Schwimmteich ab etwa 80 Quadratmetern Wasserfläche rund 600 Euro pro Quadratmeter.

Weitere typische Kostenpositionen

Auch einzelne Bauelemente lassen sich getrennt kalkulieren, was bei der Grobplanung hilft. Eine 70 Quadratmeter große Terrasse schlägt mit etwa 3.850 bis 4.200 Euro zu Buche, eine 40 Quadratmeter große gepflasterte Einfahrt mit Unterbau kostet rund 3.480 Euro. Ein Zaun mit Montage kostet je nach Material stark unterschiedlich: rund 60 Euro pro laufendem Meter in Holz, bis zu 150 Euro pro Meter in Edelstahl. Eine Sichtschutzhecke ist mit rund 30 Euro pro Meter meist die günstigere Alternative. Wer zusätzlich Regenwasser auffangen möchte, kalkuliert für eine Zisterne 2.500 bis 5.000 Euro, ein Swimmingpool beginnt bei etwa 20.000 Euro.

Wenn das Grundstück am Hang liegt

Ein besonderer Kostentreiber ist die Hanglage: Sie kann die Gesamtkosten laut Biallo um bis zu 100 Prozent erhöhen, weil Erdbewegungen, Stützmauern oder Terrassierungen zusätzlichen Aufwand bedeuten. Auch schlechte Zugänglichkeit für Maschinen und eine schwierige Bodenbeschaffenheit, etwa viel Fels oder Bauschutt im Untergrund, treiben den Preis nach oben, unabhängig von der eigentlichen Gestaltungsidee.

Was die Planung selbst kostet

Neben der reinen Ausführung schlägt auch die Planung zu Buche, sobald ein Landschaftsarchitekt oder eine Gartengestalterin beteiligt ist. Laut Houzz kalkulieren manche Büros pauschal, etwa 350 Euro für eine umfangreichere Gestaltung auf einer Fläche bis 500 Quadratmeter, zuzüglich einer separaten Erstberatung. Andere rechnen in Prozent der gesamten Bausumme: Als Richtwert werden etwa 10 Prozent für die reine Gartenplanung genannt, bei einer nach der amtlichen Honorarordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI) berechneten Leistung mit allen Leistungsphasen können es umgerechnet auch 15 bis 20 Prozent der Nettosumme werden. Wer nur einzelne Planungsschritte beauftragt, etwa eine reine Grobplanung, zahlt entsprechend weniger als für die vollständige Begleitung bis zur Bauabnahme.

Kostenvoranschlag ist nicht dasselbe wie ein Angebot

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ein Kostenvoranschlag anders als ein festes Angebot nicht verbindlich ist – die tatsächlichen Kosten können also höher ausfallen. Steigt der Preis um mehr als 15 bis 20 Prozent, muss der Betrieb das allerdings rechtzeitig mitteilen; in diesem Fall besteht ein Recht, den Auftrag zu kündigen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt sich vorab schriftlich bestätigen, ob es sich um einen unverbindlichen Kostenvoranschlag oder um ein festes Angebot handelt, statt sich im Nachhinein auf eine mündliche Zusage verlassen zu müssen.

Wie viele Angebote sinnvoll sind

Für einen realistischen Preisvergleich empfiehlt die Verbraucherzentrale, zwei bis drei Angebote oder Kostenvoranschläge unterschiedlicher Firmen einzuholen. Nur so lässt sich beurteilen, ob ein Preis tatsächlich im üblichen Rahmen liegt oder deutlich davon abweicht.

Worauf beim Vergleich zu achten ist

Wichtig ist, vor dem Vergleich zu prüfen, ob alle Angebote dieselben Leistungen enthalten – also auch Vor-, Nach- und Nebenarbeiten wie Bodenaushub, Entsorgung oder Anfahrt. Ein auf den ersten Blick günstigeres Angebot kann teurer werden, wenn solche Posten fehlen und später separat berechnet werden. Mündliche Absprachen sollten grundsätzlich schriftlich festgehalten werden, damit sich Leistungen und Preise im Streitfall nachweisen lassen. Auch die Zahlungsbedingungen gehören auf den Prüfstand: Übliche Abschlagszahlungen orientieren sich am tatsächlichen Baufortschritt, eine hohe Vorauszahlung vor Baubeginn sollte dagegen kritisch hinterfragt werden.

Selbst Hand anlegen und Kosten sparen

Wer einen Teil der Arbeiten in Eigenleistung übernimmt, etwa das Ausheben von Pflanzlöchern, das Verlegen von Rollrasen oder einfache Pflasterarbeiten, kann die Gesamtkosten spürbar senken. Für Arbeiten, die Statik, Entwässerung oder größere Erdbewegungen betreffen, lohnt sich dagegen meist doch der Fachbetrieb – Fehler an dieser Stelle lassen sich später nur mit erneutem Aufwand korrigieren. Eine sinnvolle Aufteilung ist oft, die Planung und die technisch anspruchsvollen Gewerke wie Entwässerung oder Stützmauern an Profis zu vergeben und die eigentliche Bepflanzung sowie kleinere Pflasterflächen in Eigenregie zu übernehmen.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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