Eine rosafarbene Kletterrose rankt an einer Hauswand empor

Kletterrosen pflanzen: der richtige Zeitpunkt im Jahr

Kurzantwort: Wurzelnackte Kletterrosen pflanzt man am besten im Herbst zwischen Mitte Oktober und Ende März, solange der Boden nicht gefroren ist. Rosen aus dem Container lassen sich das ganze Jahr über setzen, außer bei Frost oder großer Hitze – besonders gut gelingt die Pflanzung im Mai, Juni oder September.

Kletterrosen zählen zu den prägendsten Pflanzen an Hauswänden, Pergolen und Rankgerüsten – wer sie einmal richtig gesetzt hat, hat oft jahrzehntelang Freude daran. Trotzdem herrscht bei vielen Hobbygärtnern Unsicherheit, ob der Herbst oder das Frühjahr die bessere Pflanzzeit ist. Die Antwort hängt vor allem davon ab, in welcher Form die Rose gekauft wird, und davon, wie viel Zeit die Pflanze bis zum nächsten Winter hat, um sich einzuwurzeln.

Wurzelnackte Rosen, wie sie in Rosenschulen und im Versandhandel häufig angeboten werden, haben eine deutlich engere Pflanzzeit als Rosen im Topf. Wer diese Fenster kennt und die Pflanze in den ersten Wochen richtig behandelt, erspart ihr unnötigen Stress und sich selbst spätere Ausfälle.

Herbst oder Frühjahr: die Regel für wurzelnackte Rosen

Nach den Empfehlungen der Bayerischen Gartenakademie an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) werden wurzelnackte Rosen am besten zwischen Mitte Oktober und Ende März gepflanzt – vorausgesetzt, der Boden ist nicht gefroren. Dieses lange Fenster erklärt sich aus der Vegetationsruhe: Die Rose treibt in dieser Zeit keine Blätter, verliert also kaum Wasser über die Blattoberfläche, und kann in Ruhe neue Feinwurzeln bilden, bevor im Frühjahr der oberirdische Austrieb wieder Energie kostet. Wer eine Rose im tiefen Winter geliefert bekommt und der Boden gerade gefroren ist, sollte mit der Pflanzung warten und die Pflanze frostfrei und dunkel zwischenlagern, statt sie in gefrorene Erde zu zwingen.

Warum der Spätherbst oft die bessere Wahl ist

Für die Pflanzung von Gehölzen allgemein nennt die Gartenakademie den Zeitraum von Ende September bis Anfang Dezember als idealen Herbsttermin, mit dem Frühjahr von Anfang März bis Ende April als zweitem Fenster. Der Grund liegt im Boden: Im Spätherbst ist er noch so warm, dass frisch gepflanzte Gehölze bereits mit neuem Wurzelwachstum beginnen können, bevor der Winter das Wachstum stoppt. Diese Wurzeln liefern der Pflanze im folgenden Frühjahr einen Vorsprung und helfen ihr, spätere Trockenperioden im ersten Sommer besser zu überstehen, weil sie schon auf ein größeres Wurzelvolumen zurückgreifen kann als eine erst im Frühjahr gesetzte Rose.

Rosen aus dem Container: mehr Spielraum

Wer eine Kletterrose im Topf kauft, ist an diese engen Zeitfenster nicht gebunden.

Ein Rankgerüst mit Kletterpflanzen in einer begrünten Gartenecke
Kletterrosen brauchen von Anfang an ein stabiles Rankgerüst, an dem sich die Triebe entlangziehen können. Foto: PattayaPatrol, CC BY-SA 4.0

Container-Rosen lassen sich laut Gartenakademie grundsätzlich ganzjährig pflanzen, solange kein Frost herrscht und keine extreme Hitze das frische Wurzelwerk austrocknet. Besonders gute Anwachsergebnisse werden für Mai, Juni und September beschrieben, weil die Böden dann warm, aber nicht ausgetrocknet sind. Wer im Hochsommer pflanzt, sollte der Rose in den ersten Tagen zusätzlichen Schatten geben, bis sie sichtbar neue Triebe bildet.

Die richtige Pflanztiefe: auf die Veredlungsstelle achten

Fast alle Kletterrosen im Handel sind veredelt: Auf eine robuste Unterlage ist die eigentliche Sorte aufgepfropft. Die verdickte Veredlungsstelle sollte nach der Pflanzung 8 bis 10 Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen – sowohl bei wurzelnackten als auch bei Container-Rosen. Diese Tiefe schützt die empfindliche Stelle vor Frost und vor Austrocknung und sorgt dafür, dass bei Frostschäden am oberirdischen Trieb aus der Veredlungsstelle wieder die gewünschte Sorte nachtreiben kann, statt dass nur noch die robustere, aber blütenarme Unterlage wächst.

Pflanzschnitt und Angießen nach der Pflanzung

Bei wurzelnackten Rosen gehört laut Gartenakademie ein Pflanzschnitt direkt zur Pflanzung dazu: Schwache und abgebrochene Triebe werden ganz entfernt, die verbleibenden Triebe auf etwa 20 Zentimeter eingekürzt und die Wurzeln um wenige Zentimeter zurückgeschnitten. Das reduziert die Verdunstungsfläche, solange die frischen Wurzeln noch keinen vollen Wasserfluss liefern können. Direkt nach dem Setzen wird die Rose mit ein bis zwei Gießkannen Wasser eingeschlämmt, wobei der Wasserstrahl gezielt auf die Pflanzstelle gerichtet wird. Bei Container-Rosen, die im Frühjahr oder Sommer gepflanzt werden, sollte das Wässern in den ersten Wochen wöchentlich wiederholt werden, damit sich die Wurzeln trotz wärmerer Temperaturen gut mit dem umgebenden Boden verbinden können.

Der richtige Standort

Kletterrosen wollen einen sonnigen, luftigen Platz. Manche Sorten vertragen auch Halbschatten, mögen aber grundsätzlich keine Konkurrenz durch Baumwurzeln, keinen Tropfwasserfall von Bäumen, keinen Hitzestau vor Südwänden und keine Zugluft zwischen Gebäuden. Wer eine Rose an eine Hauswand pflanzt, sollte außerdem einen Abstand zur Wand einplanen, damit Regenwasser die Wurzeln erreicht und nicht nur der Dachüberstand für Trockenheit sorgt. Ein Abstand von etwa 40 bis 50 Zentimetern zur Wand, kombiniert mit einer schrägen Pflanzung in Richtung Rankgerüst, gibt der Rose genug Bodenvolumen und erleichtert gleichzeitig das spätere Anbinden.

Boden vorbereiten

Der Boden sollte nährstoffreich, durchlässig und locker sein. Schwerer Lehmboden profitiert von eingearbeitetem Sand, sandige Böden von Bentonit-Zusätzen, die Wasser und Nährstoffe besser binden. Wichtig ist außerdem, den Boden mindestens 40 bis 50 Zentimeter tief zu lockern und Wurzelunkräuter gründlich zu entfernen, bevor die Rose einzieht. An Stellen, an denen über Jahre schon Rosen standen, sollte möglichst keine neue Rose gepflanzt werden – dieser sogenannten Rosenmüdigkeit des Bodens lässt sich nur mit einem kompletten Bodenaustausch beikommen, weil sich im Boden Stoffwechselprodukte und rosenspezifische Krankheitserreger anreichern, die eine neue Pflanze am selben Standort deutlich schwächer wachsen lassen.

Rankhilfe und die erste Zeit nach der Pflanzung

Kletterrosen brauchen von Anfang an eine stabile Rankhilfe – ein Spalier, Drähte an der Wand oder ein Rankgerüst –, an der die Triebe locker angebunden werden. In den ersten Wochen nach der Pflanzung sollte die Rose regelmäßig, aber ohne Staunässe gegossen werden, damit sich die frischen Wurzeln mit dem umgebenden Boden verbinden können, ein Vorgang, den Gärtner als Anwachsen bezeichnen. Lange Triebe werden dabei nicht eingekürzt, sondern möglichst vollständig an der Rankhilfe befestigt, weil sie im ersten Jahr das Grundgerüst der späteren Kletterrose bilden.

Winterschutz im ersten Standjahr

Wer im Herbst pflanzt, sollte der jungen Rose vor dem ersten Winter etwas Schutz gönnen. Die Gartenakademie empfiehlt dafür, die Triebbasis rund 30 Zentimeter hoch mit Erde anzuhäufeln – dieselbe Maßnahme dient bereits direkt nach der Pflanzung als Schutz vor Verdunstung und im Winter zusätzlich als Kälteschutz. Das schützt die noch nicht tief verwurzelte Pflanze vor Kahlfrösten, also Frost ohne schützende Schneedecke. Ab dem zweiten Standjahr kommen die meisten winterharten Kletterrosensorten ohne diesen besonderen Schutz aus.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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