Kurzantwort: Für sonnige Gräber im Sommer eignen sich robuste, hitzeverträgliche Pflanzen wie Geranien, Eisbegonien, Portulakröschen, Mittagsblumen und Lavendel, die auch bei Trockenheit zuverlässig blühen. Friedhofsgärtner empfehlen als Grundgerüst eine Kombination aus mindestens 60 Prozent dauerhaften Bodendeckern und höchstens 40 Prozent wechselnder Saisonbepflanzung, weil ein größerer Anteil mehrjähriger Pflanzen den Pflegeaufwand über das Jahr spürbar senkt.
Ein Grab im Sommer braucht Pflanzen, die Sonne, Hitze und gelegentlich auch längere Trockenphasen ohne tägliche Pflege überstehen. Gleichzeitig soll es über die ganze Saison gepflegt und blühend aussehen.
Der Schlüssel liegt weniger in einer einzelnen Wunderpflanze als im richtigen Verhältnis zwischen Dauer- und Wechselbepflanzung. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie das umgesetzt wird.
Dauerbepflanzung als Grundgerüst
Friedhofsgärtner setzen bei der Grabgestaltung meist auf ein Verhältnis von mindestens 60 Prozent dauerhafter Bepflanzung zu höchstens 40 Prozent wechselnder Saisonbepflanzung. Immergrüne Bodendecker bilden dabei das ganzjährige Grundgerüst.
Diese Pflanzen bleiben über Jahre stehen, breiten sich flächig aus und unterdrücken durch ihre Dichte gleichzeitig unerwünschten Bewuchs. Das senkt den Pflegeaufwand deutlich gegenüber einem Grab, das jede Saison komplett neu bepflanzt wird.
Robuste Sommerblumen für sonnige Gräber
Geranien (Pelargonium) zählen zu den bewährtesten Sommerblühern für sonnige, warme Standorte und blühen bei guter Pflege bis in den Herbst hinein durch.
Eisbegonien vertragen sowohl volle Sonne als auch etwas Halbschatten und blühen zuverlässig über Wochen. Portulakröschen und die Mittagsblume (Delosperma) kommen mit sehr trockenen, sonnigen Standorten zurecht und öffnen ihre Blüten bevorzugt bei Sonnenschein.
Lavendel bringt zusätzlich Duft und eignet sich, in kleinen Gruppen gepflanzt, auch als niedrige Einfassung.
Bodendecker, die den Sommer über tragen
Neben klassischen Blühpflanzen tragen niedrige, flächige Bodendecker wesentlich zum gepflegten Gesamteindruck bei, auch wenn einzelne Blüten bereits verblüht sind. Eine dichte Unterpflanzung sorgt dafür, dass das Grab auch zwischen zwei Pflegeterminen ordentlich wirkt.
Solche Bodendecker halten zudem die Erde feuchter, weil weniger Feuchtigkeit direkt von der Sonne verdunstet wird, was in heißen Sommermonaten den Gießaufwand spürbar reduziert.
Pflege über die Saison
Regelmäßiges Entfernen verblühter Blüten hält die meisten Sommerblumen in einem durchgehenden Blühzyklus. Bei anhaltender Hitze und Trockenheit brauchen frisch gepflanzte Blumen häufigeres Gießen als bereits etablierte Bodendecker.
Ein Grab, das überwiegend aus dauerhaften Pflanzen besteht, kommt insgesamt mit deutlich weniger Besuchen zur Pflege aus als ein Grab, das jede Saison komplett neu bepflanzt wird.
Für den Übergang: Herbst vorbereiten
Gegen Ende des Sommers lässt die Blühkraft vieler Sommerblumen nach. Wer die Dauerbepflanzung als Grundlage gewählt hat, muss dann nur die wechselnden Blühakzente austauschen, statt das ganze Grab neu zu bepflanzen.
Das bestätigt noch einmal, warum sich der höhere Dauerbepflanzungsanteil über das ganze Jahr gerechnet auszahlt.
Friedhofsgärtner als Ansprechpartner
Wer sich bei der Auswahl unsicher ist oder wenig Zeit für die Grabpflege hat, kann sich an eine Friedhofsgärtnerei wenden. Friedhofsgärtner und -gärtnerinnen durchlaufen eine dreijährige duale Ausbildung und kennen die Standortbedingungen des jeweiligen Friedhofs im Detail.
Viele Friedhofsgärtnereien bieten neben der einmaligen Bepflanzung auch Pflegeverträge an, bei denen Gießen, Unkrautjäten und der saisonale Pflanzenwechsel übernommen werden, gerade für Angehörige, die nicht regelmäßig vor Ort sein können.
Gießen im Hochsommer
An vielen Friedhöfen stehen Gießkannen und Wasseranschlüsse zur Verfügung. In länger anhaltenden Hitzeperioden reicht ein wöchentlicher Besuch bei frisch gepflanzten Sommerblumen oft nicht aus, besonders bei praller Südlage ohne Schatten.
Eine dünne Mulchschicht aus Rindenmulch oder feinem Kies zwischen den Pflanzen hält die Feuchtigkeit länger im Boden und reduziert zusätzlich, wie schnell unerwünschter Bewuchs zwischen den Grabpflanzen aufkommt.
Übergang in den Herbst planen
Wer die Sommerbepflanzung frühzeitig plant, denkt die Wechselbepflanzung für Herbst und Winter gleich mit. Herbstastern, Besenheide oder Chrysanthemen lassen sich schon vorziehen und stehen bereit, sobald die Sommerblumen ihre Kraft verlieren.
So bleibt das Grab durchgehend gepflegt, ohne dass zwischen zwei Bepflanzungsrunden eine kahle Phase entsteht, in der nur die Erde sichtbar ist.
Auswahl nach Ausrichtung des Grabes
Nicht jedes Grab liegt vollsonnig. Teilverschattete Lagen unter Bäumen vertragen pralle Sommersonne liebende Arten wie Portulakröschen schlecht, hier eignen sich stattdessen schattenverträglichere Sommerblumen wie Fleißiges Lieschen oder Eisbegonien besser.
Ein kurzer Blick auf die Sonneneinstrahlung zu verschiedenen Tageszeiten hilft bei der Auswahl, bevor die ersten Pflanzen gesetzt werden, statt im Nachhinein feststellen zu müssen, dass sie am gewählten Platz nicht gedeihen.
Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine Rolle. Schwere, verdichtete Erde wird vor der Bepflanzung aufgelockert und mit etwas Kompost angereichert, damit Wasser weder abgewiesen wird noch stehen bleibt und die frisch gesetzten Sommerblumen zuverlässig anwachsen.
Auf Wunsch lässt sich eine Grabbepflanzung auch bewusst insektenfreundlich gestalten, etwa mit Lavendel, Katzenminze oder anderen nektarreichen Arten, die zusätzlich zur Optik auch Bienen und Schmetterlingen Nahrung bieten. Das verändert nichts an der Pflegeleichtigkeit, solange die Arten weiterhin zu sonnigen, trockenen Standorten passen.
Ein einheitliches, ruhiges Farbschema mit zwei bis drei aufeinander abgestimmten Farben wirkt oft gepflegter als eine bunte Mischung vieler unterschiedlicher Töne. Wiederkehrende Farbakzente in Dauerbepflanzung und Sommerblumen verbinden beide Ebenen der Bepflanzung optisch miteinander.
Wer sich für eine bestimmte Farbwahl entscheidet, hält sie idealerweise auch beim Wechsel zur Herbst- und Winterbepflanzung bei, damit das Grab über das ganze Jahr einen einheitlichen, wiedererkennbaren Charakter behält.
Ein kleines Schild oder eine Notiz mit den verwendeten Sorten hilft zudem der Erinnerung im nächsten Jahr, welche Kombination sich am gewählten Standort bewährt hat und welche Art vielleicht doch nicht zurechtkam. So lässt sich die Bepflanzung von Saison zu Saison gezielt verbessern, statt jedes Jahr neu zu raten.
Wer selten am Grab sein kann, profitiert außerdem von automatischen Bewässerungssystemen mit kleinem Wassertank, wie sie mittlerweile auch für einzelne Gräber angeboten werden. Sie überbrücken kurze Trockenphasen zwischen zwei Besuchen zuverlässig.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

