Kurzantwort: Sonnenblumen kommen erst ab Ende April, in kühleren Lagen besser nach den Eisheiligen Mitte Mai, direkt ins Freiland, bei einer Bodentemperatur ab etwa 7 bis 8 °C. Der Standort sollte vollsonnig und windgeschützt sein, der Boden tiefgründig und nährstoffreich, weil die Pflanze eine lange Pfahlwurzel bildet. Die Saattiefe liegt bei 2 bis 6 Zentimetern, der Pflanzabstand je nach Sorte bei mindestens 45 bis 50 Zentimetern.
Sonnenblumen gehören zu den unkompliziertesten Sommerblumen für den eigenen Garten und lassen sich direkt aus dem Samen ziehen. Trotzdem entscheidet der richtige Zeitpunkt über kräftiges Wachstum oder einen mickrigen Start.
Wer zu früh sät, riskiert, dass die Keimlinge bei Kälte faulen oder gar nicht erst aufgehen. Die folgenden Abschnitte gehen Zeitpunkt, Standort und Aussaat im Detail durch.
Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
Sonnenblumen mögen keine Kälte. Die Direktsaat ins Freiland beginnt deshalb frühestens Ende April, bei einer Bodentemperatur von etwa 7 bis 8 °C. In kühleren Lagen ist es sicherer, bis nach den Eisheiligen Mitte Mai zu warten.
Wer früher blühende Pflanzen möchte, zieht die Samen ab Anfang März im Topf auf der Fensterbank vor und setzt die Jungpflanzen erst nach den letzten Frösten ins Freiland.
Standort und Boden
Sonnenblumen brauchen einen vollsonnigen, windgeschützten Platz mit mindestens sechs bis acht Stunden direktem Licht am Tag. Ohne ausreichend Sonne bleiben Wuchs und Blüte deutlich schwächer.
Der Boden sollte tiefgründig, humus- und nährstoffreich sein, weil die Pflanze eine kräftige Pfahlwurzel bis tief in den Untergrund treibt. Schwere, verdichtete Böden werden vor der Aussaat gelockert und mit etwas Sand für eine bessere Drainage versehen.
Aussaat Schritt für Schritt
Pro Pflanzstelle werden drei bis fünf Samenkörner etwa 2 bis 6 Zentimeter tief in die vorbereitete, feuchte Erde gesteckt. Eine ausreichende Saattiefe schützt die Körner vor Vogelfraß.
Der Abstand zwischen den Pflanzstellen liegt bei mindestens 45 bis 50 Zentimetern, bei großwüchsigen Sorten für den Reihenanbau auch deutlich mehr, damit sich die Pflanzen mit ihren breiten Blättern nicht gegenseitig beschatten.
Nach der Aussaat wird die Fläche gleichmäßig feucht gehalten, bis die Keimlinge sichtbar sind, was je nach Temperatur ein bis zwei Wochen dauert.
Pflege nach dem Auflaufen
Sind mehrere Keimlinge an einer Stelle aufgegangen, wird auf die kräftigste Pflanze vereinzelt, damit genug Platz und Nährstoffe für ein gesundes Wachstum bleiben.
Regelmäßiges Gießen ist vor allem in der ersten Zeit nach der Aussaat wichtig, bis die Pfahlwurzel tief genug reicht, um selbstständig an Wasser zu kommen. Hochwachsende Sorten profitieren zusätzlich von einer Stütze, damit sie bei Wind nicht knicken.
Vorziehen als Alternative
Wer nicht auf den warmen Boden im Freiland warten möchte, zieht die Samen ab Anfang März in kleinen Töpfen auf einer hellen, warmen Fensterbank vor.
Ende Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, kommen die vorgezogenen Jungpflanzen entweder ins Freiland oder zunächst noch abgehärtet für einige Tage tagsüber nach draußen.
Herkunft und Eigenschaften der Sonnenblume
Die Sonnenblume (Helianthus annuus) stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde dort bereits von indigenen Völkern als Nutzpflanze angebaut, lange bevor sie über Spanien nach Europa gelangte. Was wie eine einzelne große Blüte aussieht, ist botanisch ein Blütenkorb aus vielen kleinen Einzelblüten.
Junge Sonnenblumen zeigen einen als Heliotropismus bekannten Effekt: Ihre Blütenköpfe folgen tagsüber der Sonne von Ost nach West. Sobald die Pflanze ausgewachsen ist und blüht, lässt dieses Verhalten nach, die Blüte bleibt dann meist nach Osten ausgerichtet stehen.
Nahrung für Insekten und Vögel
Die vielen kleinen Einzelblüten im Blütenkorb bieten Bienen und Hummeln reichlich Pollen und Nektar, gerade im Spätsommer, wenn viele andere Blühpflanzen bereits verblüht sind.
Lässt man die verblühten Köpfe im Herbst stehen, statt sie abzuschneiden, dienen die reifen Samen zusätzlich Vögeln wie Meisen und Finken als Nahrung, bevor die Pflanze im nächsten Frühjahr neu ausgesät wird.
Sonnenblumen als Sichtschutz
Hochwachsende Sorten, die deutlich über zwei Meter hinauswachsen, eignen sich in einer dichten Reihe gepflanzt als sommerlicher Sichtschutz, etwa entlang eines Zauns oder zur Abgrenzung eines Gemüsebeets.
Für diesen Zweck werden die Pflanzstellen dichter gesetzt als bei einzeln stehenden Prachtexemplaren, wichtig bleibt trotzdem eine stabile Rankhilfe oder ein Zaun im Rücken, an dem sich die hohen Stängel bei Wind abstützen können.
Ernte der Kerne
Wer die Kerne selbst ernten möchte, lässt den Blütenkopf an der Pflanze reifen, bis die Rückseite braun wird und die Kerne fest sitzen. Der ganze Kopf wird dann abgeschnitten und kopfüber an einem trockenen, luftigen Ort zum Nachtrocknen aufgehängt.
Nach einigen Wochen lassen sich die getrockneten Kerne leicht aus dem Blütenboden lösen, entweder zum eigenen Verzehr, als Vogelfutter für den Winter oder als Saatgut für die nächste Saison.
Wird der Kopf stattdessen ungeschützt draußen belassen, holen sich Vögel die Kerne oft schon, bevor sie vollständig ausgereift sind. Ein locker übergestülptes, luftdurchlässiges Netz schützt den reifenden Blütenkopf, ohne die Belüftung zu behindern.
Auch mehrblütige, buschig wachsende Sorten mit vielen kleineren Blütenköpfen statt einer einzigen Großblüte eignen sich gut für den Hausgarten. Sie blühen über einen längeren Zeitraum gestaffelt, was zusätzlich die Nahrungsversorgung für Bienen über mehrere Wochen streckt.
Für Familien mit Kindern eignet sich ein kleines Sonnenblumenbeet außerdem gut als erstes eigenes Gartenprojekt: Die großen Samenkörner lassen sich leicht greifen und stecken, und das rasche, sichtbare Wachstum hält die Begeisterung über Wochen wach.
Ein informeller Wettbewerb um die größte Pflanze der Nachbarschaft ist bei Sonnenblumen keine Seltenheit, manche Riesensorten erreichen unter guten Bedingungen deutlich über drei Meter Höhe. Eine stabile Rankhilfe ist bei solchen Sorten von Anfang an Pflicht, nicht erst, wenn der Stängel bereits unter der eigenen Last zu kippen droht.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

