Kurzantwort: Der Geldbaum (Crassula ovata) bildet seine kleinen, duftenden, weißen bis rosafarbenen Sternblüten in seiner südafrikanischen Heimat während der dortigen kühlen Wintermonate von Juni bis August. Als Zimmerpflanze blüht er deutlich seltener, weil ihm meist die nötige Kombination aus viel direktem Licht, einer kühleren, trockeneren Ruhephase im Winter und einem bereits mehrjährigen, ausgereiften Wuchs fehlt. Wer diese Bedingungen nachstellt, erhöht die Chance auf Blüten deutlich.
Der Geldbaum ist als pflegeleichte Zimmerpflanze weit verbreitet, seine Blüte bekommen aber nur wenige Halter zu sehen. Das liegt weniger an der Pflanze selbst als an den Bedingungen, unter denen sie meist gehalten wird.
Wer versteht, welche Reize eine Blüte auslösen, kann mit ein paar Anpassungen in der Pflege nachhelfen. Die folgenden Abschnitte erklären, worauf es ankommt.
Wie die Blüte des Geldbaums aussieht
Die Blüten von Crassula ovata sind klein, strahlig aufgebaut und erscheinen in dichten Büscheln an den Triebspitzen. Die sternförmige Blütenkrone ist weiß bis zart rosa gefärbt und misst nur etwa 15 Millimeter im Durchmesser, dazu duften die Blüten leicht süßlich.
In der südafrikanischen Heimat der Pflanze fällt die Blütezeit in den dortigen Winter, also in die Monate Juni bis August, wenn die Temperaturen dort kühler sind als im übrigen Jahr.
Warum viele Zimmerpflanzen nie blühen
Als Zimmerpflanze in Mitteleuropa fehlt dem Geldbaum meist der ausgeprägte Temperaturunterschied zwischen Sommer und Winter, den er aus seiner Heimat kennt. Ganzjährig gleichbleibend warme Räume geben der Pflanze kein Signal für eine Ruhephase, die eine Blüte anstoßen könnte.
Auch fehlendes Licht ist ein häufiger Grund. Der Geldbaum braucht als Sukkulente täglich mehrere Stunden direkte Sonne oder sehr helles Licht, um überhaupt genug Energie für die Blütenbildung zu speichern.
Licht als wichtigste Voraussetzung
Ein möglichst heller, sonniger Standort mit vier bis sechs Stunden direktem Licht täglich ist die Grundlage für kräftiges Wachstum und damit auch für die Blütenbildung. Ein reiner Schattenplatz reicht dafür in aller Regel nicht aus.
Im Sommer verträgt ein bereits an Sonne gewöhnter Geldbaum auch einen geschützten Platz im Freien, was zusätzliches Licht liefert, ohne dass die Pflanze verbrennt.
Eine kühlere, trockenere Winterruhe
Wie bei vielen Sukkulenten ist der Wasserbedarf des Geldbaums im Winter ohnehin gering, zu viel Wasser in der kalten Jahreszeit begünstigt sogar Wurzelfäule. Wird die Pflanze zusätzlich kühler gestellt, etwa bei 10 bis 15 °C, und noch sparsamer gegossen, ahmt das die natürliche Ruhephase nach.
Dieser Wechsel aus kühlerer, trockenerer Ruhephase und anschließend wieder wärmerem, hellem Standort im Frühjahr ist der Reiz, der bei vielen Sukkulenten die Blütenbildung begünstigt.
Geduld mit älteren Pflanzen
Ein junger, erst wenige Jahre alter Geldbaum blüht in aller Regel noch nicht, unabhängig von der Pflege. Die Pflanze braucht ein gewisses Alter und einen bereits verholzten, kräftigen Wuchs, bevor sie überhaupt Blütenknospen anlegt.
Wer einen älteren, gut gepflegten Geldbaum besitzt und die Lichtverhältnisse sowie eine kühlere Winterruhe berücksichtigt, hat die besten Voraussetzungen, die kleinen Sternblüten irgendwann selbst zu sehen.
Herkunft und botanische Einordnung
Der Geldbaum stammt ursprünglich aus Südafrika und gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae), zu der auch viele andere bekannte Sukkulenten wie Echeverien oder Sedum-Arten zählen. Typisch für die Familie sind dickfleischige, wasserspeichernde Blätter.
In seiner Heimat wächst Crassula ovata als verholzender Strauch, der mehrere Meter hoch werden kann. Als Zimmerpflanze bleibt er durch den begrenzten Topfraum deutlich kleiner, entwickelt mit den Jahren aber ebenfalls einen dicken, baumartigen Stamm.
Pflege, die das Blühen zusätzlich unterstützt
Ein durchlässiges, mineralisches Substrat, wie es für Kakteen und Sukkulenten angeboten wird, beugt Staunässe vor und unterstützt ein gesundes Wurzelwachstum, das wiederum die Grundlage für kräftige Triebe und mögliche Blütenansätze ist.
Ein maßvoller, auf die Wachstumsphase begrenzter Düngereinsatz mit einem Kakteendünger versorgt die Pflanze zusätzlich mit den Nährstoffen, die für Wachstum und Blütenbildung nötig sind, ohne sie durch zu viel Stickstoff zu übermäßigem, weichem Wachstum anzuregen.
Vorsicht bei Hunden und Katzen
Der Geldbaum gehört wie viele Dickblattgewächse zu den für Hunde und Katzen giftigen Zimmerpflanzen. Werden Blätter gefressen, kann das bei Tieren zu Erbrechen, Durchfall oder Apathie führen.
In Haushalten mit Haustieren steht der Geldbaum deshalb besser außerhalb ihrer Reichweite, etwa auf einem hohen Fensterbrett oder Regal, statt frei zugänglich auf dem Boden oder einem niedrigen Tisch.
Schnitt und Formgebung
Ein gelegentlicher Rückschnitt zu lang gewordener Triebe fördert einen buschigeren, kompakteren Wuchs, weil die Pflanze darauf mit neuen Seitentrieben reagiert. Geschnitten wird am besten im Frühjahr zu Beginn der Wachstumsphase mit einem sauberen, scharfen Messer.
Die abgeschnittenen Triebstücke lassen sich problemlos als Stecklinge vermehren: Nach ein bis zwei Tagen Antrocknen der Schnittstelle in mäßig feuchte Erde gesteckt, bewurzeln sie zuverlässig und ergeben neue, eigenständige Pflanzen.
Auch einzelne, gesunde Blätter lassen sich zur Vermehrung nutzen. Flach auf leicht feuchte Erde gelegt, bilden sie nach einigen Wochen an der Blattbasis kleine Wurzeln und schließlich einen winzigen neuen Trieb, aus dem mit der Zeit eine eigenständige Pflanze heranwächst.
Ein zu üppig gedüngter oder zu dunkel stehender Geldbaum neigt außerdem zu einem instabilen, langgestreckten Wuchs, bei dem die schweren Triebe leicht abknicken. Ein heller Standort und maßvolle Düngung sorgen für kompaktes, stabiles Wachstum und sind damit dieselben Voraussetzungen, die auch die Blütenbildung begünstigen.
Ein alter, gut gepflegter Geldbaum kann mehrere Jahrzehnte alt werden und wird in manchen Familien über Generationen weitergegeben. Wer beim nächsten Umtopfen also nicht sofort Blüten sieht, verliert mit dieser langen Lebenserwartung nichts, sondern gewinnt nur Zeit für den nächsten Versuch.
Ein Blick zurück auf die Pflegehistorie der eigenen Pflanze hilft bei der Einschätzung: Stand sie schon einmal für mehrere Wochen kühl und deutlich sparsamer gegossen als sonst, waren die Grundvoraussetzungen für eine Blüte bereits gegeben, auch wenn sich noch keine Knospen gezeigt haben.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

