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Kurzantwort: Der Garten von Monet liegt in Giverny in der Normandie und besteht aus zwei Teilen: dem Blumengarten Clos Normand vor dem Haus und dem Wassergarten mit Seerosenteich und japanischer Brücke. Monet mietete das Anwesen 1883, kaufte es 1890 und legte den Teich ab 1893 an. Seit 1980 ist der Garten öffentlich, geöffnet von April bis November. 2023 kamen 750.000 Besucher.
Kaum ein Garten ist so oft gemalt worden wie dieser. Claude Monet hat in Giverny 43 Jahre gelebt und den Garten so angelegt, dass er ihm als Motiv diente. Die Seerosenbilder, die heute in Museen von Paris bis New York hängen, sind hier entstanden.
Der Garten ist deshalb zweierlei: ein Kunstwerk und ein echter Garten mit Beeten, Gärtnern und Jahreszeiten. Wer ihn besucht, sieht beides.
Hier steht, wie der Garten entstand, was seine beiden Teile ausmacht, wie er nach Jahrzehnten des Verfalls gerettet wurde und wie du den Besuch planst.
Wie Monet nach Giverny kam
Im Mai 1883 mietete Monet das Haus „Le Pressoir“ in Giverny, einem Dorf im Département Eure. Er zog mit seiner Familie ein und begann sofort, den Obst- und Gemüsegarten vor dem Haus umzugestalten. Im November 1890 konnte er Haus und Grundstück kaufen, seine Bilder verkauften sich inzwischen gut.
1892 stellte er den ersten Gärtner ein. Um 1904 arbeiteten sechs Gärtner unter der Leitung von Félix Breuil im Garten. Monet selbst gab die Pflanzpläne vor und bestellte Samen und Pflanzen aus Katalogen, oft in großen Mengen.
Der Clos Normand: Blumen vor dem Haus
Der Clos Normand ist der Garten direkt vor dem rosafarbenen Haus mit den grünen Fensterläden. Monet ersetzte die alten Obstbäume und Buchsbaumhecken durch Blumenbeete, die er nach Farben ordnete.
Das Gerüst ist streng: gerade Beete, eine Mittelachse mit Metallbögen für Kletterrosen, die Grande Allée. Die Pflanzung darin ist locker. Im Frühjahr blühen Tulpen und Narzissen, im Sommer Rosen, Mohn, Iris und Pfingstrosen, im Spätsommer Dahlien und Kapuzinerkresse, die über den Kiesweg der Grande Allée wächst. So bekommt jede Jahreszeit ihr eigenes Bild.
Der Wassergarten: Teich, Brücke, Seerosen
Am 5. Februar 1893 kaufte Monet ein 1.268 Quadratmeter großes Grundstück auf der anderen Seite der Straße und der Bahnlinie, am Flüsschen Ru, einem Arm der Epte. Er wollte dort einen Teich anlegen und exotische Wasserpflanzen setzen. Die Nachbarn fürchteten, die Pflanzen könnten das Wasser vergiften. Erst am 27. Juli 1893 erlaubte der Präfekt das Abzweigen des Wassers.
Im Oktober 1893 baute ein Handwerker aus dem Ort die japanische Brücke über den Teich. Monet hatte japanische Farbholzschnitte gesammelt und kannte die geschwungenen Brücken von dort. Später ließ er Glyzinien darüber wachsen.
Der Teich wuchs mit weiteren Käufen. Im Mai 1901 kam ein Stück Land für 1.200 Francs hinzu, 1902 ein Tausch mit der Bahngesellschaft. Am Ende war die Wasserfläche etwa viermal so groß wie zu Beginn. Ab etwa 1897 malte Monet die Seerosen auf dem Wasser, später fast nur noch sie. Rund 250 Gemälde der Serie „Nymphéas“ sind bekannt.
Verfall und Rettung
Monet starb 1926. Sein Sohn Michel erbte das Anwesen und lebte anderswo, der Garten verwilderte. 1966 vermachte Michel Monet Haus und Garten der Académie des Beaux-Arts.
Die Restaurierung begann nach 1977 unter Gérald Van der Kemp, der zuvor Versailles geleitet hatte. Sie kostete rund sieben Millionen US-Dollar, zu 95 Prozent aus privaten Spenden, viele davon aus den USA. Der Teich wurde ausgebaggert, die Brücke neu gebaut, das Haus nach alten Fotos eingerichtet, mit dem gelben Esszimmer und der blauen Küche. 1980 öffnete die Fondation Claude Monet den Garten für Besucher.
Seitdem pflegt ein Gärtnerteam die Anlage nach Monets Pflanzplänen. Jedes Jahr werden die Beete des Clos Normand neu bestückt, damit die Farbfolge vom Frühjahr bis zum Herbst so aussieht wie auf den Bildern.
Besuch planen
Der Garten ist von April bis November geöffnet, im Winter bleibt er geschlossen. Die genauen Tage und Preise stehen auf der Seite der Fondation Claude Monet und ändern sich von Jahr zu Jahr.
Mit 750.000 Besuchern im Jahr 2023 ist der Garten voll, besonders an Wochenenden und um die Mittagszeit. Komm zur Öffnung oder am späten Nachmittag, dann gehören dir die Wege fast allein. Ein Zeitfenster-Ticket im Voraus spart die Schlange am Eingang.
Wer die Seerosen sehen will, kommt im Sommer. Für Tulpen und Iris lohnt sich Mai, für Dahlien der September. Mit der Bahn erreichst du den Bahnhof Vernon-Giverny, von dort fahren Shuttlebusse ins Dorf. Im Ort liegt außerdem das Musée des impressionnismes, das sich mit dem Gartenbesuch verbinden lässt.
Häufige Fragen
Wann blühen die Seerosen in Monets Garten?
Im Sommer, etwa von Juni bis September. Die Blüten öffnen sich am Vormittag und schließen sich gegen Abend.
Wie lange dauert ein Besuch?
Für beide Gartenteile und das Haus solltest du zwei Stunden einplanen, an vollen Tagen mehr.
Kann man Monets Haus besichtigen?
Ja, das Wohnhaus gehört zum Rundgang, mit dem Atelier-Salon, der Küche und Monets Sammlung japanischer Holzschnitte.
Ist der Garten im Winter geöffnet?
Nein. Die Saison läuft von April bis November. Die genauen Daten nennt die Fondation jedes Jahr neu.
Wem gehört der Garten heute?
Der Académie des Beaux-Arts, die ihn 1966 von Michel Monet erbte. Die Fondation Claude Monet betreibt Haus und Garten seit der Eröffnung 1980.
Warum hat Monet eine japanische Brücke gebaut?
Er sammelte japanische Farbholzschnitte und übernahm die geschwungene Brückenform aus diesen Bildern. Die Brücke entstand im Oktober 1893.
Quellen
Lucie begleitet fuer spatenfreunde.de eine Gartensaison von der Aussaat bis zur Ernte.

Lucie zieht Gemüse aus Samen und schreibt über Aussaat, Jungpflanzen und den Kalender fürs Gartenjahr.







