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Kurzantwort: Der Garten von Eden ist der Garten aus dem zweiten Kapitel der Genesis, in den Gott den ersten Menschen setzt. Aus ihm entspringt ein Strom, der sich in die vier Flüsse Pischon, Gihon, Hiddekel und Perat teilt. „Eden“ bedeutet im Hebräischen „Wonne“, das Wort „Paradies“ stammt vom altpersischen pairidaêza, einem umfriedeten Gehege. Wo der Garten gelegen haben soll, ist nicht belegt; die Theorien reichen von Mesopotamien bis zum Persischen Golf.
Kaum ein Garten hat die Vorstellung vom idealen Garten so geprägt wie einer, den niemand je gesehen hat. Der Garten von Eden steht am Anfang der Bibel und am Anfang fast jeder Gartenidee, die danach kam.
Für Gärtner ist die Geschichte mehr als Religion. Sie erklärt, warum wir Gärten einzäunen, warum Wasser in der Mitte liegt und warum Obstbäume im Paradies nie fehlen.
Dieser Artikel fasst zusammen, was der Text sagt, was die Wörter bedeuten, wo Forscher gesucht haben und wie das Motiv bis in den heutigen Garten reicht.
Was die Bibel über den Garten erzählt
Die Erzählung steht in Genesis 2. Gott pflanzt einen Garten „in Eden, gegen Osten“ und setzt den Menschen hinein, damit er ihn „bebaue und bewahre“. In der Mitte stehen zwei Bäume: der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
Die Verse 10 bis 14 beschreiben die Bewässerung. Ein Strom geht von Eden aus und teilt sich in vier Hauptflüsse: Pischon, der das Land Hawila mit seinem Gold umfließt, Gihon, der Kusch umfließt, Hiddekel, der östlich von Assur fließt, und Perat. Hiddekel wird mit dem Tigris gleichgesetzt, Perat mit dem Euphrat.
In Genesis 3 folgt die Vertreibung. Nach dem Verzehr der verbotenen Frucht müssen Adam und Eva den Garten verlassen, Cherubim mit flammendem Schwert bewachen den Weg zum Baum des Lebens. Der Garten bleibt damit unerreichbar, und genau das machte ihn zum Sehnsuchtsort.
Woher „Eden“ und „Paradies“ kommen
Das hebräische Wort ʿēden heißt „Wonne“ oder „Wonneland“. Der Garten in Eden ist also ein Garten im Land der Wonne.
Das Wort „Paradies“ hat einen anderen Ursprung. Es geht auf das altpersische pairidaêza zurück, das ein „Gehege“ bezeichnet, einen von Mauern umgebenen Park der persischen Könige. Die griechische Übersetzung der Bibel, die Septuaginta, benutzte dafür parádeisos, und so wurde aus dem persischen Wildpark der Name für den biblischen Garten.
Für Gärtner ist das die interessante Pointe: Das Paradies war dem Wortsinn nach ein umfriedeter Garten. Zaun und Mauer gehören von Anfang an dazu.
Wo der Garten gelegen haben soll
Die vier Flüsse haben Generationen von Forschern zu Landkarten verleitet. Tigris und Euphrat weisen nach Mesopotamien, dem heutigen Irak. Pischon und Gihon lassen sich keinem Fluss sicher zuordnen.
Der Assyriologe Manfried Dietrich sah im Tempelgarten von Eridu in Südmesopotamien ein Vorbild. Der Archäologe Juris Zarins verlegte Eden in ein Flussdelta am Persischen Golf, das um 6000 vor Christus im Meer versank, und verband es mit dem sumerischen Dilmun. David Rohl suchte den Garten im Gebiet um Täbris im Iran, mit dem Urmiasee als Quelle der Flüsse. Andere Theorien zeigen auf den Fruchtbaren Halbmond um Göbekli Tepe.
Keine dieser Thesen ist bewiesen. Für die Bibelwissenschaft ist der Text keine Geografie, er ist eine Erzählung über das Verhältnis von Mensch, Gott und Schöpfung.
Wie das Motiv die Gartenkunst prägte
Der persische Tschahar Bagh, der „Viergarten“, ist ein rechteckiger Garten, den zwei gekreuzte Wasserkanäle in vier Felder teilen. Viele deuten die vier Kanäle als Abbild der vier Paradiesflüsse. Beispiele sind der Garten des Taj Mahal in Agra und der Tschahar Bagh in Isfahan.
Im christlichen Mittelalter wurde der Klostergarten zum hortus conclusus, dem „verschlossenen Garten“. Das Bild stammt aus dem Hohelied 4,12 und wurde auf Maria übertragen. Maler wie Stefan Lochner und Jan van Eyck zeigten sie in einem eingefriedeten Garten mit Lilien, Rosen, Akelei und Erdbeeren.
Die Barockgärten setzten das Paradies als geometrisch geordnete Welt fort. Die romantischen Landschaftsgärten des 18. und 19. Jahrhunderts drehten das Bild um: Nun galt die scheinbar wilde Natur als Urbild der verlorenen Unschuld.
Was du aus dem Paradiesgarten für deinen Garten mitnimmst
Drei Elemente kehren in allen Paradiesgärten wieder: eine Einfriedung, Wasser in der Mitte und Bäume mit Früchten. Wer einen kleinen Garten plant, kann genau damit arbeiten. Eine Hecke oder Mauer schafft den geschützten Raum, ein Becken oder eine Vogeltränke den Mittelpunkt, ein Apfel- oder Quittenbaum den Schatten.
Das zweite Prinzip ist die Ordnung. Vier Beete um eine Kreuzung aus Wegen sind die einfachste Form, die seit Jahrtausenden funktioniert. Und das Motto aus Genesis 2,15 taugt bis heute als Gärtnerregel: bebauen und bewahren.
Häufige Fragen
Wo liegt der Garten Eden heute?
Das ist nicht belegt. Die Flussnamen weisen nach Mesopotamien, Forscher haben Orte im Irak, im Iran und am Persischen Golf vorgeschlagen. Keine These gilt als bewiesen.
Was bedeutet das Wort Eden?
Hebräisch ʿēden heißt „Wonne“. Der Garten liegt nach dem Bibeltext in einem Land dieses Namens.
Welche vier Flüsse fließen aus Eden?
Pischon, Gihon, Hiddekel und Perat. Hiddekel steht für den Tigris, Perat für den Euphrat.
Ist Paradies dasselbe wie Eden?
Im Sprachgebrauch ja. Das Wort Paradies kommt aber aus dem Persischen und bezeichnete ursprünglich einen ummauerten Park. Erst die griechische Bibelübersetzung machte daraus den Namen für den Garten in Eden.
Was ist ein hortus conclusus?
Ein „verschlossener Garten“, ein Bildmotiv der mittelalterlichen Kunst nach Hohelied 4,12. Er zeigt Maria in einem eingefriedeten Garten und griff die Idee des Paradieses auf.
Kommt der Garten auch im Koran vor?
Der Koran beschreibt das Paradies als Gärten, die von Bächen durchflossen werden. Die islamische Gartenkunst mit ihren vier Wasserkanälen bezieht sich darauf.
Quellen
- Garten Eden — Wikipedia
- 1. Mose 2 (Lutherbibel) — bibleserver.com
- Hortus conclusus — Wikipedia
- Tschahār Bāgh — Wikipedia
Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.






