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Garten-Symbole für Kinder: Zeichen, die sie verstehen

Kurzantwort: Kinder, die noch nicht lesen können, orientieren sich an Bildern. Im Kindergarten bekommt deshalb jedes Kind ein eigenes Symbol für Garderobenhaken, Fach und Handtuch — Pilz, Hase, Apfel. Im Garten funktioniert dasselbe Prinzip: Bildschilder am Beet, Umrisse an der Gerätekiste und ein deutliches Warnzeichen an Pflanzen, die nicht in den Mund gehören.

Ein Symbol ist für ein dreijähriges Kind das, was für Erwachsene ein Namensschild ist. Es beantwortet die Frage „Gehört das mir?“ ohne einen einzigen Buchstaben.

Deshalb arbeiten Kindergärten seit Jahrzehnten damit. Und deshalb lässt sich das Prinzip im eigenen Garten weiterverwenden, wenn Kinder dort mithelfen sollen.

Hier steht, warum Bildzeichen funktionieren, wie sie im Kindergarten vergeben werden, wie du sie im Beet einsetzt und welches Zeichen bei Giftpflanzen gebraucht wird.

Warum Bildzeichen bei kleinen Kindern wirken

Vorschulkinder erkennen Formen und Farben lange bevor sie Schrift entschlüsseln. Ein Bild ist damit die erste gemeinsame Sprache zwischen Kind, Eltern und Erzieherin.

Der praktische Gewinn liegt in der Selbstständigkeit. Wer seinen Haken selbst findet, braucht keine Begleitung. Wer die Gießkanne am Umriss auf der Kistenwand wiedererkennt, räumt sie allein zurück.

Dazu kommt Ordnung ohne Ansage. Ein Symbol beantwortet die Frage nach dem richtigen Platz, ohne dass jemand sie stellen muss — das reduziert die Zahl der Ermahnungen deutlich.

Das Garderobensymbol im Kindergarten

In vielen Einrichtungen bekommt jedes Kind zum Start ein Zeichen: eine Erdbeere, einen Marienkäfer, einen Traktor. Es klebt am Garderobenhaken, am Eigentumsfach und am Handtuchhalter und begleitet das Kind meist über die gesamte Kindergartenzeit.

Die Vergabe läuft unterschiedlich. Manche Häuser losen, andere lassen die Kinder aus einer Auswahl wählen, wieder andere ordnen Symbole gruppenweise nach Themen zu. Ein Wechsel des Symbols ist möglich, gilt aber als Einschnitt und wird selten gemacht.

Seit einigen Jahren gibt es eine Gegenbewegung. Wiener Kindergärten ersetzen zugeteilte Symbole zunehmend durch den Namen mit Foto oder durch eine selbstgemalte Zeichnung des Kindes. Die Leiterin der Wiener Kindergärten, Karin Broukal, begründete das damit, dass ein eigenes Foto oder eine selbstgemachte Zeichnung wichtige Impulse für die Persönlichkeitsentwicklung biete; Kinder sollten kein Zeichen zugewiesen bekommen, mit dem sie sich nicht identifizieren können. Eine stadtweite Vorgabe gibt es dafür nach dem Bericht vom 7. September 2024 nicht, einzelne Häuser haben es aus eigener pädagogischer Erfahrung umgestellt.

Symbole im Garten: Beetschild und Gerätekiste

Im Beet ersetzt ein Bild die Sortenbezeichnung. Klebe das Tütenbild der Aussaat auf ein Holzstäbchen oder male die Pflanze auf einen glatten Stein. Dann weiß auch das Kind, das noch nicht liest, wo die Radieschen liegen.

Praktisch bewährt hat sich die Kombination aus Bild und Wort. Das Kind erkennt das Bild, sieht daneben das Wort und verknüpft beides mit der Zeit von selbst.

Für Werkzeug funktioniert der Umriss. Zeichne die Silhouette von Handschaufel, Harke und Gießkanne auf die Rückwand der Kiste oder auf ein Brett an der Wand. Jedes Gerät hat dann sichtbar seinen Platz, und das Aufräumen wird zum Zuordnungsspiel.

Ein eigenes Zeichen für das Kinderbeet gehört ebenfalls dazu. Ein Schild mit dem Namen und einem selbst gemalten Symbol markiert: Das hier ist deins, hier entscheidest du.

Ein Zeichen für „nicht in den Mund“

Im Garten wachsen Pflanzen, die für Kinder nicht harmlos sind — Eibe, Goldregen, Fingerhut, Engelstrompete, Herbstzeitlose oder Maiglöckchen gehören dazu. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat dafür die Information 202-023 „Giftpflanzen — Beschauen, nicht kauen!“ herausgegeben, die in Kindertageseinrichtungen und Schulen verwendet wird.

Ein farbiges Warnsymbol am Pflanzstab hilft, muss aber erklärt werden. Für Kinder unter drei Jahren ersetzt kein Schild die Aufsicht; ab dem Kindergartenalter lässt sich eine einfache Regel einführen: Was im Garten wächst, wird erst gefragt und dann probiert.

Sinnvoll ist außerdem eine Liste am Kühlschrank: welche Pflanzen im eigenen Garten stehen und die Nummer des nächsten Giftinformationszentrums. Im Ernstfall zählt, dass die Pflanze schnell benannt werden kann.

Symbole selbst herstellen

Am haltbarsten sind Zeichen, die die Kinder selbst gemacht haben — schon weil sie dann wissen, was gemeint ist. Drei Wege haben sich bewährt.

Der schnellste: zeichnen, ausschneiden, laminieren. Eine laminierte Karte hält eine Saison im Freien, wenn die Ränder umlaufend verschweißt sind. Mit einem Loch und einer Schnur hängt sie an Stab oder Haken.

Der schönste: bemalte Steine. Flache Kiesel aus dem Baumarkt, Acrylfarbe, danach Klarlack. Sie liegen im Beet, wehen nicht weg und überstehen mehrere Jahre.

Der haltbarste: Holz. Ein Reststück Latte, das Motiv mit einem Brennkolben eingebrannt, danach geölt. Das übersteht auch den Winter im Beet und lässt sich Jahr für Jahr weiterverwenden.

Ein Tipp zur Größe: Beetschilder ab etwa zehn Zentimetern Kantenlänge bleiben aus zwei Metern Entfernung erkennbar. Kleinere Schilder verschwinden, sobald die Pflanzen wachsen.

Häufige Fragen

Warum bekommen Kinder im Kindergarten ein Symbol?

Weil sie noch nicht lesen können. Das Bild markiert Haken, Fach und Handtuch und macht das Kind selbstständig.

Kann ein Kind sein Symbol wechseln?

Grundsätzlich ja, üblich ist es nicht. In manchen Einrichtungen ersetzen Foto oder selbstgemalte Zeichnung das zugeteilte Symbol ganz.

Welche Symbole eignen sich für das Beet?

Das Bild von der Saatguttüte, eine einfache Zeichnung oder ein bemalter Stein. Bild und Wort nebeneinander helfen beim Lesenlernen.

Wie kennzeichne ich giftige Pflanzen?

Mit einem klaren Warnsymbol am Pflanzstab und einer festen Regel: erst fragen, dann anfassen. Die DGUV Information 202-023 nennt die wichtigsten Arten.

Wie mache ich Symbole wetterfest?

Laminieren, in Holz brennen oder mit Acrylfarbe auf Stein malen und mit Klarlack versiegeln. Papierschilder halten im Freien keine Saison.

Quellen

DGUV Information 202-023: Giftpflanzen — Beschauen, nicht kauen!
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen: Pflanzen in der Kindertagespflege
5 Minuten: Wiens Kindergärten ändern die Symboltradition (7. September 2024)

Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.

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