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Kurzantwort: Die Baumstrelitzie (Strelitzia nicolai) ist die großwüchsige, baumartige Verwandte der bekannteren Paradiesvogelblume und wird als Kübelpflanze mehrere Meter hoch. Sie braucht einen hellen, sonnigen Standort ohne Zugluft, im Sommer reichlich Wasser, sobald die obere Erdschicht abgetrocknet ist, und im Winter eine kühlere, aber frostfreie Ruhephase bei reduzierter Wassergabe und Temperaturen nicht unter 10 °C.
Mit ihren großen, paddelförmigen Blättern erinnert die Baumstrelitzie mehr an eine kleine Palme als an die orangefarben blühende Strelitzia reginae, mit der sie oft verwechselt wird.
In ihrer südafrikanischen Heimat wächst sie tatsächlich baumartig bis zu zehn Meter hoch; als Kübelpflanze bleibt sie deutlich kompakter, verlangt aber ähnliche Pflege wie ihre kleinere Verwandte.
Baumstrelitzie und Paradiesvogelblume im Unterschied
Strelitzia nicolai wächst strauchig bis baumartig, bildet lange, harte Blattstiele und in Kultur eher selten weiße statt der bekannten orangefarbenen Blüten. Die kleinere Strelitzia reginae dagegen bleibt meist unter zwei Metern und blüht als Zimmerpflanze deutlich zuverlässiger. Beide stammen aus derselben Gattung, benannt nach der britischen Königin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz.
In ihrer südafrikanischen Heimat wächst Strelitzia nicolai am Rand von Wäldern und in dichtem Buschland der Ostkap-Region, oft im lichten Schatten größerer Bäume. Diese Herkunft erklärt, warum sie auch als Zimmerpflanze helles, aber nicht ausschließlich pralles Sonnenlicht verträgt.
Standort: hell, sonnig, ohne Zugluft
Ein möglichst heller Platz, im Sommer auch direkt vor einem sonnigen Fenster oder im Freien, entspricht den Ansprüchen der Baumstrelitzie am besten. Zugluft verträgt sie schlecht, weshalb ein Platz direkt vor einer häufig geöffneten Tür ungünstig ist.
Mit zunehmendem Alter und wachsender Blattmasse wird die Pflanze außerdem kopflastig; ein windstiller Standort verhindert, dass die langen Blattstiele bei Böen abknicken oder einreißen.
Sommerfrische im Freien
Sobald keine Nachtfröste mehr drohen, verträgt die Baumstrelitzie einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Freien, etwa auf Terrasse oder Balkon. Der Übergang nach draußen sollte schrittweise erfolgen, zunächst an einem schattigeren Platz, damit sich die Blätter an die stärkere Sonneneinstrahlung gewöhnen und keine hellen Brandflecken bekommen.
Vor dem ersten Frost im Herbst zieht die Pflanze rechtzeitig wieder ins Winterquartier um.

Gießen in der Wachstumsphase
Von Frühling bis Sommer wird regelmäßig gegossen, sobald die obersten zwei bis drei Zentimeter der Erde abgetrocknet sind. Im Herbst und Winter reduziert sich die Wassermenge deutlich, die Erde sollte aber nie vollständig durchtrocknen.
Überschüssiges Wasser im Untersetzer wird nach spätestens einer halben Stunde abgegossen, weil die Wurzeln der Baumstrelitzie dauerhafte Staunässe deutlich schlechter vertragen als kurzzeitige Trockenheit.
Das Winterquartier
Im Winter fällt die Temperatur idealerweise nicht unter 10 °C. Eine kühlere Phase zwischen 8 und 10 °C wird von manchen Kultivierenden gezielt genutzt, um die Blütenbildung im folgenden Jahr zu fördern – Frost verträgt die Pflanze dabei aber unter keinen Umständen.
Ein heller Treppenhausflur, ein kühles Wintergartenzimmer oder ein frostfreier Kellerraum mit Fenster eignen sich als Winterquartier, sofern die Pflanze dort wenigstens etwas Tageslicht bekommt und nicht direkt neben der Heizung steht.
In beheizten Räumen mit trockener Luft hilft regelmäßiges Besprühen der Blätter oder ein Luftbefeuchter gegen braune Blattspitzen. Dieselbe trockene Heizungsluft begünstigt außerdem Spinnmilben, erkennbar an feinen Gespinsten und hellen Sprenkeln auf den Blättern; regelmäßiges Besprühen beugt auch hier vor.
Substrat und Umtopfen
Eine durchlässige, nährstoffreiche Pflanzerde mit etwas Sand oder Blähton als Drainage passt der Baumstrelitzie gut. Junge Pflanzen werden jährlich in einen etwas größeren Topf umgesetzt, ältere, große Exemplare nur noch alle paar Jahre, wenn die Wurzeln den Topf sichtbar ausfüllen.
Eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies am Topfboden verhindert, dass überschüssiges Gießwasser im Substrat stehen bleibt. Beim Umtopfen selbst wird der Wurzelballen nur so weit gelockert wie nötig, weil die Baumstrelitzie empfindlich auf starke Eingriffe an den Wurzeln reagiert.
Ein deutlich zu großer Topf bringt dabei keinen Vorteil: Das Substrat darin bleibt nach dem Gießen länger nass, als die noch kleinen Wurzeln aufnehmen können, was die Fäulnisgefahr eher erhöht als das Wachstum beschleunigt.
Düngen
Während der Wachstumsphase von Frühling bis Spätsommer profitiert die Pflanze von einer wöchentlichen bis zweiwöchentlichen Düngergabe mit einem handelsüblichen Flüssigdünger für Grünpflanzen. Im Winterquartier wird die Düngung komplett ausgesetzt.
Ein stickstoffbetonter Grünpflanzendünger fördert vor allem die Blattmasse; wer auf eine mögliche Blüte hofft, wechselt im Spätsommer zu einem kaliumbetonten Dünger, wie er auch für Kübelpflanzen mit Blühziel angeboten wird.
Vermehrung
Am einfachsten lässt sich die Baumstrelitzie beim Umtopfen durch Teilung vermehren, wenn ein Wurzelballen mehrere Triebe gebildet hat. Eine Aussaat ist möglich, aber deutlich langwieriger und in Zimmerkultur eher die Ausnahme.
Bei der Teilung sollte jeder abgetrennte Teil über eigene, gesunde Wurzeln und mindestens einen kräftigen Trieb verfügen; zu kleine Teilstücke wachsen nur zögerlich an und brauchen oft Monate, bis sich neue Blätter zeigen.
Im Kern kommt die Baumstrelitzie mit vier Grundregeln über Jahre gut zurecht: hell und sonnig stehen, im Sommer reichlich und im Winter zurückhaltend gießen, eine kühlere, aber frostfreie Ruhephase einhalten und beim Umtopfen die Wurzeln so wenig wie möglich stören.
Häufige Fragen
Warum blüht meine Baumstrelitzie nicht?
Strelitzia nicolai blüht in Zimmerkultur oft erst nach vielen Jahren oder gar nicht; eine kühlere Winterruhe kann die Blütenbildung begünstigen.
Wie kalt darf es im Winterquartier werden?
Nicht unter 10 °C, eine kühlere Phase bis 8 °C ist möglich, Frost verträgt die Pflanze nicht.
Wie oft wird umgetopft?
Junge Pflanzen jährlich, ältere nur noch alle paar Jahre bei sichtbar durchwurzeltem Topf.
Verträgt die Baumstrelitzie pralle Mittagssonne?
An die volle Sonne sollte sie schrittweise gewöhnt werden, sonst drohen helle Brandflecken auf den Blättern.
Quellen
- Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Botanischer Garten Karlsruhe: Strelitzie
- Wikipedia: Strelitzia
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







