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Kurzantwort: Lilienzwiebeln kommen am besten zwischen September und März bei offenem Boden in die Erde, das Pflanzloch etwa 25 bis 30 Zentimeter tief. Eine Ausnahme ist die Madonnenlilie: Sie wird bereits Ende August bis Ende September gepflanzt und nur wenige Zentimeter tief bedeckt.
Lilienzwiebeln unterscheiden sich von vielen anderen Blumenzwiebeln durch eines: Sie besitzen keine schützende trockene Hülle und vertragen daher keine lange Lagerung. Wer eine Zwiebel gekauft hat, sollte sie zügig einpflanzen, statt sie wochenlang in der Verpackung liegen zu lassen, denn ausgetrocknete Schuppen erholen sich im Beet nur noch schwer.
Bei der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt hilft ein Blick auf die Empfehlungen der Europäischen Liliengesellschaft, die sich als Fachverband seit Jahrzehnten mit der Kultur dieser Zwiebelpflanze beschäftigt.
Die beste Pflanzzeit für Lilienzwiebeln
Nach Angaben der Europäischen Liliengesellschaft werden Lilienzwiebeln von September bis März bei offenem Boden gepflanzt. Das lange Zeitfenster erlaubt es, auch spät gelieferte Zwiebeln noch unterzubringen, solange der Boden nicht gefroren ist. Wer die Wahl hat, greift trotzdem eher zum frühen Teil dieses Fensters, weil die Zwiebel dann noch vor dem Winter erste Wurzeln bilden kann, statt im Frühjahr bei bereits wärmerem Boden gleichzeitig Wurzeln und Blätter entwickeln zu müssen. Im Gartenfachhandel und im Versand sind die meisten Sorten ohnehin ab dem Spätsommer erhältlich, sodass sich die Verfügbarkeit gut mit dem empfohlenen Pflanzfenster deckt.
Sonderfall Madonnenlilie
Eine Ausnahme bildet die Madonnenlilie: Sie sollte bereits Ende August bis Ende September gepflanzt werden, deutlich früher als die meisten anderen Lilienarten, weil sie schon im Herbst eine Blattrosette ausbildet, die über den Winter grün bleibt. Auch bei der Pflanztiefe unterscheidet sie sich von den übrigen Lilien, wie der nächste Abschnitt zeigt.
Die richtige Pflanztiefe
Für die meisten Lilien gräbt man ein Pflanzloch von etwa 25 bis 30 Zentimetern Tiefe, umhüllt die Zwiebel mit einer Schicht Sand und deckt sie anschließend mit 10 bis 15 Zentimetern Erdgemisch ab. Die Madonnenlilie braucht dagegen nur 2 bis 4 Zentimeter Humuserde über der Zwiebel – ein tieferes Pflanzen würde ihr eher schaden, weil ihre flach angelegte Blattrosette sonst nicht mehr ungehindert durch die Erde treiben kann.
Standort: Blüten in der Sonne, Füße im Schatten
Eine oft zitierte Gärtnerregel bringt die Standortansprüche von Lilien auf den Punkt: Sie möchten ihre Blüten in der vollen Sonne und ihre Füße im Schatten haben. Ein leicht schattierter Wurzelbereich, etwa durch niedrige Nachbarpflanzen, intensiviert dabei sogar die Blütenfarben. Der deutsche Wikipedia-Artikel zur Gattung Lilium beschreibt zudem, dass die meisten Arten feuchte, aber gut drainierte und kühle Standplätze in leichtem Schatten bevorzugen, während pralle, ungeschützte Sonnenlagen den Boden um die Zwiebel zu schnell austrocknen lassen.
Boden vorbereiten und mulchen
Damit die Wurzeln vor Trockenheit und starkem Lichteinfall geschützt sind, lohnt sich eine Mulchschicht aus Kompost oder Rindenhumus über dem Pflanzbereich. Laut Wikipedia gedeihen Lilien am besten auf leicht alkalischen bis leicht sauren Substraten, während sehr alkalische oder sehr saure Böden von den meisten Arten gemieden werden – ein Bodentest vor der Pflanzung lohnt sich daher bei unbekannten Gartenböden, bevor größere Mengen an Zwiebeln gesetzt werden. Schwere, verdichtete Böden sollten außerdem vor der Pflanzung mit Sand oder grobem Kompost aufgelockert werden, damit überschüssiges Wasser nach Regen zügig abziehen kann, statt an der Zwiebel stehen zu bleiben.
Gießen ohne die Blätter zu benetzen
Beim Gießen empfiehlt die Liliengesellschaft, das Wasser direkt auf den Boden statt über die Pflanze zu geben. Container-Lilien haben durch die stärkere Sonneneinstrahlung im Topf einen höheren Wasserbedarf als Lilien im Beet und müssen entsprechend regelmäßiger gegossen werden, besonders in den warmen Sommermonaten, wenn die Topferde deutlich schneller austrocknet als gewachsener Gartenboden. Nasse Blätter über Nacht begünstigen zudem Pilzkrankheiten, weshalb sich Gießen am Morgen besser eignet als am späten Abend, falls doch einmal Wasser auf das Laub gelangt.
Düngen im Jahresverlauf
Im ausgehenden Winter wird ein Volldünger mit niedrigem Stickstoffanteil ausgebracht, organisch oder mineralisch. Nach dem Austrieb kann bis zur Blüte noch ein- bis zweimal flüssig nachgedüngt werden, um die Zwiebel für die nächste Saison zu stärken. Ein zu hoher Stickstoffanteil sollte dabei vermieden werden, weil er vor allem weiches Blattwachstum fördert, während die eigentliche Blütenbildung von den übrigen Nährstoffen abhängt.
Schädlinge und Krankheiten erkennen
Der auffälligste Schädling an Lilien ist das Lilienhähnchen, ein leuchtend roter Käfer, der sich am einfachsten von Hand absammeln lässt, sobald er im Frühjahr auftaucht. Von Mai bis Juni kann zusätzlich die Lilienfliege die Knospen befallen, daneben treten gelegentlich Blattläuse auf. Wühlmäuse fressen bevorzugt die Zwiebeln von unten; wer im Beet schon einmal Wühlmausbefall hatte, pflanzt Lilienzwiebeln am besten in einem Draht- oder Kunststoffkorb ein. Bei feuchtwarmem Wetter kann außerdem Grauschimmel auftreten. Vorbeugen lässt sich mit ausreichendem Pflanzabstand, damit die Blätter nach Regen schneller abtrocknen, sowie mit gelegentlichem Bespritzen mit Schachtelhalmbrühe.
Pflege nach der Blüte und Vermehrung
Verblühte Blütenstiele werden am besten sofort entfernt, damit die Pflanze keine Energie in die Samenbildung steckt. Der restliche Stiel bleibt zunächst stehen und wird erst geschnitten, sobald er welk ist; die Wurzeln am Stielansatz entfernt man am besten erst im folgenden Frühjahr, weil die Zwiebel darüber noch Nährstoffe einlagert. Wer den Bestand vergrößern möchte, kann Lilien auf zwei Wegen vermehren: vegetativ über kleine Stängelbulben, die 2 bis 4 Zentimeter tief gepflanzt werden und nach zwei bis drei Jahren erstmals blühen, oder generativ über Samenaussaat, für die Januar oder Februar die beste Zeit ist.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.








