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Kurzantwort: Die Drillingsblume (Bougainvillea) braucht einen vollsonnigen, warmen Standort und blüht nur an den Enden neuer Triebe – wer die Triebe zu lang wachsen lässt, bekommt spürbar weniger Blüten. Nicht winterhart, wird sie ab Herbst hell und kühl bei wenigen Grad über null überwintert und braucht in dieser Zeit kaum Wasser. Ein Rückschnitt nach der Blüte oder vor dem Einräumen bringt die Kübelpflanze wieder in Form.
Was viele für die Blüten der Drillingsblume halten, sind in Wahrheit gefärbte Hochblätter, die jeweils zu dritt drei winzige, unscheinbare echte Blüten umschließen – daher der deutsche Name.
Diese Besonderheit erklärt auch, warum die Pflege der Bougainvillea an einer Stelle von der vieler anderer Kübelpflanzen abweicht: Wie sie geschnitten wird, entscheidet direkt darüber, wie üppig sie im nächsten Sommer blüht.
Herkunft und Wuchsform
Die Gattung Bougainvillea umfasst etwa 10 bis 18 Arten und stammt ursprünglich aus Südamerika, mit einem Verbreitungsgebiet von Ecuador bis Brasilien. Es handelt sich um verholzende Pflanzen, meist Sträucher oder kleine Bäume, seltener kletternde Formen, deren Sprossachsen kräftige Dornen tragen, mit denen sich die Pflanze in ihrer Heimat an Nachbargehölzen hochrankt. In wärmeren Regionen bis ins südliche Mittelmeergebiet wird die Drillingsblume häufig als Kletterpflanze an Mauern und Zäunen kultiviert; in Mitteleuropa ist die Kübelhaltung mit Rankgitter die übliche Form.
Standort und Licht
Bougainvillea braucht so viel Sonne wie möglich – ein Südbalkon oder eine geschützte Südwand sind ideal. Je weniger Licht die Pflanze bekommt, desto spärlicher fällt die Blüte aus, selbst wenn Wasser und Nährstoffe stimmen. Auch Wärme ist wichtig: Die Drillingsblume verträgt sommerliche Hitze gut und sollte erst bei Nachttemperaturen unter etwa zehn Grad ins Winterquartier umziehen. Ein geschützter, windarmer Standort verhindert außerdem, dass die eher spröden Triebe abbrechen.
Gießen und Düngen
Während der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst wird die Drillingsblume regelmäßig gegossen, sobald die obere Erdschicht angetrocknet ist – Staunässe verträgt sie allerdings nicht und reagiert empfindlich auf nasse Füße im Topf. Ein kalibetonter Blühpflanzendünger im zwei- bis dreiwöchigen Rhythmus unterstützt die Blütenbildung während der Saison. Wird zu stickstoffbetont gedüngt, wächst die Pflanze zwar kräftig, blüht aber auf Kosten des Blattwuchses schlechter – ein Effekt, den viele Bougainvillea-Halter unterschätzen.
Warum der Schnitt die Blüte steuert
Die Bougainvillea bildet ihre Blüten ausschließlich an den Enden ihrer Triebe. Je länger man einen Trieb ungeschnitten wachsen lässt, desto spärlicher entwickeln sich am Ende die Blüten, weil die Pflanze ihre Energie über die gesamte Trieblänge verteilt, statt sie auf wenige, kompakte Blühzonen zu konzentrieren. Regelmäßiges Einkürzen zwingt die Pflanze dazu, an mehr Stellen neue, kürzere Triebe mit jeweils eigenen Blütenansätzen zu bilden. Sobald ein Blütenschub verblüht ist, werden die Zweige um etwa die Hälfte eingekürzt, geschnitten wird dabei kurz oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe, damit der Neuaustrieb nach außen statt ins Innere der Pflanze wächst.
Rückschnitt vor der Überwinterung
Vor dem Einräumen ins Winterquartier im Herbst lohnt sich ein kräftigerer Rückschnitt um mindestens ein Drittel der Triebe. Das hat einen praktischen Nebeneffekt: Die Pflanze braucht dadurch deutlich weniger Platz im Überwinterungsraum, zudem werden verholzte, unproduktive Triebe sowie trockenes Holz gleich mit entfernt. Ein Rückschnitt zu diesem Zeitpunkt schadet der Pflanze nicht, da sie ohnehin in die Ruhephase übergeht und im Frühjahr aus den verbleibenden Trieben neu austreibt.
Überwintern
Die Drillingsblume ist nicht winterhart und muss frostfrei überwintert werden, am besten an einem hellen, kühlen Ort bei Temperaturen von etwa 5 bis 10 Grad, etwa in einem unbeheizten Wintergarten, Treppenhaus oder Kellerraum mit Fenster. Während dieser Ruhephase kommt sie mit sehr wenig Pflege aus: Es reicht, den Wurzelballen alle paar Wochen leicht feucht zu halten, gedüngt wird in dieser Zeit gar nicht. Steht die Pflanze zu warm und zu dunkel, wie oft im beheizten Wohnzimmer, wirft sie häufig Blätter ab oder bildet dünne, vergeilte Triebe, die im Frühjahr erst wieder zurückgeschnitten werden müssen.
Austrieb im Frühjahr
Sobald ab Mitte Mai keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, darf die Drillingsblume wieder nach draußen an ihren sonnigen Sommerstandort. Der Übergang sollte schrittweise erfolgen, damit sich die Pflanze nach der dunkleren Winterzeit erst an die direkte Sonneneinstrahlung gewöhnt, statt mit Blattverbrennungen zu reagieren. Mit zunehmender Wärme und Licht setzt der Neuaustrieb meist zügig ein, und die ersten Hochblätter zeigen sich häufig schon wenige Wochen nach dem Ausräumen.
Nicht jede Art überwintert gleich
Im Handel sind vor allem Bougainvillea glabra sowie Sorten und Hybriden von Bougainvillea spectabilis verbreitet, und beide stellen unterschiedliche Ansprüche an die Überwinterungstemperatur. Bougainvillea glabra lässt sich kühl überwintern, ideal zwischen 10 und 15 Grad, verträgt kurzzeitig aber auch Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, solange es nicht tatsächlich friert. Bougainvillea spectabilis und Bougainvillea peruviana dagegen brauchen ein wärmeres Winterquartier und sollten nicht unter etwa zwölf Grad stehen, da sie empfindlicher auf Kälte reagieren. Wer die genaue Art oder Sorte seiner Pflanze nicht kennt, ist mit einem hellen Standort bei rund zwölf bis 15 Grad meist auf der sicheren Seite.
Die Drillingsblume blüht nach Erfahrung vieler Kübelpflanzenhalter besser, wenn ihre Wurzeln im Topf leicht beengt stehen, statt in übermäßig großem Substratvolumen zu wachsen – ein zu großer Topf fördert eher Blattmasse als Blüten. Umgetopft wird deshalb nur alle zwei bis drei Jahre, im zeitigen Frühjahr vor dem Wiederausräumen, und dann jeweils nur in ein wenig größeres Gefäß statt in einen deutlich größeren Kübel. Ein durchlässiges, leicht saures Substrat mit gutem Wasserabzug beugt zusätzlich der Staunässe vor, die Bougainvillea besonders im Winterquartier schnell schadet.
Häufige Pflegefehler
Die häufigste Ursache für eine Bougainvillea, die nicht blüht, ist zu wenig Sonne am Standort – nicht, wie oft vermutet, ein Nährstoffmangel. Der zweite häufige Fehler ist ein zu warmes, zu dunkles Winterquartier, das die Pflanze eher schwächt als schont. Wer diese beiden Punkte beachtet und regelmäßig nach der Blüte zurückschneidet, wird mit einer Drillingsblume belohnt, die Jahr für Jahr zuverlässig und üppig blüht.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







