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Kurzantwort: Freesienknollen kommen erst nach den letzten Frösten ins Freiland, also nach den Eisheiligen Mitte Mai. Die Pflanze stammt aus den Winterregengebieten der südafrikanischen Kapregion, wo milde, frostfreie Winter herrschen – deshalb übersteht sie deutschen Bodenfrost nicht. Wer früher blühende Freesien möchte, zieht die Knollen ab Februar oder März im Topf am hellen Fenster vor.
Freesien zählen mit ihrem intensiven Duft zu den beliebtesten Sommerblumen für Beet und Vase. Anders als viele andere Blumenzwiebeln kommen sie aber nicht im Herbst, sondern erst im Frühjahr in die Erde.
Wer den Zeitpunkt falsch legt und die Knollen zu früh ins Freiland setzt, riskiert, dass eine einzige kalte Nacht die gesamte Pflanzung zunichtemacht.
Freesien sind nicht winterhart
Freesien bilden als Überdauerungsorgan Knollen, ähnlich wie Krokusse oder Gladiolen, mit denen sie zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) gehören. Anders als winterharte Frühjahrsblüher sind Freesienknollen jedoch nicht an Frost angepasst und werden deshalb wie eine einjährige Sommerblume oder wie Dahlien behandelt: pflanzen im Frühjahr, vor dem ersten Frost im Herbst wieder aus der Erde holen.
Herkunft: Warum die Kälte problematisch ist
Von den 15 bekannten Freesienarten wachsen etwa 12 in der Kapflora Südafrikas, in Regionen mit ausgeprägten Winterregenfällen. Das Kapgebiet hat ein mediterranes Klima mit feuchten, aber milden Wintern und trockenen Sommern – ein Klimatyp, der auf der Südhalbkugel eine Ausnahme darstellt und sich deutlich von den frostigen Wintern Mitteleuropas unterscheidet.
Weil die Knollen in ihrer Heimat also nie mit echtem Bodenfrost in Berührung kommen, haben sie im Lauf der Evolution keine Frostresistenz entwickelt. Eine kalte Nacht im deutschen Frühjahr reicht deshalb aus, um eine frisch gepflanzte oder zu früh ausgetriebene Knolle zu schädigen.
Zur selben Gattung zählen insgesamt 15 Arten, von denen die meisten auf sandigen Böden vom Tiefland bis in felsige Berg- und Hochlagen der Kapregion wachsen. Diese Bandbreite an Standorten in der Heimat erklärt auch, warum Freesien im Garten mit unterschiedlichsten Bodenarten zurechtkommen, solange Frost und Staunässe ausbleiben.
Der richtige Pflanztermin: nach den Eisheiligen
Im Freiland werden Freesienknollen deshalb erst gepflanzt, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind – in der Praxis orientiert sich das an den Eisheiligen Mitte Mai, die traditionell als letzter sicherer Termin für frostempfindliche Pflanzen gelten.
Wer schon Ende April oder Anfang Mai pflanzt, geht das Risiko ein, dass ein später Kälteeinbruch die frisch gesetzten Knollen noch erwischt, bevor sie überhaupt richtig ausgetrieben haben. Im Zweifel lohnt sich ein Blick auf die lokale Wettervorhersage der kommenden Nächte, statt sich allein auf das Datum im Kalender zu verlassen.
Was es mit den Eisheiligen wirklich auf sich hat
Der Deutsche Wetterdienst ordnet die Eisheiligen als landwirtschaftlichen Lostag ein, der regional unterschiedlich datiert wird: im Norden Deutschlands vom 11. bis 13. Mai, im Süden vom 12. bis 15. Mai. Als feste meteorologische Singularität mit garantiertem Kälteeinbruch an genau diesen Tagen lässt sich die Regel laut DWD statistisch nicht bestätigen.
Spätfröste im Mai bleiben trotzdem ein reales Risiko, besonders in Süddeutschland, auch wenn deren Häufigkeit nach neueren DWD-Auswertungen deutlich unter 50 Prozent liegt. Für frostempfindliche Pflanzen wie Freesien bleibt Mitte Mai deshalb weiterhin eine sinnvolle, vorsichtige Richtschnur, auch wenn sie keine hundertprozentige Garantie ist.
Vorziehen im Topf für einen früheren Blühbeginn
Wer nicht bis Mitte Mai auf die ersten Blüten warten möchte, zieht die Knollen bereits ab Februar oder März in Töpfen an einem hellen, kühlen Fensterplatz vor. So verkürzt sich die Zeit bis zur Blüte im Freiland deutlich, ohne dass die frostempfindlichen jungen Triebe draußen einem Kälterisiko ausgesetzt sind.
Erst wenn auch hier die Frostgefahr endgültig vorüber ist, dürfen die vorgezogenen Pflanzen samt Topfballen ins Freiland oder in größere Kübel umziehen.
Beim Umsetzen wird der Wurzelballen möglichst wenig gestört, weil Freesien auf beschädigte Wurzeln empfindlich reagieren und dann für einige Tage im Wachstum stocken, statt zügig weiterzutreiben.
Der richtige Standort im Freiland
Passend zu ihrer Herkunft aus offenem, sonnigem Gelände am Kap bevorzugen Freesien einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Platz. In zu schattigen Lagen bilden sich weniger und schwächere Blüten aus, weil der Pflanze schlicht die Lichtmenge fehlt, an die sie in ihrer Heimat gewöhnt ist.
Locker durchlässiger Boden ist ebenfalls wichtig, damit die Knollen nicht in stehender Nässe stehen – ein Kriterium, das viele mediterran geprägte Zwiebel- und Knollenpflanzen teilen.
Nach der Blüte: Knollen für nächstes Jahr sichern
Vor dem ersten Frost im Herbst werden die Knollen wieder ausgegraben, getrocknet und an einem trockenen, kühlen, aber frostfreien Ort gelagert. Ohne diesen Schritt gehen die Knollen im ersten Frost verloren, weil sie – anders als winterharte Frühjahrsblüher – keinen eigenen Schutzmechanismus gegen Kälte besitzen.
Im folgenden Frühjahr können dieselben Knollen erneut vorgezogen oder direkt nach den Eisheiligen wieder ins Beet gepflanzt werden, solange sie beim Überwintern nicht ausgetrocknet oder verschimmelt sind.
Freesien im Kübel
Wer keinen geeigneten Beetplatz hat, kultiviert Freesien komplett im Kübel. Das hat den Vorteil, dass sich der Topf bei einem überraschenden späten Kälteeinbruch kurzfristig an einen geschützten Platz stellen lässt, während im Beet gepflanzte Knollen der Witterung ungeschützt ausgesetzt bleiben.
Nach der Blüte wandert der Topf einfach an einen wärmeren, geschützten Ort weiter, bis auch hier die Knollen zum Überwintern aus der Erde geholt werden.
Der intensive Duft, für den Freesien bekannt sind, kommt im Kübel auf einer Terrasse oder direkt vor einem geöffneten Fenster besonders gut zur Geltung – ein Grund, warum viele Gärtnerinnen und Gärtner den Kübel dem Beetplatz sogar vorziehen, obwohl beide Standorte pflanzlich gleichermaßen möglich sind.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







