Pampasgras mit hohen silbrigen Blütenrispen im Garten

Wann pflanze ich Pampasgras? Der richtige Termin

Kurzantwort: Pampasgras wird im Frühjahr gepflanzt, sobald sich der Boden erwärmt hat, meist ab April oder Mai. Anders als die meisten anderen Ziergräser gehört es ausdrücklich zu den Ausnahmen, die nicht im Herbst gepflanzt werden sollten, weil die Wurzeln bis zum Winter nicht mehr ausreichend anwachsen. Eine zu junge Pflanze übersteht dann Nässe und Frost der kalten Jahreszeit deutlich schlechter als eine, die einen ganzen Sommer Zeit zum Einwurzeln hatte.

Bei den meisten winterharten Stauden und Gräsern lässt sich der Pflanztermin recht flexibel zwischen Frühjahr und Herbst wählen. Beim Pampasgras ist das anders, und genau das wird beim Kauf oft übersehen.

Wer den Termin falsch legt, riskiert, dass die frisch gesetzte Pflanze im ersten Winter fault oder erfriert. Warum das Frühjahr hier klar im Vorteil ist, steht im Folgenden.

Die Regel der Staudengärtner

Ziergräser werden nach Empfehlung der bayerischen Gartenakademie grundsätzlich im zeitigen Frühjahr gepflanzt, wenn sich der Boden bereits erwärmt hat. Der Grund: Bei einem nassen Winter drohen frisch gepflanzte, noch nicht eingewurzelte Gräser zu faulen.

Für die meisten Ziergräser gibt es in milden, durchlässigen Lagen zwar Ausnahmen, bei denen auch eine Pflanzung bis Mitte November noch gelingt. Pampasgras wird davon aber ausdrücklich ausgenommen und gehört zu den Arten, die nur im Frühjahr gesetzt werden sollten.

Warum Pampasgras eine Ausnahme ist

Als junge Pflanze reagiert Pampasgras deutlich empfindlicher auf Trockenheit und Frost als eine bereits etablierte, mehrjährige Staude. Erst mit zunehmendem Alter und einem kräftigen Wurzelballen wird die Pflanze widerstandsfähiger.

Wird im Herbst gepflanzt, bleibt bis zum ersten Frost zu wenig Zeit, damit sich ausreichend Wurzelmasse bildet. Die Pflanze geht dann mit einem schwachen Wurzelsystem in den Winter, genau in der Phase, in der sie am anfälligsten ist.

Der richtige Zeitpunkt im Frühjahr

Gepflanzt wird, sobald der Boden erwärmt ist und keine strengen Nachtfröste mehr zu erwarten sind, meist im April oder Mai. So bleibt der gesamte Sommer, um kräftig einzuwurzeln.

Ein sonniger, windgeschützter Standort mit durchlässigem Boden unterstützt zusätzlich ein zügiges Anwachsen, weil Staunässe im Wurzelbereich das Risiko von Fäulnis in der Anfangsphase erhöht.

Schutz im ersten Winter

Selbst bei einer Frühjahrspflanzung ist die junge Pflanze im ersten Winter noch nicht so widerstandsfähig wie eine etablierte Staude. Ein Zusammenbinden der Halme und eine Mulchschicht über dem Wurzelbereich schützen das Herz der Pflanze vor eindringender Nässe und Frost.

Erst ab dem zweiten oder dritten Standjahr, wenn sich ein kräftiger Wurzelstock gebildet hat, wird Pampasgras deutlich frostunempfindlicher und kommt in den meisten Wintern ohne zusätzlichen Schutz aus.

Woran ein zu später Pflanztermin zu erkennen ist

Wurde eine Pflanze versehentlich im Spätsommer oder Herbst gekauft, ist es sinnvoller, sie zunächst frostfrei und hell im Kübel zu überwintern, statt sie in dieser Jahreszeit noch ins Beet zu setzen.

Im folgenden Frühjahr, mit ausreichend Zeit zum Einwurzeln vor dem nächsten Winter, hat die Pflanze dann deutlich bessere Chancen, dauerhaft anzuwachsen.

Herkunft und Wuchseigenschaften

Das Amerikanische Pampasgras (Cortaderia selloana) gehört zur Familie der Süßgräser und wird als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze eingeordnet. Je nach Sorte erreicht es Wuchshöhen von 45 Zentimetern bis zu vier Metern.

Als Keimling ist die Art trocken- und frostempfindlich, wird aber mit zunehmendem Alter deutlich toleranter. Genau dieser Umstand erklärt, warum ausgerechnet der Pflanztermin über die ersten Jahre so entscheidend ist: Je mehr Zeit vor dem ersten Winter bleibt, desto weiter ist diese Entwicklung von der empfindlichen Jungpflanze zur robusten Staude bereits fortgeschritten.

Pflanzenwahl im Gartencenter

Beim Kauf lohnt ein Blick auf den Wurzelballen: Eine bereits gut durchwurzelte Topfpflanze wächst nach dem Einpflanzen zuverlässiger an als eine, deren Wurzeln den Topf kaum ausfüllen.

Wird die Pflanze nicht sofort nach dem Kauf gesetzt, bleibt sie bis zum Pflanztermin an einem hellen, windgeschützten Platz im Topf stehen und wird regelmäßig, aber maßvoll gegossen, damit der Ballen nicht komplett austrocknet.

Alternative: Pampasgras im Kübel

Wer sich beim Pflanztermin unsicher ist oder erst spät im Jahr eine Pflanze bekommt, weicht auf die Kübelkultur aus. Im Topf lässt sich die Pflanze bei Bedarf an einen geschützten, frostfreien Ort stellen, unabhängig von der Jahreszeit im Freiland.

Im folgenden Frühjahr wird die dann bereits kräftiger gewordene Pflanze zum optimalen Zeitpunkt ins Beet gesetzt, mit deutlich besseren Startbedingungen als eine im Herbst frisch gekaufte Jungpflanze.

Rückschnitt vor dem Neuaustrieb

Unabhängig vom Pflanzjahr wird abgestorbenes Laub jedes Frühjahr, bevor der Neuaustrieb beginnt, bodennah zurückgeschnitten. Bei frisch gepflanztem Pampasgras fällt dieser Schnitt im ersten Jahr noch gering aus, wird aber ab dem zweiten Standjahr zur festen jährlichen Pflegemaßnahme.

Feste Handschuhe schützen dabei die Hände vor den scharfkantigen Blatträndern, die schon bei leichtem Kontakt Schnittverletzungen verursachen können.

Als grobe Faustregel gilt: Wer im April pflanzt, hat bis zum ersten Frost im Herbst rund sieben Monate Zeit zum Einwurzeln. Wer dagegen erst im Juni oder Juli pflanzt, verkürzt dieses Zeitfenster spürbar, was den zusätzlichen Winterschutz im ersten Jahr umso wichtiger macht.

Auch wenn der Herbst als Pflanztermin ausscheidet, ist er ein guter Zeitpunkt, um den künftigen Standort vorzubereiten: Der Boden lässt sich bereits im Herbst mit Sand oder Kompost verbessern und ruht über den Winter, sodass im Frühjahr sofort gepflanzt werden kann, sobald der Boden warm genug ist.

Wer den genauen Zeitpunkt der letzten Nachtfröste in der eigenen Region nicht kennt, orientiert sich an den Eisheiligen Mitte Mai als grobe Richtschnur. In milden, geschützten Lagen darf es auch schon einige Tage früher sein, in rauen oder höher gelegenen Regionen lieber etwas später.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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