Steingarten mit Findlingen und niedrigen Polsterpflanzen

Steingarten-Ideen: Anlage, Standort und Pflanzenwahl

Kurzantwort: Ein Steingarten gelingt an einem sonnigen, idealerweise leicht nach Süden oder Südwesten geneigten Platz mit durchlässigem, mit Sand und Kies aufgelockertem Boden. Zwischen locker geschichteten, wenn möglich standorttypischen Steinen wachsen genügsame Arten wie Thymian, Sedum, Katzenminze oder Karthäuser-Nelke, die wenig Nährstoffe und Wasser brauchen. Wichtig ist der Unterschied zum reinen Schottergarten: Ein echter Steingarten ist artenreich bepflanzt, Steine bilden nur das Substrat, nicht den alleinigen Blickfang.

Ein Steingarten verbindet Gebirgsflora und trockenheitsverträgliche Pflanzen mit Steinen als gestalterischem Element. Richtig angelegt, bietet er auf kleinem Raum eine überraschend große Pflanzenvielfalt.

Voraussetzung ist eine durchdachte Planung von Standort, Untergrund und Pflanzenauswahl. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf es bei der Anlage ankommt.

Der passende Standort

Ideal für einen Steingarten ist ein sanft geneigter Hang, der nach Süden oder Südwesten ausgerichtet ist. Diese Ausrichtung sorgt für viel Sonne und gute Wachstumsbedingungen für die typischen Steingartenpflanzen.

Ein leicht abfallendes Gelände unterstützt zusätzlich den Wasserabfluss, was für die meisten Steingartenpflanzen wichtiger ist als für gewöhnliche Beetpflanzen, da viele von ihnen Staunässe schlecht vertragen.

Boden und Drainage vorbereiten

In den Boden wird Sand zusammen mit feinem Kies eingearbeitet, um eine gute Drainage zu schaffen, die Wasserstau im Wurzelbereich verhindert. Das ahmt die mageren, durchlässigen Böden nach, aus denen viele Steingartenpflanzen ursprünglich stammen.

Auf schwerem, lehmigem Untergrund lohnt es sich, eine zusätzliche Drainageschicht aus grobem Schotter unter die aufgelockerte Erde einzubringen, damit Wasser zuverlässig abfließen kann.

Steine setzen und Hügel modellieren

Am natürlichsten wirkt ein Steingarten, wenn Steine aus der näheren Umgebung des eigenen Gartens verwendet werden, statt fremdes Gestein zuzukaufen. Größere Findlinge werden als optische Ankerpunkte platziert.

Eine leichte Hügelmodellierung schafft unterschiedliche Standorte innerhalb derselben Fläche, von sonnigen, trockenen Kuppen bis zu etwas feuchteren Senken, was mehr verschiedenen Pflanzenarten Platz bietet.

Pflanzen für den Steingarten

Genügsame Arten mit geringem Nährstoff- und Wasserbedarf gehören klassischerweise in den Steingarten, etwa Dost, verschiedene Gräser, Thymian oder Sedum-Arten.

Weitere geeignete Arten sind die Astlose Graslilie, das Ochsenauge, die Rundblättrige Glockenblume, die Karthäuser-Nelke, der Färberginster, wilder Majoran, Wiesensalbei, Natternkopf, Wolfsmilch und Katzenminze. Zusammen ergeben solche Kombinationen über die Saison ein abwechslungsreiches Bild.

Der Unterschied zum Schottergarten

Ein Schottergarten, in dem Steine selbst das wesentliche Gestaltungselement bilden und kaum oder gar keine Pflanzen wachsen, ist kein echter Steingarten im klassischen Sinn. Solche reinen Steinflächen bieten Tieren kaum Nahrung oder Lebensraum.

Ein artenreich bepflanzter Steingarten dagegen fördert die Biodiversität, weil die Steine dort nur das Substrat für eine vielfältige, an trockene, magere Standorte angepasste Vegetation bilden.

Pflege im laufenden Jahr

Steingartenpflanzen brauchen deutlich weniger Wasser und Dünger als klassische Beetpflanzen, weil sie an magere, trockene Standorte angepasst sind. Zu viel Nährstoff lässt sie eher schlaff und weniger widerstandsfähig wachsen.

Regelmäßig entfernt werden vor allem Sämlinge unerwünschter, konkurrenzstärkerer Pflanzen, damit die genügsamen Steingartenarten genug Licht und Raum zum Wachsen behalten.

Kombination mit Trockenmauern

Eine lose geschichtete Trockenmauer aus flachen Natursteinen ergänzt einen Steingarten gut und schafft zusätzliche Fugen und Nischen, in denen sich Mauerpflanzen wie Hauswurz oder Mauerpfeffer ansiedeln. Gleichzeitig bietet eine Trockenmauer Eidechsen und Wildbienen Unterschlupf.

Anders als eine mit Mörtel verfugte Mauer bleiben die Fugen einer Trockenmauer offen und durchlässig, was genau die mageren, trockenen Bedingungen schafft, die typische Steingartenpflanzen brauchen.

Typische Anfängerfehler

Ein häufiger Fehler ist zu viel Nährstoff im Boden, etwa durch normale Blumenerde oder Kompost in großen Mengen. Steingartenpflanzen wachsen darin zwar zunächst üppig, werden aber weich, instabil und anfälliger für Fäulnis.

Ebenso häufig ist eine zu dichte Pflanzung. Da viele Steingartenpflanzen sich im Laufe der Jahre flächig ausbreiten, braucht jede Art anfangs mehr Abstand, als es zunächst wirkt, sonst verdrängen sich die Arten gegenseitig, bevor sie sich richtig etabliert haben.

Steingarten im Miniaturformat: das Trogbeet

Wer keine Fläche für einen klassischen Steingarten hat, kann dieselben Prinzipien in einem alten Steintrog oder einer großen, frostfesten Schale nachbilden. Eine Drainageschicht aus Kies am Boden und mageres, durchlässiges Substrat schaffen darin dieselben Bedingungen wie im Beet.

Kleinwüchsige Polsterpflanzen und Miniatursorten wirken in einem Trog besonders gut, weil sie in diesem begrenzten Rahmen nicht von größeren Nachbarn überwuchert werden und einzeln zur Geltung kommen.

Ein Trogbeet lässt sich zudem an jeden Standort mit ausreichend Sonne stellen, auch auf Balkon oder Terrasse, wo für ein bodengebundenes Steinbeet schlicht der Platz fehlt. Im Winter kann ein besonders kälteempfindlicher Trog bei Bedarf sogar an einen geschützteren Platz gerückt werden.

Frostfeste Gefäße aus Naturstein, Beton oder frostsicherer Keramik überstehen den Winter im Freien meist unbeschadet. Bei porösem oder rissigem Material lohnt sich vor dem ersten Winter eine Kontrolle, da eindringende und gefrierende Feuchtigkeit das Material sonst sprengen kann.

Ein Steingarten braucht nach der Anlage vor allem Geduld. In den ersten ein bis zwei Jahren wirkt die Fläche zwischen den frisch gesetzten Pflänzchen noch licht, erst wenn sich die Polster und Bodendecker über die Zeit schließen, entfaltet sich das dichte, artenreiche Bild, das einen guten Steingarten ausmacht.

Eine dünne Mulchschicht aus feinem Kies zwischen den frisch gepflanzten Arten unterdrückt in dieser Anfangsphase unerwünschten Fremdbewuchs und hält gleichzeitig die für Steingartenpflanzen wichtige Bodenwärme, bis sich die eigentliche Bepflanzung geschlossen hat.

Ein Rundgang im zeitigen Frühjahr, bevor die Saison richtig beginnt, zeigt zuverlässig, welche Pflanzen den Winter gut überstanden haben und wo im Beet noch Lücken für Nachpflanzungen offen sind. So bleibt der Steingarten über die Jahre lückenlos artenreich.

Wer eine Fläche findet, die sich für keine andere Nutzung eignet, etwa einen trockenen, sonnigen Hang oder eine steinige Ecke am Rand des Grundstücks, verwandelt genau dort mit wenig Aufwand einen der artenreichsten Bereiche des ganzen Gartens.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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