Erdbeerbeet mit Stroh zwischen den Reihen

Wann pflanze ich Erdbeeren? Kalender und Anleitung

Kurzantwort: Der Haupttermin liegt zwischen Mitte Juli und Ende August. Das Beet wird zwei bis drei Wochen vorher vorbereitet, gepflanzt wird an einem bedeckten Tag mit dem Herz genau auf Bodenhöhe. Abstände: 20 bis 40 Zentimeter in der Reihe, 80 Zentimeter bis ein Meter zwischen den Reihen. Frigopflanzen kommen ab Ende April in die Erde.

Erdbeeren verzeihen viel, aber nicht alles. Zwei Fehler kosten regelmäßig die Ernte: der falsche Termin und die falsche Pflanztiefe.

Beides lässt sich in einem Nachmittag richtig machen. Dieser Text geht das Gartenjahr der Reihe nach durch und beschreibt danach den Pflanzvorgang Schritt für Schritt.

Die Angaben gelten für die Gartenerdbeere Fragaria × ananassa, also für die üblichen Sorten aus dem Handel.

Der Pflanzkalender im Überblick

April bis Anfang Juli: Zeitfenster für Frigopflanzen. Sie tragen etwa acht bis zehn Wochen nach dem Setzen und eignen sich für gestaffelte Ernten.

Juni: Die Mutterpflanzen im alten Beet werden markiert. Kräftige, gesunde Pflanzen mit guter Ernte kommen als Lieferanten für Ausläufer infrage.

Anfang Juli: Das neue Beet vorbereiten — lockern, Wurzelunkraut entfernen, reifen Kompost einarbeiten, den Boden sich setzen lassen.

Mitte Juli bis Ende August: Haupttermin für Grünpflanzen. Je früher, desto größer die Pflanze im Herbst.

September: Späte Pflanzungen sind noch möglich, der Ertrag im Folgejahr fällt aber ab.

Oktober bis Februar: Keine Pflanzung. Das Beet bleibt in Ruhe, Laub wird abgeräumt.

März: Abgestorbene Blätter entfernen, vorsichtig hacken, organisch düngen.

Ausläufer einer Erdbeerpflanze mit junger Tochterpflanze
Der erste Ausläufer einer gesunden Mutterpflanze liefert das beste Pflanzgut. Foto: poppet with a camera, CC BY 4.0

Schritt für Schritt pflanzen

Erstens — Tag wählen. Ein bedeckter, kühler Tag ist besser als greller Sonnenschein. Am Abend gepflanzte Erdbeeren haben die Nacht zum Anwachsen.

Zweitens — Pflanzen wässern. Topfballen und Grünpflanzen kommen vor dem Setzen für einige Minuten ins Wasser.

Drittens — Loch ausheben. Groß genug, dass die Wurzeln senkrecht nach unten hängen und sich nicht am Grund umbiegen. Zu lange Wurzeln dürfen um ein Drittel gekürzt werden.

Viertens — Herz auf Bodenhöhe. Der Vegetationspunkt in der Mitte der Blattrosette muss genau in Höhe der Bodenoberfläche sitzen. Zu tief gesetzt fault das Herz, zu hoch gesetzt trocknet es aus. Das ist der häufigste Fehler.

Fünftens — andrücken und angießen. Erde ringsum festdrücken, dann durchdringend wässern.

Sechstens — feucht halten. In den ersten zwei bis drei Wochen regelmäßig kontrollieren. In dieser Phase entscheidet sich, ob die Pflanze durchwurzelt.

Abstände und Reihen

Im Erwerbsanbau stehen Erdbeeren überwiegend in Einzelreihen im Flachfeld. Der Reihenabstand liegt bei 0,80 bis 1,0 Meter, der Abstand in der Reihe bei 20 bis 40 Zentimetern.

Für den Hausgarten sind 30 Zentimeter in der Reihe und 60 bis 80 Zentimeter zwischen den Reihen ein guter Kompromiss. Enger gepflanzt trocknen die Blätter nach Regen langsamer ab, und Grauschimmel bekommt seine Chance.

Zwischen die Reihen gehört ab der Blüte Stroh. Es hält die Früchte sauber, trocken und vom Erdboden fern.

Ausläufer selbst ziehen

Erdbeeren vermehren sich über Ausläufer. Jede Mutterpflanze bildet mehrere Ranken mit Tochterpflanzen daran.

Verwendet wird die erste Tochterpflanze am Ausläufer, weil sie am kräftigsten ist. Sie wird im Juni in einen kleinen Topf mit Erde geleitet und mit einer Drahtklammer fixiert.

Nach etwa vier bis sechs Wochen hat sie eigene Wurzeln. Dann wird die Verbindung zur Mutterpflanze durchtrennt und der Topf ins neue Beet gesetzt.

Wichtig ist die Auswahl: Nur von gesunden, ertragreichen Pflanzen vermehren. Virosen und Pilzkrankheiten wandern mit dem Ausläufer weiter.

Fruchtfolge und Anbaupause

Zwischen zwei Erdbeerkulturen auf derselben Fläche sollten drei bis vier Jahre liegen. Sonst reichern sich bodenbürtige Pilze an.

Ungünstig als Vorfrucht sind Kartoffeln, Tomaten und Kohl. Gut passen Zwiebeln, Knoblauch, Salat und Spinat, weil sie die Fläche rechtzeitig räumen.

Pflege nach der Pflanzung

In den ersten zwei bis drei Wochen entscheidet die Wasserversorgung darüber, ob die Pflanze durchwurzelt. Gegossen wird an den Fuß, nie über das Laub — nasse Blätter über Nacht begünstigen Grauschimmel.

Blüten, die im Pflanzjahr noch kommen, werden ausgebrochen. Die Kraft gehört in Wurzel und Blattrosette.

Ab September wird kein Stickstoff mehr gegeben. Späte Düngung treibt weiches Gewebe, das der erste Frost schädigt.

Im Spätherbst kommen abgestorbene Blätter weg. Eine dünne Decke aus Laub oder Reisig hilft bei Kahlfrost, wird im Frühjahr aber rechtzeitig abgeräumt, damit das Herz nicht fault.

Im März folgt der Frühjahrsputz: alte Blätter abschneiden, vorsichtig zwischen den Reihen hacken, organisch düngen. Ab der Blüte kommt Stroh unter die Pflanzen, damit die Früchte sauber und trocken bleiben.

Häufige Fehler beim Pflanzen

Zu tief gesetzt. Liegt das Herz unter der Bodenoberfläche, fault es. Das ist der mit Abstand häufigste Fehler.

Zu hoch gesetzt. Steht das Herz über dem Boden, trocknen die oberen Wurzeln aus und die Pflanze kümmert.

Umgeknickte Wurzeln. Ein zu flaches Loch zwingt die Wurzeln in eine Kurve. Lieber tiefer ausheben und lange Wurzeln um ein Drittel kürzen.

Frischer Mist im Beet. Erdbeeren sind Schwachzehrer. Frische organische Masse führt zu viel Blatt und wenig Frucht.

Zu eng gepflanzt. Dichte Bestände trocknen nach Regen langsam ab, und Grauschimmel bekommt seine Chance.

Häufige Fragen

Wann ist der beste Monat?

Der Juli, in der zweiten Monatshälfte. Der August funktioniert ebenfalls, mit leicht geringerem Ertrag im Folgejahr.

Wie viele Pflanzen brauche ich?

Für den Frischverzehr rechnet man mit etwa zehn Pflanzen pro Person.

Darf ich Erdbeeren in den Halbschatten setzen?

Sie wachsen dort, tragen aber weniger und die Früchte schmecken wässriger.

Muss ich im ersten Jahr die Blüten entfernen?

Bei einer Sommerpflanzung stellt sich die Frage nicht. Bei Frühjahrspflanzung fördert das Ausbrechen der ersten Blüten die Wurzelbildung.

Wie lange bleibt das Beet stehen?

Zwei bis drei Erntejahre. Danach nehmen Fruchtgröße und Ertrag deutlich ab.

Brauchen frisch gepflanzte Erdbeeren Dünger?

Reifer Kompost bei der Beetvorbereitung reicht. Stickstoff im Herbst schadet mehr, als er nützt.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.


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