Reife Erdbeere an der Pflanze

Wann pflanzt man Erdbeeren? Termine nach Pflanzenart

Kurzantwort: Der beste Termin für einmaltragende Gartenerdbeeren liegt zwischen Ende Juli und Mitte August. Die Pflanzen wurzeln dann bis zum Herbst ein und legen ab Mitte September die Blütenknospen für die Ernte im nächsten Jahr an. Frigopflanzen aus dem Kühllager lassen sich von Ende März bis Anfang September setzen und tragen etwa sechzig Tage später im selben Jahr.

Erdbeeren richten sich beim Blütenansatz nach der Tageslänge. Ab Mitte September, wenn die Tage kürzer werden, legen sie die Knospen für das kommende Jahr an.

Wer erst im Oktober pflanzt, kommt zu spät: Die Pflanze hat bis dahin weder genug Wurzeln noch genug Blattmasse, um viele Knospen zu bilden. Die Ernte fällt entsprechend mager aus.

Hier stehen die Termine nach Pflanzenart, dazu Standort, Abstände und die Vorbereitung des Beets.

Der Haupttermin: Ende Juli bis Mitte August

Für einmaltragende Gartenerdbeeren nennt die Bayerische Gartenakademie Ende Juli bis maximal Mitte August als ideale Pflanzzeit. In diesem Fenster haben die Pflanzen noch sechs bis acht warme Wochen vor sich.

In dieser Zeit bilden sie Wurzeln, treiben neue Blätter und bestocken sich. Je kräftiger die Pflanze bis Mitte September dasteht, desto mehr Blütenknospen legt sie an.

Als Faustregel gilt: Je früher innerhalb des Fensters gepflanzt wird, desto größer die Ernte im Folgejahr. Eine Woche früher ist mehr wert als eine Woche mehr Vorbereitung.

Frigopflanzen

Frigopflanzen sind gerodete, auf Herz und wenige Blätter gestutzte Erdbeerpflanzen, die bei etwa minus zwei Grad eingelagert werden. Die Anzuchtbetriebe roden zwischen November und Februar und versenden das Material ab Ende März bis Anfang September.

Nach dem Pflanzen treiben sie sofort durch und tragen rund sechzig Tage später. Damit lässt sich die Ernte gezielt steuern, etwa auf den September.

Der Preis dafür ist der höhere Wasserbedarf in den ersten Wochen. Frigopflanzen kommen ohne Wurzelballen in den Boden und müssen bei Trockenheit täglich gewässert werden.

Frisch gesetzte Erdbeerjungpflanzen in einem Beet
Grünpflanzen kommen Ende Juli in ein vorbereitetes, lockeres Beet. Foto: sibyllinski, CC BY 4.0

Grünpflanzen, Topfpflanzen, eigene Ableger

Grünpflanzen sind frisch gerodete Jungpflanzen mit Blättern. Sie sind die günstigste Variante für den Haupttermin, vertrocknen aber schnell und gehören am Kauftag in die Erde.

Topf- und Tray-Pflanzen tragen einen durchwurzelten Ballen und wachsen am sichersten an. Sie kosten mehr, verzeihen dafür einen etwas späteren Termin.

Eigene Ableger werden ab Juni gewonnen: Die kräftigste Ranke einer gesunden, höchstens zweijährigen Mutterpflanze wird in einen mit Erde gefüllten Topf geleitet und beschwert. Sobald der Ableger eigene Wurzeln hat, meist nach drei bis vier Wochen, wird die Verbindung getrennt.

Mutterpflanzen, die im Vorjahr wenig oder kranke Früchte trugen, kommen dafür nicht infrage. Virosen werden über Ableger weitergegeben.

Frühjahrspflanzung als Notlösung

Wer den Sommertermin verpasst hat, kann im März und April pflanzen. Die Pflanzen wachsen an, bilden aber im selben Jahr kaum Früchte, weil die Blütenanlage des Vorjahres fehlt.

Übliche Praxis ist dann, die ersten Blüten auszubrechen. Die Pflanze steckt ihre Kraft in Wurzeln und Blätter und trägt im Folgejahr voll.

Immertragende und Monatserdbeeren

Immertragende Sorten blühen mehrmals und liefern von Juni bis in den Oktober. Sie werden im Frühjahr gepflanzt, weil ihre Ernte nicht von der Blütenanlage im Vorherbst abhängt.

Monatserdbeeren wie ‚Rügen‘ oder ‚Alexandria‘ bilden kleine, stark aromatische Früchte von Juni bis Oktober. Sie lassen sich ab Februar auf der Fensterbank aussäen und ab Mai ins Beet setzen. Ranken bilden sie meist keine.

Standort und Fruchtfolge

Erdbeeren brauchen Sonne und einen lockeren, tiefgründigen und humusreichen Boden. Staunässe und schwerer, verdichteter Lehm führen zu Wurzelfäule.

Auf derselben Fläche sollten mindestens vier Jahre lang keine Erdbeeren gestanden haben. Bodenbürtige Pilze wie Verticillium reichern sich sonst an.

Aus demselben Grund sind Kartoffeln, Tomaten und andere Nachtschattengewächse schlechte Vorfrüchte. Gut geeignet sind Getreide, Zwiebeln, Möhren oder eine Gründüngung aus Tagetes.

Das Beet wird zwei bis drei Wochen vor der Pflanzung vorbereitet, gelockert und mit reifem Kompost versorgt. Frischer Mist gehört nicht dazu.

Abstände und Pflanztiefe

In der Reihe stehen die Pflanzen 25 bis 40 Zentimeter auseinander, zwischen den Reihen bleiben 50 bis 100 Zentimeter. Enger gesetzte Bestände trocknen nach Regen langsamer ab und faulen eher.

Entscheidend ist die Tiefe. Das Herz, also der Vegetationspunkt in der Mitte der Blattrosette, muss genau auf Bodenhöhe sitzen. Zu tief gesetzt fault es, zu hoch gesetzt vertrocknen die Wurzeln.

Nach dem Setzen wird durchdringend angegossen und in den ersten zwei Wochen gleichmäßig feucht gehalten. Eine Mulchschicht aus Stroh kommt erst im Frühjahr dazu, bevor die Früchte den Boden berühren.

Die ersten Wochen nach dem Pflanzen

In den ersten zwei bis drei Wochen entscheidet die Wasserversorgung. Der August ist oft trocken, und frisch gesetzte Pflanzen haben noch keine tiefen Wurzeln. Gegossen wird durchdringend am Fuß, nicht über das Laub.

Ranken, die im September austreiben, werden entfernt. Sie kosten die Pflanze Kraft, die in Blattmasse und Blütenanlage besser aufgehoben ist.

Gedüngt wird im Pflanzjahr nicht mehr. Stickstoff im Herbst treibt weiches Gewebe, das über den Winter anfällig ist.

Im Oktober und November werden gelbe und fleckige Blätter abgezupft. Sie sind die Überwinterungsstelle für Pilzsporen, vor allem für die Erreger der Weiß- und Rotfleckenkrankheit.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Pflanzzeit für Erdbeeren?

Ende Juli bis Mitte August für einmaltragende Sorten.

Kann ich Erdbeeren im Frühjahr pflanzen?

Ja, die Ernte fällt im selben Jahr aber gering aus. Frigopflanzen sind die bessere Wahl.

Wie tief pflanzt man Erdbeeren?

So tief, dass das Herz genau auf Bodenhöhe sitzt.

Wie lange bleibt ein Erdbeerbeet stehen?

Üblich sind zwei bis drei Erntejahre, danach lassen Ertrag und Fruchtgröße nach.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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