Erdbeerpflanzen in einem Beet mit reifen Früchten

Erdbeeren pflanzen: wann der Termin wirklich zählt

Kurzantwort: Für einmaltragende Gartenerdbeeren liegt der beste Pflanztermin zwischen Mitte Juli und Ende August. Die Pflanzen wurzeln dann bis zum Herbst durch und legen im Kurztag die Blütenknospen für das nächste Jahr an. Frigopflanzen sind der Sonderfall: Sie kommen ab Ende April in die Erde und tragen bereits im Pflanzjahr.

Die Gartenerdbeere heißt botanisch Fragaria × ananassa und gehört zu den Rosengewächsen. Sie entstand im 18. Jahrhundert in Europa aus der zufälligen Kreuzung zweier amerikanischer Arten, der Chile-Erdbeere und der Scharlach-Erdbeere.

Von dieser Herkunft bleibt eine praktische Eigenschaft: Die Pflanze richtet sich beim Blütenansatz nach der Tageslänge. Genau deshalb hängt an der Pflanzzeit mehr als an fast jeder anderen Entscheidung im Erdbeerbeet.

Hier steht, was in den einzelnen Monaten passiert und woran ein zu später Termin scheitert.

Der beste Termin: Mitte Juli bis Ende August

Wer Grünpflanzen setzt, also frisch gerodete, bewurzelte Jungpflanzen, hält sich an dieses Fenster. Die Pflanzen bilden bis zum Herbst ein tiefes Wurzelwerk und mehrere kräftige Blattbüschel.

Je früher innerhalb des Fensters gepflanzt wird, desto größer ist die Pflanze im Herbst — und desto mehr Blütenanlagen legt sie an. Der Ertragsunterschied zwischen einer Pflanzung Mitte Juli und einer Ende August ist im Folgejahr deutlich sichtbar.

Kritisch ist in dieser Zeit die Wasserversorgung. Frisch gesetzte Erdbeeren im Hochsommer brauchen in den ersten zwei bis drei Wochen regelmäßig Wasser, sonst wurzeln sie nicht an.

Junge Erdbeerpflanze im Boden
Das Herz der Pflanze bleibt beim Setzen genau auf Bodenhöhe. Foto: Matty Ring, CC BY 4.0

Warum der Sommertermin über die Ernte entscheidet

Einmaltragende Sorten sind Kurztagspflanzen. Sie legen ihre Blütenknospen im Herbst an, wenn die Tage kürzer und die Nächte kühler werden. Diese Anlagen liegen den Winter über in der Pflanze und treiben im Frühjahr als Blüte aus.

Eine Pflanze, die im September oder Oktober gesetzt wird, hat zu diesem Zeitpunkt kaum Wurzeln und wenig Blattmasse. Sie kann nur wenige Blütenanlagen finanzieren, und die Ernte im Folgejahr fällt entsprechend mager aus.

Eine Pflanze, die erst im Frühjahr gesetzt wird, hat die Kurztagsphase komplett verpasst. Sie wächst, bildet Ausläufer und trägt im ersten Jahr fast nichts.

Frigopflanzen: der Termin ab Ende April

Frigopflanzen sind gewöhnliche Erdbeerpflanzen, die zwischen November und Februar gerodet und anschließend bei etwa minus zwei Grad eingelagert werden. Sie stecken in einem künstlichen Winter und beginnen nach dem Pflanzen sofort zu treiben.

Weil die Blütenanlagen bereits vor der Einlagerung gebildet wurden, tragen Frigopflanzen schon im Pflanzjahr. Etwa acht bis zehn Wochen nach dem Setzen beginnt die Ernte.

Der Termin ist frei wählbar zwischen Ende April und Anfang Juli. Das macht diese Pflanzform für gestaffelte Erntetermine interessant. Der Ertrag einer im August gesetzten Grünpflanze liegt im Folgejahr allerdings höher.

Standort und Boden vor dem Pflanzen

Erdbeeren wollen einen vollsonnigen, windgeschützten Platz mit tiefgründigem, gut durchlässigem Boden. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 6,5 liegen.

Staunässe ist der häufigste Killer im Hausgarten. Auf schweren Böden hilft ein leicht erhöhter Damm von zehn bis fünfzehn Zentimetern.

Das Beet gehört zwei bis drei Wochen vor dem Pflanztermin vorbereitet: lockern, Unkraut entfernen, reifen Kompost einarbeiten und den Boden sich setzen lassen. Frischer Mist ist ungeeignet.

Anbaupause und Vorfrucht

Auf derselben Fläche sollten drei bis vier Jahre zwischen zwei Erdbeerkulturen liegen. Bodenbürtige Pilze wie die Rote Wurzelfäule reichern sich sonst an.

Ungünstige Vorfrüchte sind Kartoffeln, Tomaten und andere Nachtschattengewächse sowie Kohl. Gut geeignet sind Zwiebeln, Knoblauch, Salat, Spinat und abgeerntete Frühkartoffeln, weil die Fläche im Juli frei wird.

Standzeit: wann das Beet erneuert wird

Im Erwerbsanbau beträgt die Standzeit meist ein oder zwei Jahre. Im Hausgarten sind zwei bis drei Erntejahre üblich, danach lassen Ertrag und Fruchtgröße spürbar nach.

Praktisch ist ein rollendes System: Jedes Jahr wird ein Drittel des Beetes neu gepflanzt und das älteste Drittel geräumt. So steht immer eine Fläche in Vollertrag.

Pflanzgut prüfen: worauf es beim Kauf ankommt

Gute Grünpflanzen haben drei bis fünf gesunde, dunkelgrüne Blätter, ein kräftiges Herz und ein helles, dicht verzweigtes Wurzelwerk. Braune, matschige Wurzeln und gelbe Blattränder sind Ausschlusskriterien.

Zertifiziertes Pflanzgut ist auf Viren und Nematoden geprüft. Der Aufpreis gegenüber Ware unbekannter Herkunft ist gering, verglichen mit dem Aufwand, ein verseuchtes Beet wieder loszuwerden.

Wer selbst vermehrt, nimmt ausschließlich Ausläufer von gesunden, ertragreichen Mutterpflanzen. Virosen wandern über die Ranke in die Tochterpflanze und bleiben dort.

Die ersten Wochen nach dem Pflanzen

Die Anwachsphase entscheidet über die Ernte im Folgejahr. In den ersten zwei bis drei Wochen darf der Wurzelbereich nicht austrocknen — bei Sommerpflanzung heißt das an heißen Tagen tägliches Kontrollieren.

Gegossen wird an den Fuß der Pflanze, nicht über das Laub. Nasse Blätter über Nacht sind eine Einladung an Grauschimmel und Mehltau.

Blüten, die im Pflanzjahr noch erscheinen, werden ausgebrochen. Die Pflanze steckt ihre Kraft dann in Wurzeln und Blattmasse statt in wenige kleine Früchte.

Ab September braucht das Beet keinen Stickstoff mehr. Späte Düngung treibt weiches Gewebe, das der erste Frost beschädigt. Reifer Kompost im Spätsommer reicht aus.

Vor dem Winter werden abgestorbene Blätter entfernt. Eine dünne Decke aus Laub oder Reisig schützt bei Kahlfrösten, kommt aber im Frühjahr rechtzeitig wieder herunter.

Häufige Fragen

Kann ich Erdbeeren auch im Frühjahr pflanzen?

Ja, aber Grünpflanzen tragen dann im ersten Jahr kaum. Für den Frühjahrstermin sind Frigopflanzen die passende Wahl.

Wie spät im Jahr geht die Pflanzung noch?

Bis Anfang September lassen sich Grünpflanzen setzen. Danach reicht die Zeit zum Anwurzeln in der Regel nicht mehr.

Wie groß ist der Abstand?

In der Reihe 20 bis 40 Zentimeter, zwischen den Reihen 80 Zentimeter bis ein Meter.

Wie tief kommt die Pflanze in die Erde?

Das Herz, also der Vegetationspunkt in der Mitte, muss genau auf Bodenhöhe sitzen. Zu tief gesetzt fault es, zu hoch trocknet es aus.

Wann tragen immertragende Sorten?

Sie blühen mehrfach von Juni bis in den Herbst und sind vom Kurztag weniger abhängig.

Woran erkenne ich gute Pflanzware?

An drei bis fünf gesunden Blättern, einem kräftigen Herz und hellen, dicht verzweigten Wurzeln.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.


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