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Kurzantwort: Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Erdbeeren liegt zwischen Mitte Juli und Anfang September. Dann bilden die Pflanzen bis zum Winter genug Blütenknospen für eine volle Ernte im nächsten Jahr. Im Frühjahr gesetzte Erdbeeren tragen im ersten Jahr kaum.
Erdbeeren legen ihre Blütenknospen im Herbst an, wenn die Tage kürzer werden. Was bis dahin nicht gewachsen ist, trägt im nächsten Sommer keine Früchte.
Deshalb entscheidet der Pflanzzeitpunkt über die Ernte des Folgejahres mehr als jede Düngung.
Der beste Zeitpunkt
Mitte Juli bis Anfang September ist das Fenster für einmaltragende Sorten. Je früher gepflanzt wird, desto größer wird die Pflanze bis zum Winter.
Bis Ende September ist die Pflanzung noch möglich, der Ertrag fällt dann aber geringer aus.
Ab Oktober wird es zu spät. Die Pflanzen wurzeln nicht mehr richtig ein und überstehen den Winter schlechter.
Warum Frühjahrspflanzung weniger bringt
Im März oder April gesetzte Erdbeeren stecken ihre Kraft ins Wurzelwachstum. Blüten bilden sie kaum.
Die erste volle Ernte kommt dann erst im zweiten Jahr. Ein ganzes Jahr geht verloren.
Frigopflanzen sind die Ausnahme: kühl gelagerte Jungpflanzen, die von Mai bis Juli gesetzt werden und nach acht bis zehn Wochen tragen.
Der richtige Standort
Erdbeeren brauchen volle Sonne. Im Halbschatten wachsen sie, bilden aber deutlich weniger und kleinere Früchte.
Der Boden soll locker, humos und leicht sauer sein, mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5.
Staunässe verträgt die Pflanze nicht. In schweren Böden hilft ein Hochbeet oder ein Damm.
Die Fruchtfolge beachten
Auf demselben Beet sollten mindestens vier Jahre lang keine Erdbeeren stehen. Sonst reichern sich Pilzkrankheiten im Boden an.
Ungünstige Vorkulturen sind Kartoffeln, Tomaten und Kohl. Sie teilen Krankheiten mit der Erdbeere.
Gut geeignet sind Zwiebeln, Lauch, Möhren und Salat als Vorkultur.
Pflanzabstand

25 bis 30 Zentimeter in der Reihe, 60 bis 70 Zentimeter zwischen den Reihen. Das gibt Luft und beugt Pilzbefall vor.
Enger gepflanzt wachsen die Blätter zusammen, trocknen nach Regen langsamer ab und werden anfällig für Grauschimmel.
Bei Kletter- oder Hängeerdbeeren im Topf reicht eine Pflanze je zehn Liter Substrat.
Richtig pflanzen
Das Pflanzloch wird so tief ausgehoben, dass die Wurzeln senkrecht hineinpassen, ohne zu knicken.
Das Herz der Pflanze, aus dem die Blätter wachsen, muss knapp über der Erde bleiben. Zu tief gesetzt fault es.
Nach dem Pflanzen wird kräftig angegossen. In den ersten zwei Wochen darf der Boden nicht austrocknen.
Stroh unterlegen

Sobald sich die ersten Früchte bilden, kommt Stroh unter die Pflanzen. Es hält die Früchte sauber und vom feuchten Boden fern.
Das reduziert Grauschimmel deutlich. Der englische Name Strawberry geht auf diese Praxis zurück.
Holzwolle oder Erdbeermatten erfüllen denselben Zweck und halten länger.
Pflege im ersten Jahr
Ausläufer werden abgeschnitten. Sie kosten die Pflanze Kraft, die in die Blütenbildung gehen soll.
Gedüngt wird sparsam, am besten mit Kompost. Zu viel Stickstoff bringt Blätter statt Früchte.
Im Herbst werden alte und kranke Blätter entfernt. Das Herz bleibt unangetastet.
Wie lange eine Pflanze trägt

Die volle Ernte kommt im zweiten und dritten Standjahr. Danach lässt der Ertrag deutlich nach.
Nach drei Jahren wird das Beet erneuert. Dafür eignen sich Ausläufer der eigenen Pflanzen, die man im Sommer bewurzeln lässt.
Ein gestaffeltes Vorgehen ist praktisch: Jedes Jahr ein Drittel des Beets neu bepflanzen.
Einmaltragend oder immertragend
Einmaltragende Sorten liefern im Juni eine große Ernte auf einmal. Sie eignen sich zum Einkochen.
Immertragende Sorten tragen von Juni bis Oktober kleinere Mengen. Ihre Früchte sind meist etwas kleiner.
Für den Hausgarten ist eine Mischung sinnvoll: eine Reihe für die große Ernte, eine für den laufenden Bedarf.
Häufige Fragen
Wann pflanzt man Erdbeeren am besten?
Zwischen Mitte Juli und Anfang September. Dann tragen sie im nächsten Frühjahr voll.
Kann ich Erdbeeren im Frühjahr pflanzen?
Ja, die erste volle Ernte kommt dann aber erst im Jahr darauf. Frigopflanzen sind die Ausnahme.
Wie viel Abstand brauchen Erdbeeren?
25 bis 30 Zentimeter in der Reihe, 60 bis 70 Zentimeter zwischen den Reihen.
Wie lange tragen Erdbeerpflanzen?
Drei Jahre gut, danach lässt der Ertrag stark nach. Dann wird das Beet erneuert.
Warum faulen meine Erdbeeren?
Meist Grauschimmel durch zu enge Pflanzung oder fehlende Unterlage. Stroh und mehr Abstand helfen.
Welcher Standort ist richtig?
Volle Sonne, lockerer humoser Boden ohne Staunässe, pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5.
Erdbeeren im Topf
Auf Balkon und Terrasse funktionieren Erdbeeren gut. Ein Topf von mindestens zehn Litern reicht für eine bis zwei Pflanzen.
Im Topf trocknet die Erde schneller aus als im Beet. Im Sommer muss täglich gegossen werden, an heißen Tagen zweimal.
Über den Winter werden Töpfe an eine geschützte Hauswand gestellt und mit Vlies umwickelt. Im Topf frieren die Wurzeln sonst durch.
Ausläufer nutzen
Gesunde Mutterpflanzen bilden ab Juli Ausläufer mit kleinen Tochterpflanzen. Sie sind die günstigste Quelle für neue Pflanzen.
Der erste Ableger an jedem Ausläufer ist der kräftigste. Er wird in einen kleinen Topf mit Erde geleitet und beschwert, bis er wurzelt.
Nach vier bis sechs Wochen wird die Verbindung zur Mutterpflanze durchtrennt und der Ableger umgesetzt.
Ernte und Lagerung
Geerntet wird mit Stiel und Kelch. Ohne Stiel gepflückte Früchte verlieren Saft und werden schnell matschig.
Am besten schmecken Erdbeeren, die vollständig rot ausgereift gepflückt werden. Sie reifen nach der Ernte nicht mehr nach.
Im Kühlschrank halten sie zwei Tage, ungewaschen und locker ausgebreitet. Gewaschen werden sie erst kurz vor dem Essen.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Kartoffeln pflanzen: Wann der richtige Zeitpunkt ist
- Erdbeeren pflanzen: Der optimale Zeitpunkt für eine reiche Ernte
- Baum schneiden: wann der richtige Zeitpunkt im Jahr ist
Lucie begleitet fuer spatenfreunde.de eine Gartensaison von der Aussaat bis zur Ernte.

Lucie zieht Gemüse aus Samen und schreibt über Aussaat, Jungpflanzen und den Kalender fürs Gartenjahr.







