Biergärten im Englischen Garten – Überblick und Tipps

Kurz gesagt: Im Englischen Garten liegen mehrere Biergärten, darunter der Chinesische Turm im Süden, der Seehaus am Kleinhesseloher See und der Aumeister ganz im Norden. Der Aumeister ist der ruhigste und am weitesten von der Innenstadt entfernt — er liegt nahe dem nördlichen Ende des Parks.

Der Englische Garten

Mit rund 375 Hektar gehört er zu den größten innerstädtischen Parks der Welt und ist größer als der Central Park in New York. Angelegt wurde er ab 1789 nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten.

Er zieht sich vom Stadtzentrum mehrere Kilometer nach Norden. Diese Länge erklärt, warum die Biergärten so unterschiedlichen Charakter haben: Der Süden ist touristisch geprägt, der Norden ruhig und von Einheimischen genutzt.

Die Biergärten im Überblick

Chinesischer Turm. Der bekannteste und größte, direkt am namengebenden Holzturm aus dem 18. Jahrhundert. Sehr belebt, oft mit Blasmusik, im Sommer voll.

Seehaus. Am Kleinhesseloher See gelegen, mit Blick aufs Wasser und Bootsverleih daneben. Kombination aus Biergarten und Restaurant.

Aumeister. Im Norden, in einem ehemaligen kurfürstlichen Jagdhaus. Deutlich ruhiger, mit altem Baumbestand und viel Platz.

Hirschau. Ebenfalls im nördlichen Teil, groß und familienfreundlich.

Milchhäusl. Klein, am südlichen Rand nahe der Universität, mit Schwerpunkt auf regionalen und ökologischen Produkten.

Die bayerische Biergartenregel

Das Besondere an echten bayerischen Biergärten: Man darf eigene Speisen mitbringen. Getränke müssen dagegen vor Ort gekauft werden.

Diese Regel geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als Brauereien über ihren Bierkellern ausschenkten und die Wirte in der Stadt dagegen protestierten. Der Kompromiss war: Bier ja, Essen nein — und daraus wurde das Recht, Brotzeit selbst mitzubringen.

Erkennbar sind solche Bereiche meist an den einfachen Holztischen ohne Tischdecke. Bereiche mit Bedienung und eingedeckten Tischen fallen nicht darunter.

Was in eine Brotzeit gehört

  • Brezn, Bauernbrot, Radi mit Salz
  • Obatzda oder Camembert
  • Wurstsalat, Leberkäse, Schinken
  • Radieschen, Gurken, Tomaten
  • Eigenes Geschirr und Besteck
  • Eine Decke für den Tisch

Nicht mitgebracht werden dürfen Getränke — auch keine Wasserflaschen. Das wird in den meisten Biergärten kontrolliert.

Der Aumeister im Besonderen

Das Gebäude war ursprünglich ein Jagdhaus und ist seit dem 19. Jahrhundert Gaststätte. Die Lage im Norden bedeutet: weniger Laufkundschaft, mehr Radfahrer und Spaziergänger.

Erreichbar ist er über die Wege durch den Park von Süden, was einen ausgedehnten Spaziergang bedeutet, oder von außen über den Norden des Parks. Viele kommen mit dem Rad.

Der Charakter unterscheidet sich deutlich vom Chinesischen Turm: alter Baumbestand, weniger Trubel, mehr Stammgäste.

Wann man kommen sollte

Die Saison läuft etwa von März bis Oktober, abhängig vom Wetter. Bei Sonnenschein am Wochenende sind alle Biergärten ab dem frühen Nachmittag voll.

Ruhiger ist es werktags, am Vormittag und in den Randzeiten der Saison. Wer im Frühjahr oder Herbst an einem warmen Werktag kommt, hat den Park fast für sich.

Die Öffnungszeiten enden meist gegen 22 oder 23 Uhr; die Sperrzeit für Biergärten in München ist geregelt und dient dem Schutz der Anwohner.

Der Rest des Parks

Neben den Biergärten lohnen der Monopteros mit Blick über die Stadt, die Eisbachwelle mit ihren Surfern am Südrand, der Kleinhesseloher See mit Bootsverleih und die weiten Wiesen.

Der Park ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Radfahren ist auf den ausgewiesenen Wegen erlaubt.

Die Geschichte des Parks

Angelegt wurde der Englische Garten ab 1789 auf Anregung von Benjamin Thompson, dem späteren Reichsgrafen von Rumford. Er stand in bayerischen Diensten und wollte einen Park schaffen, der allen Bürgern offensteht — ein für die Zeit ungewöhnlicher Gedanke.

Weitergeführt wurde die Gestaltung von Friedrich Ludwig von Sckell, dem bedeutendsten deutschen Landschaftsgärtner seiner Zeit. Von ihm stammt die heutige Wegeführung mit ihren geschwungenen Linien und wechselnden Ausblicken.

Der Chinesische Turm entstand bereits 1790, brannte im Zweiten Weltkrieg ab und wurde nach den alten Plänen wieder aufgebaut.

Mit Kindern im Park

Es gibt mehrere Spielplätze, und die Wiesen bieten Platz zum Toben. Bootfahren auf dem Kleinhesseloher See ist von Frühjahr bis Herbst möglich.

Im Biergarten am Chinesischen Turm steht ein Karussell aus dem 19. Jahrhundert, das bis heute in Betrieb ist. Es gehört zu den ältesten seiner Art in Deutschland.

Wer mit kleinen Kindern kommt, sollte den Eisbach im Blick behalten — die Strömung ist stark, und das Ufer fällt an manchen Stellen steil ab.

Andere große Biergärten in München

Außerhalb des Englischen Gartens gibt es weitere bekannte Adressen. Der Hirschgarten in Neuhausen gilt mit rund 8.000 Plätzen als einer der größten Biergärten Europas und hat ein Damwildgehege.

Am Viktualienmarkt mitten in der Stadt wechselt der Ausschank turnusmäßig zwischen den Münchner Brauereien. Der Augustiner-Keller an der Arnulfstraße hat alten Kastanienbestand, ebenso der Paulaner am Nockherberg.

Allen gemeinsam ist die Kastanie als Schattenspender. Sie wurde historisch über den Bierkellern gepflanzt, weil ihre flachen Wurzeln das Gewölbe nicht beschädigen und ihr dichtes Laub den Keller kühl hält.

Praktisches für den Besuch

Bezahlt wird meist an der Selbstbedienungstheke, häufig gegen Pfand für den Krug. Bargeld ist in vielen Biergärten weiterhin üblich, auch wenn Kartenzahlung zunimmt.

Hunde sind in bayerischen Biergärten in der Regel willkommen, sofern sie angeleint sind. Wasserschüsseln stehen oft bereit.

Bei Regen schließen viele Biergärten kurzfristig — ein Blick auf die Wetterlage lohnt, bevor man eine Stunde durch den Park läuft.

Häufige Fragen

Wie viele Biergärten gibt es im Englischen Garten?

Mehrere, darunter Chinesischer Turm, Seehaus, Aumeister und Hirschau.

Darf man Essen mitbringen?

Ja, Getränke jedoch nicht.

Wo liegt der Aumeister?

Im nördlichen Teil des Parks.

Welcher Biergarten ist am ruhigsten?

Der Aumeister.

Wann ist Saison?

Etwa von März bis Oktober.

Kostet der Park Eintritt?

Nein.

Warum darf man Brotzeit mitbringen?

Wegen einer historischen Regelung aus dem 19. Jahrhundert.

Wie groß ist der Englische Garten?

Rund 375 Hektar.

Wer hat den Englischen Garten angelegt?

Benjamin Thompson ab 1789, gestaltet von Friedrich Ludwig von Sckell.

Gibt es Spielplätze?

Ja, mehrere – dazu ein historisches Karussell am Chinesischen Turm.

Warum stehen Kastanien in Biergärten?

Ihre flachen Wurzeln schonen die Bierkeller und ihr Laub spendet Schatten.

Sind Hunde erlaubt?

In der Regel ja, angeleint.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

Geschrieben von Bella, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.


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