Üppig blühendes Staudenbeet mit vielen verschiedenen Sommerstauden

Wann pflanze ich Stauden? Herbst und Frühjahr im Vergleich

Kurzantwort: Die meisten Stauden lassen sich sowohl im Herbst als auch im Frühjahr pflanzen. Als Faustregel gilt: Herbst, etwa von Ende September bis Mitte November, solange der Boden nicht gefroren ist. Frühblühende Arten wie Bergenie, Lungenkraut oder Christrose gehören eher in den Herbst, weil sie ihre Kraft im Frühjahr für die Blüte brauchen. Gräser, Farne und spätblühende Stauden wie Herbstchrysanthemen wachsen dagegen besser an, wenn sie im Frühjahr gepflanzt werden und ein ganzes Jahr Zeit zum Einwurzeln haben.

Stauden sind mehrjährige Pflanzen, die im Gegensatz zu einjährigen Beetpflanzen über viele Jahre hinweg am selben Platz stehen bleiben. Gerade deshalb lohnt es sich, beim Pflanzen nicht nur auf die Art, sondern auch auf den richtigen Zeitpunkt zu achten.

Anders als bei vielen Gehölzen gibt es bei Stauden keine einzelne, immer gültige Regel. Je nachdem, wann eine Art blüht und wie empfindlich sie auf Kälte reagiert, liegt der beste Pflanztermin mal im Herbst, mal im Frühjahr.

Herbst oder Frühjahr: die Grundregel

Als allgemeine Faustregel unter erfahrenen Staudengärtnern gilt: Stauden kommen vom Frühjahr bis in den Spätsommer in die Erde, damit genug Zeit bleibt, sich vor der niederschlagsreichen, kalten Jahreszeit zu verwurzeln. Innerhalb dieses weiten Fensters gelten Herbst und Frühjahr als die beiden Hauptpflanzzeiten, während der Hochsommer wegen der Hitze eher ungünstig ist.

Der Grund dafür liegt im Boden: Wird im Herbst gepflanzt, idealerweise zwischen Ende September und Mitte November, ist der Boden nach dem Sommer noch warm, während die Pflanze oberirdisch kaum noch wächst. Unter diesen Bedingungen bildet die Staude bereits vor dem Winter neue Wurzeln und startet im Frühjahr kräftiger in die Saison als eine erst dann gepflanzte Staude. Am besten erfolgt die Herbstpflanzung nach der Blüte, damit die Pflanze ihre Energie vollständig in die Wurzelbildung statt in Blüten stecken kann.

Diese Stauden gehören eher in den Herbst

Frühblühende Arten wie Bergenien, Lungenkraut oder Kuhschellen sollten möglichst nicht im Frühjahr gepflanzt werden. Sie stecken zu diesem Zeitpunkt schon viel Kraft in die bevorstehende Blüte, sodass für das Anwurzeln zu wenig Energie übrig bleibt. Eine Pflanzung im Herbst umgeht dieses Problem, weil die Pflanze bis zur nächsten Blütezeit bereits eingewurzelt ist.

Diese Stauden warten besser bis zum Frühjahr

Für einige Arten empfiehlt sich dagegen ausschließlich das Frühjahr als Pflanztermin. Gräser, Farne und spätblühende Stauden wie Herbstchrysanthemen oder Japanische Herbstanemonen sollten über ein ganzes Jahr einwurzeln können, bevor sie in ihren ersten Winter gehen. Werden sie erst im Herbst gepflanzt, bleibt ihnen dafür zu wenig Zeit, und ein strenger erster Winter kann ihnen erheblich zusetzen.

Der Boden vor der Pflanzung

Vor dem Pflanzen wird die Fläche von Wurzelunkraut wie Quecke oder Giersch befreit, das sich später zwischen den Staudenwurzeln kaum noch entfernen lässt. Schwere Böden profitieren von eingearbeitetem Kompost oder Sand, der die Durchlässigkeit verbessert, während magere Sandböden zusätzlich von etwas organischem Material profitieren, das über die Zeit auch die Wasserspeicherung im Wurzelbereich verbessert.

So werden Stauden gepflanzt

Das Pflanzloch fällt etwas größer aus als der Wurzelballen der Staude. Vor dem Einsetzen lohnt es sich, festgewachsene Wurzelballen aus dem Topf leicht aufzulockern, damit die Wurzeln sich im umgebenden Boden ausbreiten statt in ihrer ursprünglichen Topfform weiterzuwachsen. Nach dem Einsetzen wird die Erde angedrückt und die Staude durchdringend angegossen, auch wenn im Herbst gepflanzt wird.

Pflanzabstand richtig einschätzen

Wie viel Platz eine Staude braucht, hängt stark von ihrer Art ab. Kleine Polsterstauden am Beetrand kommen mit wenigen Zentimetern Abstand aus, während kräftig wachsende Arten wie Storchschnabel oder Fetthenne deutlich mehr Raum zur Seite beanspruchen. Wer zu eng pflanzt, muss die Stauden nach wenigen Jahren teilen oder versetzen, weil sie sich sonst gegenseitig verdrängen und einzelne Arten dabei regelrecht überwuchern können.

Pflege in den ersten Wochen

Frisch gepflanzte Stauden brauchen in den ersten Wochen regelmäßige Feuchtigkeit, bis sie sich mit ihren Wurzeln selbst versorgen können. Besonders bei einer Frühjahrspflanzung, wenn Sonne und Wind den Boden schnell austrocknen lassen, sollte in trockenen Phasen zusätzlich gegossen werden. Gedüngt wird im Pflanzjahr meist noch nicht, weil frisch eingearbeiteter Kompost in der Regel für die ersten Monate bereits ausreicht.

Zur richtigen Pflege gehört außerdem das Mulchen: Eine dünne Mulchschicht zwischen den frisch gepflanzten Stauden hält den Boden feucht und erschwert es Unkrautsamen, sich anzusiedeln, solange die Stauden selbst noch nicht flächendeckend gewachsen sind. Sobald sich die Pflanzen nach ein bis zwei Jahren geschlossen haben, übernehmen sie diese Aufgabe von selbst und verdrängen aufkeimendes Unkraut allein durch ihren dichten Wuchs, sodass sich der Pflegeaufwand im Beet von Jahr zu Jahr spürbar verringert.

Container-Stauden als Ausnahme

Stauden aus dem Gartencenter oder der Staudengärtnerei stehen heute fast ausschließlich in Töpfen mit fertigem Wurzelballen, nicht mehr wurzelnackt wie früher üblich. Solche Container-Stauden lassen sich, anders als die strengeren Termine für Gehölze, fast das ganze Jahr über pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist. Wer im Hochsommer pflanzt, sollte allerdings besonders auf ausreichend Wasser achten, weil die Pflanze zu dieser Zeit bereits voll im Wachstum steht.

Stauden teilen statt neu kaufen

Wer bereits Stauden im Garten hat, muss für neue Pflanzen nicht immer nachkaufen. Viele horstbildende Arten lassen sich nach einigen Jahren teilen, wenn sie aus dem Boden gestochen und mit Spaten oder Messer in mehrere Stücke zerlegt werden. Der richtige Zeitpunkt dafür folgt derselben Regel wie beim Neupflanzen: Frühblüher werden nach der Blüte im Sommer oder Herbst geteilt, Spätblüher eher im zeitigen Frühjahr.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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