Bepflanztes Holz-Hochbeet mit jungem Gemüse vor einem Holzzaun

Hochbeet bepflanzen: Wann welches Gemüse ins Beet kommt

Kurzantwort: Kälteverträgliche Kulturen wie Möhren, Rettich, Kohlrabi und Kopfsalat kommen bereits im März ins Hochbeet. Wärmeliebende Arten wie Tomaten und Gurken folgen erst Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Nach der Erstbefüllung sollte einige Wochen gewartet werden, weil sich die Erde durch die Verrottung der unteren Schichten zunächst setzt und nachgefüllt werden muss.

Ein Hochbeet erwärmt sich laut Bayerischer Gartenakademie schneller als ein ebenerdiges Beet und liefert dadurch in der Regel höhere Erträge. Dieser Vorteil lässt sich aber nur nutzen, wenn die Bepflanzung zeitlich zur jeweiligen Kultur passt.

Wer alles auf einmal im Mai einpflanzt, verschenkt Wochen an Anbauzeit für Gemüse, das deutlich früher ins Beet dürfte – und riskiert bei frostempfindlichen Arten trotzdem noch Schäden, wenn zu früh gepflanzt wird.

Erst befüllen, dann setzen lassen

Beim Innenaufbau füllt die Bayerische Gartenakademie zuerst rund 40 Zentimeter durchlässige, sandige Ackererde ohne Humusanteil ein, weil diese Schicht strukturstabil bleibt und für gute Belüftung sorgt. Darüber kommen weitere 40 Zentimeter lockere, humose Gartenerde, bei schlechter Qualität für die obersten 15 Zentimeter zugekaufte, humusreiche Erde.

Einige Wochen nach dem Befüllen sackt die Erde spürbar zusammen, weil sich das organische Material setzt. Dieser Verlust wird vor der ersten Bepflanzung noch einmal mit Gartenerde aufgefüllt, sonst steht das Gemüse später zu tief im Beet.

Ab März: kälteverträgliche Kulturen

Nach dem Pflanzplan der Bayerischen Gartenakademie werden im März bereits Möhren, Rettich oder Kohlrabi sowie Kresse gesät, gleichzeitig wird Kopfsalat gepflanzt. Diese Arten vertragen leichte Kälte und nutzen die längere Vegetationszeit, die ein Hochbeet durch seine schnellere Erwärmung im Vergleich zum Bodenbeet bietet.

Nach der Kresseernte folgt im selben Beetabschnitt eine Reihe Rote Rüben, sodass die Fläche durchgehend genutzt wird, statt nach der ersten Ernte leer zu bleiben.

Kresse ist dabei besonders praktisch für den Einstieg: Sie keimt schnell, liefert innerhalb weniger Wochen die erste Ernte und macht danach sofort wieder Platz für die nächste Kultur, ohne dass ein Teil des Beets lange ungenutzt bleibt.

Ab Mitte Mai: wärmeliebendes Gemüse

Mitte Mai, nach der Salaternte, kommen laut Anbauplan Tomaten mit 50 Zentimetern Pflanzabstand in der Reihe und Einlegegurken mit 30 Zentimetern Pflanzabstand ins Beet. Dieser Zeitpunkt liegt bewusst nach den letzten zu erwartenden Nachtfrösten, weil beide Arten frostempfindlich sind.

Auch Paprika und Buschtomaten gehören zu den Arten, die laut Gartenakademie im Hochbeet besonders gut gedeihen, weil sich das Erdreich dort schneller erwärmt als im gewachsenen Gartenboden. Nur sehr hoch und mächtig wachsender Mais eignet sich nach Einschätzung der Akademie nicht für die Hochbeetkultur.

Stabtomaten werden am besten mehrtriebig gezogen, um ihre Höhe zu begrenzen – sonst wachsen sie im warmen, nährstoffreichen Hochbeetboden schnell über die übliche Rankhilfe hinaus und lassen sich oben nur schwer bändigen.

Warum sich ein Hochbeet schneller erwärmt

Die erhöhte Lage und die Verrottungsprozesse in den unteren Erdschichten sorgen für zusätzliche Wärme direkt im Wurzelbereich. Das erlaubt einen früheren Start in die Saison als im Freiland, führt laut Gartenakademie aber auch dazu, dass die Erde schneller austrocknet als im Bodenbeet.

Dieser Effekt lässt sich einfach ausgleichen: Eine Mulchschicht, etwa aus Rasenschnitt, hält die Feuchtigkeit länger im Beet und reduziert gleichzeitig den Gießaufwand in heißen Sommerwochen. Gerade bei den frühen Kulturen im März lohnt sich außerdem ein Vlies, das über Nacht schützend über das Beet gelegt wird, solange noch mit einzelnen kühlen Nächten zu rechnen ist.

Ein Anbauplan für das ganze Jahr

Nach dem Vorbild der Gartenakademie lässt sich ein Hochbeet mehrfach im Jahr neu bepflanzen. Ab August, nach der Ernte der Roten Rüben, kann Endivie gepflanzt werden. Sind die Gurken abgeräumt, bietet sich zwischen Endivie und Tomaten die Einsaat von drei Reihen Feldsalat für den Herbst an.

So ist die Fläche von März bis in den Oktober hinein fast durchgehend belegt, ohne dass sich die einzelnen Kulturen gegenseitig den Platz streitig machen – vorausgesetzt, die Reihenfolge wird eingehalten, statt alles gleichzeitig zu Beginn der Saison ins Beet zu setzen.

Düngung während der Saison

Für die Grundversorgung mit Phosphor, Kali, Magnesium und Humus reicht laut Gartenakademie eine jährliche Gabe von drei Litern Kompost pro Quadratmeter. Zusätzlich wird je nach Gemüseart die passende Stickstoffmenge gegeben, wobei die Stickstoffdüngung reduziert werden kann, wenn viel mit Rasenschnitt gemulcht wird.

Wer im ersten Jahr nach der Befüllung pflanzt, profitiert zusätzlich von den Nährstoffen, die beim Verrotten der unteren Schichten freigesetzt werden – ein Grund, weshalb frisch befüllte Hochbeete oft weniger zusätzliche Düngung brauchen als ältere. Beobachtet werden sollte das Wachstum trotzdem, denn gerade Starkzehrer wie Tomaten zeigen an gelblichen, kleinen Blättern schnell, wenn ihnen doch etwas fehlt.

Warum das erste Jahr am ertragreichsten ist

Mit der Zeit setzt sich die organische Füllung weiter und die anfängliche Rottewärme lässt nach. Die Gartenakademie empfiehlt deshalb, ein Hochbeet nach etwa fünf bis sieben Jahren komplett zu entleeren und wie bei einer Neuanlage wieder aufzufüllen, um die Vorteile aus schnellerer Erwärmung und zusätzlichen Nährstoffen erneut zu nutzen.

Wer diesen Rhythmus kennt, kann die besonders wärmebedürftigen und nährstoffhungrigen Kulturen gezielt in den ersten Jahren nach der Neubefüllung einplanen und erst später auf genügsamere Arten wie Kräuter oder Salate umstellen.

Zur Bauweise selbst rät die Gartenakademie zu einer lichten Breite von 1,40 bis 1,50 Metern, damit beide Längsseiten bequem mit der Armlänge des Benutzers bis zur Beetmitte reichen, und zu einer Höhe von 70 bis 80 Zentimetern für rückenschonendes Arbeiten ohne Bücken. Wer das Beet auch im Rollstuhl erreichen möchte, plant zusätzlich einen 75 bis 100 Zentimeter breiten Weg drumherum ein.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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