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Kurzantwort: Ein Steinbeet braucht einen durchlässigen Unterbau aus Kies oder Schotter unter der Pflanzerde, damit überschüssiges Wasser abfließt. Auf diese Drainageschicht kommen unterschiedlich große Steine als Gestaltungselement, dazwischen sonnenliebende, trockenheitsfeste Stauden wie Sedum, Thymian oder niedrige Gräser. Ohne Bepflanzung ist es dagegen ein Schottergarten – und der ist in mehreren Bundesländern baurechtlich nicht mehr erlaubt.
Ein Steinbeet kombiniert Steine unterschiedlicher Größe mit Pflanzen, die karge, trockene Standorte von Natur aus gewohnt sind. Richtig aufgebaut braucht es kaum Pflege und übersteht auch heiße, trockene Sommer ohne tägliches Gießen.
Damit unterscheidet es sich deutlich von der reinen Schotterfläche, die in den vergangenen Jahren vor vielen Einfamilienhäusern entstanden ist – optisch wie rechtlich.
Standort und Fläche festlegen
Die meisten für Steinbeete geeigneten Pflanzen stammen aus sonnigen, trockenen Herkunftsgebieten wie Steppen oder Gebirgshängen. Ein vollsonniger bis halbschattiger Standort ist deshalb Voraussetzung, ebenso ein Untergrund ohne Staunässe. An einer feuchten Senke im Garten geht ein klassisches Steinbeet auf Dauer ein.
Auch die Form der Fläche lohnt eine kurze Überlegung, bevor der erste Aushub beginnt. Ein leicht geneigter Bereich, etwa an einer Böschung oder einem kleinen Hang, lässt Regenwasser von selbst ablaufen und kommt dem natürlichen Vorbild aus Gebirgshängen näher als eine völlig ebene Fläche, bei der ein funktionierender Unterbau umso wichtiger wird.
Der Unterbau entscheidet
Für den Aushub werden üblicherweise 20 bis 30 Zentimeter Boden abgetragen. Bei schweren, lehmigen Böden folgt darauf eine Drainageschicht aus grobem Kies oder Schotter, die überschüssiges Wasser von den Wurzeln fernhält. Ein Unkrautvlies zwischen Drainage und Substrat verhindert, dass sich Wurzelunkräuter von unten durcharbeiten, ohne dabei Wasser oder Luft von der Bepflanzung fernzuhalten. Bei ohnehin sandigem, gut durchlässigem Gartenboden kann diese Drainageschicht dünner ausfallen oder sogar ganz entfallen, weil der gewachsene Boden das Wasser bereits von selbst schnell genug ableitet.
Steine setzen
Für eine natürliche Wirkung werden Steine in mehreren Größen kombiniert: wenige große Findlinge als Blickpunkte, dazwischen mittlere und kleine Steine in unregelmäßigen Gruppen. Große Steine werden zu einem Drittel bis zur Hälfte eingegraben, damit sie wie gewachsen wirken und nicht wie aufgesetzt. Eine einzelne Steinsorte in unterschiedlichen Größen wirkt dabei meist ruhiger und stimmiger als eine bunte Mischung verschiedener Gesteinsarten und -farben, die schnell unruhig aussieht, sobald die Fläche größer wird. Am glaubwürdigsten wirkt ein Steinbeet außerdem, wenn eine Gesteinsart verwendet wird, die auch regional natürlich vorkommt, statt exotischer Importsteine, die im heimischen Garten schnell fremd wirken.
Passende Pflanzen wählen
Niedrige Fetthennen-Arten (Sedum), Storchschnabel-Sorten für trockene Lagen, Thymian, Blauschwingel und andere horstbildende Gräser kommen mit dem kargen, schnell abtrocknenden Substrat eines Steinbeets gut zurecht. Auch klassische Steingartenpflanzen wie Katzenpfötchen, Grasnelke, Alpenaster, niedrige Narzissensorten, Glockenblumen, Polsternelken und Steinbrech gehören zu den seit Langem bewährten Arten für diesen Standort. Wichtiger als die einzelne Art ist die Herkunft: Pflanzen aus Steppen- oder Gebirgsstandorten vertragen die Kombination aus voller Sonne und wenig Wasser besser als klassische Beetstauden.
Bei der Anordnung lohnt sich derselbe Grundsatz wie bei den Steinen selbst: wenige Arten in größeren, zusammenhängenden Gruppen wirken ruhiger als viele einzelne Exemplare unterschiedlicher Sorten, die über die Fläche verstreut stehen. Polsterbildende Arten am Rand dürfen dabei ruhig über die Steinkanten wachsen, das unterstreicht den natürlichen Charakter des Beets zusätzlich.
Steingarten und Alpinum: kein Widerspruch
Wird ein Steinbeet konsequent auf besonders anspruchsvolle Hochgebirgspflanzen ausgerichtet und die Drainage noch strenger ausgelegt, geht es fließend in ein Alpinum über, eine spezialisierte Variante des Steingartens für alpine Arten. Für ein alltagstaugliches Steinbeet im Vorgarten braucht es diese Spezialisierung nicht, das Grundprinzip aus guter Entwässerung und trockenheitsfesten Pflanzen bleibt aber dasselbe.
Pflanzung und Mulchschicht
Gepflanzt wird in kleine Erdtaschen zwischen den Steinen, angereichert mit etwas magerem Substrat statt normaler, nährstoffreicher Blumenerde – zu viele Nährstoffe lassen diese Pflanzen weich und anfällig werden. Eine abschließende Mulchschicht aus feinem Splitt unterdrückt Unkraut und hält die Blätter der niedrigen Polster trocken. Der Splitt reflektiert zusätzlich Wärme und Licht von unten auf die Pflanzen, was gerade wärmeliebenden Arten wie Thymian zugutekommt und gleichzeitig verhindert, dass Regenspritzer Erde auf die niedrigen Blattpolster schleudern.
Der Unterschied zum Schottergarten
Eine Fläche aus reinem Schotter ohne nennenswerte Bepflanzung gilt baurechtlich nicht als wasserdurchlässige, begrünte Fläche. Nach den Landesbauordnungen müssen unbebaute Flächen auf einem Grundstück wasserdurchlässig gestaltet und begrünt oder bepflanzt sein, Baden-Württemberg hat das Verbot solcher reinen Schotterflächen 2020 zusätzlich im Landesnaturschutzgesetz verankert. Ein Steinbeet mit echter Bepflanzung erfüllt diese Vorgabe, eine kahle Kiesfläche in der Regel nicht. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob unter dem Kies ein Unkrautvlies liegt: Entscheidend für die baurechtliche Einordnung ist die sichtbare Begrünung der Fläche, nicht der Aufbau darunter.
Pflegeaufwand im Jahresverlauf
Nach dem Anwachsen braucht ein Steinbeet deutlich weniger Pflege als ein klassisches Staudenbeet: kein regelmäßiges Gießen bei normalem Sommerwetter, kein Düngen. Nötig bleibt das Entfernen von Fremdunkraut, das sich über Windsaat zwischen den Steinen ansiedelt, sowie ein gelegentlicher Rückschnitt verblühter Triebe.
Lediglich in der ersten Saison nach der Pflanzung brauchen auch trockenheitsfeste Arten noch regelmäßige Wassergaben, bis sie tiefere Wurzeln ausgebildet haben und selbstständig an Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten kommen. Erst ab dem zweiten Standjahr zeigt sich die eigentliche Stärke eines richtig aufgebauten Steinbeets: Es übersteht auch mehrwöchige Trockenphasen im Sommer ohne zusätzliches Gießen.
Eine lange Tradition
Die Idee, Steine gezielt mit anspruchslosen Pflanzen zu kombinieren, ist keine moderne Erfindung. Einer der ältesten noch bestehenden Steingärten Europas wurde bereits 1773 im Chelsea Physic Garden in London angelegt, richtig populär wurde die Gartenform aber erst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, maßgeblich geprägt durch den britischen Pflanzensammler Reginald Farrer und sein 1919 erschienenes Standardwerk „The English Rock Garden“. Viele der damals eingeführten Arten stehen bis heute in ganz ähnlicher Form in privaten Steinbeeten.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







