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Kurzantwort: Für trockene Standorte sieht die FLL die Regel-Saatgut-Mischung RSM 2.2 „Gebrauchsrasen Trockenlagen“ vor. Die Variante 2.2.2 besteht aus 70 Prozent Rohrschwingel, 20 Prozent Wiesenrispe und 10 Prozent Deutschem Weidelgras und wurzelt tief, braucht dafür aber einen tiefgründigen Boden. Auf flachem Boden ist die Variante 2.2.1 mit Rot- und Schafschwingel die bessere Wahl. Gesät wird im Spätsommer, gemäht auf 4 bis 5,5 Zentimeter, gewässert nur bei Trockenzeichen.
Im Juli sieht die Rasenfläche in vielen Gärten gleich aus: strohgelb, hart, mit grünen Inseln an den Stellen, wo der Boden tiefer ist. Wer dann jeden Abend den Sprenger laufen lässt, zahlt für Wasser, das im sandigen Boden sofort versickert.
Es geht auch anders. Rasengräser unterscheiden sich stark darin, wie tief sie wurzeln und wie lange sie Trockenheit aushalten. Wer die Mischung zum Standort wählt, spart im Sommer Wasser und Ärger.
Hier steht, welche Mischung für Trockenlagen vorgesehen ist, wo ihre Grenzen liegen und wie du säst und pflegst.
Warum normaler Rasen in der Trockenheit braun wird
Ein Standard-Gebrauchsrasen ist auf dichte Narbe und schnelle Regeneration gezüchtet. Seine Gräser wurzeln flach. Sobald die oberen Zentimeter austrocknen, stellen sie das Wachstum ein und färben sich gelb.
Die Deutsche Rasengesellschaft nennt die Gemeine Rispe als besonders anfällig, weil sie flach wurzelt. Als tolerant gegen Hitze und Trockenheit gelten Wiesenrispe, Schafschwingel und Rohrschwingel.
Die Nachfrage nach solchen Mischungen steigt, und das hat einen Grund. Die Rasengesellschaft zitiert die Prognose des Deutschen Wetterdienstes: bis 2050 Sommertemperaturen um 1,5 bis 2,5 Grad höher und im Sommer bis zu 40 Prozent weniger Niederschlag.
Die richtige Mischung: RSM 2.2 Gebrauchsrasen Trockenlagen
Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) gibt jedes Jahr die Regel-Saatgut-Mischungen heraus. Sie legen fest, welche Arten und Sorten in welchem Anteil in eine Mischung gehören. Für trockene Gärten heißt die passende Gruppe RSM 2.2.
Es gibt zwei Varianten. RSM 2.2.1 besteht vor allem aus Rotschwingel mit einem kleineren Anteil Schafschwingel. Beide sind feinblättrig und kommen mit magerem, flachem Boden zurecht.
RSM 2.2.2 wird vom Rohrschwingel geprägt: 70 Prozent Rohrschwingel, 20 Prozent Wiesenrispe, 10 Prozent Deutsches Weidelgras. Die Rasengesellschaft beschreibt die Variante mit guter Hitzeverträglichkeit und sehr tiefer Verwurzelung.
Auf der Packung muss die RSM-Nummer stehen. Steht dort nur „Trockenrasen“ ohne Nummer, weißt du nicht, was drin ist.
Rohrschwingel: Stärken und Grenzen
Rohrschwingel stammt aus wärmeren Regionen und holt Wasser aus Tiefen, die andere Rasengräser nicht erreichen. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bescheinigt ihm im Grünland eine „enorme Trockenheitsverträglichkeit“.
Diese Stärke hat eine Bedingung. Die Rasengesellschaft schreibt, entscheidend sei ein gut und tief durchwurzelbarer Boden mit guter Wasserspeicherung. Auf flachgründigem Boden über Fels, Schutt oder Bauresten kann die Pflanze ihren Vorteil nicht ausspielen.
Zwei weitere Punkte. Rohrschwingel keimt langsam und entwickelt sich in der Jugend zögerlich, deshalb hält ihn die Landwirtschaftskammer für Nachsaaten in bestehende Narben für ungeeignet. Und sein Blatt ist breiter als das von Rotschwingel. Mischungen aus beiden wirken fleckig, die Rasengesellschaft rät davon ab.
Boden vorbereiten und säen
Grab an zwei, drei Stellen einen Spaten tief. Kommst du ohne Widerstand 30 Zentimeter hinunter, passt RSM 2.2.2. Stößt du nach 15 Zentimetern auf Schutt oder festen Lehm, nimm RSM 2.2.1 oder lockere tiefer.
Verdichteten Boden lockerst du vor der Saat mit Grabegabel oder Fräse. Schwerer Lehm bekommt Sand eingearbeitet, damit Wasser nicht staut und Wurzeln durchkommen. Danach fein planieren und ein bis zwei Wochen setzen lassen.
Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt für Nachsaaten den Oktober, weil die Tage kürzer und feuchter werden und der Samen gleichmäßig Feuchtigkeit bekommt. Für eine Neuanlage gilt dasselbe Fenster ab Ende August. Eine Frühjahrssaat geht auch, läuft aber in die erste Trockenphase hinein.
Saatmenge und Tiefe stehen auf der Packung. Nach der Saat walzen oder antreten und die Fläche vier bis sechs Wochen gleichmäßig feucht halten. Das ist der einzige Zeitraum, in dem ein Trockenrasen viel Wasser braucht.
Der erste Schnitt kommt, wenn die Gräser acht bis zehn Zentimeter hoch sind. Im ersten Jahr bleibt die Fläche Schonzone: kein Ballspiel, keine Party.
Pflege im Sommer: mähen, wässern, nachsäen
Die Gartenakademie nennt vier Zentimeter als normale Schnitthöhe. In Trockenphasen hebst du sie um einen bis eineinhalb Zentimeter an. Längere Halme beschatten den Boden und verdunsten weniger.
Wässern erst, wenn die Fläche Trockenzeichen zeigt: Die Halme werden blaugrau und richten sich nach dem Betreten nicht mehr auf. Dann gibst du zehn Liter je Quadratmeter, zweimal pro Woche, morgens oder spät abends. Tägliches Besprühen erzieht die Wurzeln nach oben.
Wird der Rasen trotzdem braun, ist er meist nur in Ruhe. Die Landwirtschaftskammer beobachtete 2019, dass vertrocknet wirkende Narben nach Regen innerhalb weniger Tage wieder ergrünten. Lücken, die im Herbst bleiben, füllst du im Oktober mit einer Regenerationsmischung wie RSM 3.2 nach.
Alternativen bei flachem oder sehr magerem Boden
Wo kein Rasengras tief wurzeln kann, lohnt ein Blick auf andere Flächen. Die Gartenakademie nennt Kräuterrasen mit trittfesten Kräutern, Mischungen mit kleinblättrigem Weißklee, trockenheitsverträgliche Stauden und ein Sandarium für Wildbienen.
Die FLL hat dafür eigene Nummern: RSM 2.4 ist der Gebrauchsrasen mit 17 Prozent Kräuteranteil für geringe Pflege, RSM 7.2.2 der Landschaftsrasen für extreme Trockenlagen mit Kräutern. Beide werden seltener gemäht und kommen ohne Bewässerung aus.
Häufige Fragen
Welche Rasenmischung ist die beste für trockene Standorte?
RSM 2.2.2 mit 70 Prozent Rohrschwingel auf tiefgründigem Boden, RSM 2.2.1 mit Rot- und Schafschwingel auf flachem Boden.
Kann ich Rohrschwingel in meinen alten Rasen nachsäen?
Das klappt schlecht. Er keimt langsam und wird von den alten Gräsern überwachsen. Besser die Fläche neu anlegen.
Wie viel Wasser braucht ein Trockenrasen?
Nach der Etablierung nur bei Trockenzeichen: zehn Liter je Quadratmeter, zweimal pro Woche.
Wann säe ich am besten?
Ende August bis Oktober. Der Boden ist warm, die Nächte werden feucht, die Keimlinge geraten in keine Hitzewelle.
Wie hoch mähe ich im Sommer?
Auf fünf bis fünfeinhalb Zentimeter. Bei normalem Wetter reichen vier.
Ist brauner Rasen im August tot?
Meist nicht. Nach ausgiebigem Regen treibt er aus Stoppeln und Wurzeln wieder aus.
Quellen
- Deutsche Rasengesellschaft: Rasenthema September 2020 – Rasenmischungen für Trockenstandorte
- Deutsche Rasengesellschaft: Rasen-Mischungen (RSM-Übersicht)
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Vertrockneter Rasen – Regeneration und Alternativen
- Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Trockenheit und Grünlandnachsaaten 2019
Das passt dazu
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Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.






