Violette Krokusse blühen im zeitigen Frühjahr im Gras

Krokusse pflanzen: Der richtige Zeitpunkt im Herbst

Kurzantwort: Krokusse werden von Ende September bis in den November in fünf bis zehn Zentimeter Tiefe gepflanzt, in kleinen Gruppen statt einzeln. Wer im Frühjahr blühende Krokusse will, pflanzt im Herbst; wer Herbstblüher wie den Safran-Krokus möchte, pflanzt schon im Spätsommer. Die Knollen brauchen die Zeit bis zum Winter, um vor dem Frost noch Wurzeln zu bilden.

Krokusse gehören zu den ersten Frühjahrsblühern im Garten und öffnen ihre Blüten oft schon, wenn an anderer Stelle noch Schnee liegt. Damit das im nächsten Frühjahr klappt, müssen die Knollen aber schon im Vorjahr in die Erde.

Wer erst im Frühjahr an Krokusse denkt und dann Knollen kauft, pflanzt für das übernächste statt für das kommende Jahr. Der richtige Zeitpunkt liegt im Herbst, und je nach Art sogar schon im Spätsommer.

Pflanzzeit: Ab Ende September

Die meisten im Handel erhältlichen Krokusse sind Frühjahrsblüher und werden ab Ende September bis in den November gepflanzt, solange der Boden noch nicht gefroren ist. In diesem Zeitraum ist die Erde noch warm genug, damit die Knollen vor dem Winter Wurzeln bilden können.

Wird zu spät im Jahr gepflanzt, bleibt den Knollen zu wenig Zeit zum Einwurzeln, was die Blüte im folgenden Frühjahr schwächer ausfallen lässt oder ganz ausbleiben kann.

Pflanztiefe und Gruppenpflanzung

Gepflanzt wird in einer Tiefe von fünf bis zehn Zentimetern, wobei größere Knollen eher tiefer gesetzt werden als kleine. Der NABU empfiehlt, die Knollen in kleinen Trupps statt einzeln zu setzen, weil Krokusse in der Natur ebenfalls in Gruppen wachsen und ein Beet so von Anfang an natürlicher wirkt.

Zwischen den einzelnen Grüppchen bleibt am besten unregelmäßiger Abstand, statt die Knollen im gleichmäßigen Raster zu setzen – das Ergebnis wirkt im Frühjahr deutlich weniger künstlich als exakte Reihen.

Eine bewährte, schnelle Methode für größere Flächen: Die Knollen werden locker aus der Hand auf die vorgesehene Fläche geworfen und genau dort gepflanzt, wo sie liegen bleiben. Das Ergebnis wirkt zufällig gestreut, wie es auch in der Natur vorkommt, und erspart langes Abmessen einzelner Pflanzstellen.

Frühlings- oder Herbstkrokusse

Die Gattung Crocus umfasst rund 235 Arten, von denen die meisten im Frühjahr blühen, etwa der früh startende Elfenkrokus (Crocus tommasinianus), der bereits ab Ende Januar öffnet. Einige Arten wie der Safran-Krokus (Crocus sativus) oder der Herbst-Krokus (Crocus speciosus) blühen dagegen erst im Spätsommer oder Herbst und bilden ihre Frucht sogar erst im folgenden Frühjahr aus.

Für Herbstblüher gilt eine andere Pflanzzeit als für die bekannteren Frühjahrsarten: Sie werden schon im Spätsommer gesetzt, damit sie im selben Jahr noch blühen können, statt erst ein Jahr später wie die Frühjahrskrokusse.

Der botanische Name der Gattung leitet sich vom griechischen Wort für den Safran-Krokus ab, dessen orangerote Narbenfäden als teuerstes Gewürz der Welt gelten. Für den Hausgarten spielt das keine große Rolle, erklärt aber, warum gerade diese eine Krokusart so bekannt ist, obwohl die meisten Gartenkrokusse ganz andere Arten sind.

Der richtige Standort

Krokusse bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit sandigem, durchlässigem Boden. Frühjahrsblühende Arten vertragen dabei etwas mehr Feuchtigkeit während der Wachstumsphase, während Herbstblüher eine trockenere Ruhephase im Sommer brauchen, wenn sie keine Blätter tragen.

Staunässe verträgt keine der beiden Gruppen gut: In schwerem, verdichtetem Boden verfaulen die Knollen leicht, weshalb bei Lehmboden etwas Sand untergemischt werden sollte.

Krokusse im Rasen verwildern lassen

Besonders der Elfenkrokus eignet sich gut zum Verwildern in lichtem Rasen, weil er sich über die Jahre selbst aussät. Nach NABU-Angaben blüht eine einzelne Knolle aber meist nur etwa dreimal, bevor sie durch Tochterknollen ersetzt werden muss – für einen dichten, sich selbst erhaltenden Krokusrasen braucht es deshalb Geduld über mehrere Jahre.

Wichtig für Rasenflächen mit Krokussen: Der erste Rasenschnitt im Frühjahr erfolgt erst, wenn das Krokuslaub bereits vergilbt ist. Wird zu früh gemäht, kann die Pflanze über die Blätter nicht genug Reservestoffe für die nächste Saison einlagern.

Warum Krokusse für Bienen wichtig sind

Krokusse zählen zu den ersten Pollenquellen im Gartenjahr. Erdhummelköniginnen, die im zeitigen Frühjahr aus dem Winterschlaf kommen, sind nach NABU-Beobachtungen regelmäßig an den Blüten zu sehen, wenn kaum eine andere Pflanze im Garten schon blüht.

Wer Krokusse nicht nur als Frühjahrsschmuck, sondern gezielt für Wildbienen und Hummeln pflanzt, setzt am besten auf ungefüllte, einfache Sorten statt auf stark gezüchtete Blüten, weil gefüllte Blüten oft weniger oder gar keinen Pollen anbieten.

Pflege nach der Blüte

Nach der Blüte bleiben die Blätter stehen, bis sie von selbst vergilben, weil die Pflanze über sie Energie für die nächste Blühsaison in der Knolle einlagert. Wer die Blätter vorzeitig abschneidet oder abmäht, schwächt die Krokusse über mehrere Jahre.

Erst wenn das Laub vollständig gelb und welk ist, kann es entfernt werden – bei den meisten Frühjahrsarten ist das etwa sechs bis acht Wochen nach der Blüte der Fall.

Krokusse im Topf vorziehen

Wer Krokusse auch auf Balkon oder Terrasse zeigen möchte, pflanzt die Knollen im selben Herbstzeitraum in flache Schalen mit durchlässigem Substrat. Die Gefäße stehen über Winter kühl und geschützt an einem hellen Ort, damit die Knollen wie im Freiland eine kühle Ruhephase durchlaufen, bevor sie im Frühjahr austreiben.

Nach der Blüte können die Knollen aus dem Topf entnommen und im Garten ausgepflanzt werden, wo sie in den Folgejahren zuverlässiger wiederkommen als in dauerhafter Topfkultur.

Ein durchsichtiges Gefäß eignet sich für die Vorkultur weniger gut als ein blickdichter Topf, weil die Knollen ähnlich wie im Erdreich am liebsten dunkel und gleichmäßig kühl stehen, bis die ersten grünen Spitzen erscheinen. Erst dann darf die Schale an einen hellen Platz umziehen.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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